FBI rettet 84 sexuell ausgebeutete Kinder

Die US-Bundespolizei ist mit einer landesweiten Aktion gegen Kinderprostitution vorgegangen. An den Einsätzen waren 500 verschiedene Strafverfolgungsbehörden beteiligt.

An den Einsätzen waren circa 500 verschiedene Strafverfolgungsbehörden beteiligt: Eine Betreuerin des FBI spricht mit einem Opfer (Mitte). (18. Oktober 2017) Bild: Youtube/FBI

An den Einsätzen waren circa 500 verschiedene Strafverfolgungsbehörden beteiligt: Eine Betreuerin des FBI spricht mit einem Opfer (Mitte). (18. Oktober 2017) Bild: Youtube/FBI

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Die US-Bundespolizei FBI hat bei einer landesweiten Aktion 120 mutmassliche Menschenhändler festgenommen und 84 sexuell ausgebeutete Kinder und Jugendliche gerettet. Das jüngste Opfer war nach Angaben der Behörde ein nur drei Monate altes Mädchen. Ein Bekannter der Familie wollte zwei Kinder – das dreimonatige Baby und seine fünfjährige Schwester – für 600 US-Dollar verkaufen. Die zwei Schwestern befinden sich in der Obhut der Behörden.

An den Einsätzen waren circa 500 verschiedene Strafverfolgungsbehörden beteiligt, wie die «Washington Post» berichtet. Auch Behörden in Kanada, Grossbritannien, Thailand, Kambodscha und den Philippinen waren beteiligt.

«Unsere oberste Priorität ist es, Kinder zu retten»: Das FBI-Video, das die «Cross Country»-Aktion erklärt. (18. Oktober 2017) Video: Youtube/FBI

Das FBI führt fast jährlich eine solche «Cross Country»-Aktion durch. Die Operationen sind Teil des «Innocence Lost»-Programms gegen Kinderprostitution, das unter George W. Bush eingeführt wurde. Seit der ersten Aktion im Jahr 2003 konnte das FBI gemäss eigenen Angaben Tausende Opfer und Tatorte identifizieren.

Die Zahl der Festnahmen ist mit Vorsicht zu geniessen: Recherchen der «Washington Post» weisen darauf hin, dass bei den «Cross Country»-Aktionen in den letzten Jahren fünfmal mehr erwachsene Prostituierte festgenommen wurden als Minderjährige. «Die Behörden versuchen, ihre Statistik aufzubessern, indem sie das Wort ‹sex trafficker› auf Festnahmen von Erwachsenen klatschen, die dann nie wegen solcher Delikte vor Gericht gebracht werden – und auch nicht vor Gericht gebracht werden könnten», sagt ein Experte der Zeitung. «Das Ziel, Kinder zu retten, ist ja löblich. Aber es wird untergraben, wenn die Statistik frisiert wird.»

(mch)

Erstellt: 20.10.2017, 10:16 Uhr

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