«Der Atomknopf ist auf meinem Tisch»

In seiner Neujahrsansprache warnt Kim Jong-un die USA vor einem Krieg. Versöhnliche Töne richtet er an Südkorea.

Drohung aus Nordkorea: Kim Jong-un droht den USA mit Atomknopf auf dem Schreibtisch. (Video: Tamedia/Reuters)

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat in seiner Neujahrsbotschaft mit einem Atomwaffenangriff gedroht. «Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch», erklärte Kim am Montag. Dies sei «keine Erpressung, sondern die Realität». «Das gesamte US-Festland ist in Reichweite unserer nuklearen Schlagkraft. (...) Die Vereinigten Staaten können niemals einen Krieg gegen mich oder unser Land beginnen.»

Kim forderte die USA zudem auf, Pyongyang als Atommacht anzuerkennen. Nordkorea habe 2017 das historische Ziel erreicht, seine nukleare Streitmacht «zu vervollständigen», sagte er in einer am Montag im Staatsfernsehen ausgestrahlten Neujahrsansprache.

Kurz vor einer Silvesterparty auf seinem Anwesen in Florida hielt sich US-Präsident Donald Trump mit einer Bemerkung in Richtung Nordkorea zurück. «Wir werden sehen», sagte er am Sonntagabend auf die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un angesprochen.

Beziehung zu Südkorea soll sich verbessern

Nordkorea habe 2017 das historische Ziel erreicht, seine nukleare Streitmacht «zu vervollständigen», sagte er und betonte zudem die wirtschaftlichen Errungenschaften des Landes. 2018 werde wichtig sein, die Lebensstandards der Nordkoreaner zu verbessern.

Auch an seinen Nachbarn Südkorea richtete er sich: Die Beziehung zwischen Nord- und Südkorea müsse sich verbessern, forderte Kim. Insbesondere nannte er die bald beginnenden Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. Regierungsvertreter beider Länder sollten sich dringend treffen, um das Senden einer nordkoreanischen Delegation zu besprechen.

Kim Jong-un droht mit einem Atomwaffenangriff. (Video: Tamedia/AFP)

USA sei nun in Reichweite

Im vergangenen Jahr hat sich der Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA zugespitzt, die Rhetorik wurde auf beiden Seiten verschärft. Pyongyang hat zig Raketentests durchgeführt.

Im September testete das Land eine Wasserstoffbombe, die nach japanischen Angaben eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen hatte – mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Der UNO-Sicherheitsrat verhängte wiederholt Sanktionen gegen Nordkorea, zuletzt am 22. Dezember. (roy/SDA/AP)

Erstellt: 01.01.2018, 02:41 Uhr

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