Heftige Kämpfe um letzte IS-Bastion in Syrien

Nach Angaben von Aktivisten habe das kurdisch-arabische Bündnis die «finale Schlacht» gegen die Jihadisten im Osten des Landes gestartet.

Der Vormarsch der SDF-Kämpfer wurde zuletzt gestoppt, weil der IS nach Angaben des kurdisch-arabischen Kampfbündnisses Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. (Archiv)

Der Vormarsch der SDF-Kämpfer wurde zuletzt gestoppt, weil der IS nach Angaben des kurdisch-arabischen Kampfbündnisses Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. (Archiv) Bild: Delil Souleiman/AFP

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Bei der geplanten Eroberung der letzten IS-Bastion im Osten Syriens hat sich ein von den USA unterstütztes kurdisch-arabisches Bündnis nach Angaben von Aktivisten heftige Kämpfe mit der Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) geliefert.

Es habe am Sonntagmorgen «heftige Zusammenstösse» gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten vor Ort bezieht. Stellungen der Jihadisten seien aus der Luft und mit Artillerie angegriffen worden.

«Die Schlacht dauert an», sagte der Leiter der in Grossbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten am Samstag den Beginn ihrer «finalen Schlacht» gegen den IS im Osten Syriens bekanntgegeben.

Noch 600 IS-Kämpfer vermutet

IS-Kämpfer kontrollieren laut SDF in der Provinz Deir Essor noch ein etwa vier Quadratkilometer grosses Gebiet, das vom Dorf Baghus bis an die irakische Grenze reicht. Dort werden noch bis zu 600 IS-Kämpfer vermutet.

Die Offensive zur Vertreibung der Jihadisten aus Deir Essor hatte bereits im September begonnen. Der Vormarsch der SDF-Kämpfer wurde zuletzt gestoppt, weil der IS nach Angaben des kurdisch-arabischen Kampfbündnisses Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. Letztere nutzten eine einwöchige Kampfpause zur Flucht.

Letzte britische Geisel des IS könnte noch am Leben sein

Die letzte britische Geisel in den Händen der IS könnte nach Einschätzung der Regierung in London noch am Leben sein. Der 2012 entführte Fotograf John Cantlie könnte sich nach wie vor in Gewalt des IS befinden.

Das sagte der Staatsminister für Sicherheit, Ben Wallace, gegenüber Journalisten, wie britische Medien berichteten. Beweise dafür lieferte Wallace den Berichten zufolge allerdings keine.

Druckmittel

Wie die «Sunday Times» berichtet, werde Cantlie sowie zwei weitere Geiseln von der Terrormiliz als Druckmittel für Verhandlungen missbraucht. Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von hochrangigen kurdischen Beamten. Der IS bemühe sich um einen Deal mit den von den USA unterstützten kurdisch-arabischen Streitkräften und fordert eine sichere Durchreise als Gegenleistung für die Freilassung der vermeintlichen Geiseln, schreibt die Zeitung weiter.

John Cantlie war zunächst im Juli 2012 IS-Kämpfern in die Hände gefallen, kurz darauf gelang ihm aber die Flucht. Im November desselben Jahres wurde er erneut gekidnappt, diesmal zusammen mit dem US-amerikanischen Journalisten James Foley. Ihn ermordete ein IS-Kämpfer später vor laufender Kamera - das erste in einer Reihe solcher Videos.

Letztes Video 2016

Cantlie hingegen war in den folgenden Jahren wiederholt in Videos zu sehen, in denen er im Stil einer Nachrichtensendung IS-Propaganda vorlas. Der letzte dieser Clips wurde im Jahr 2016 bei der Schlacht um Mossul gedreht. Cantlie sah in dem Video ausgemergelt und erschöpft aus.

Cantlies Familie schrieb auf ihrem Twitter-Account, sie habe die Medienberichte, wonach er noch am Leben sei, verfolgt. «Auch wenn es dafür derzeit keine Bestätigung gibt, hoffen und beten wir weiterhin, dass es sich als wahr herausstellt», heisst es in dem Tweet weiter. Cantlie ist die letzte britische IS-Geisel, deren Schicksal noch ungeklärt ist. (nag/AFP)

Erstellt: 10.02.2019, 11:21 Uhr

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