Nordkorea will Hotline zu Südkorea einrichten

Seit 2013 ist ein wichtiger militärischer Kommunikationskanal zwischen Nord- und Südkorea getrennt. Nun soll er wieder aufgebaut werden.

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Süd- und Nordkorea nähern sich langsam an. Pyongyang will direkt mit Seoul kommunizieren und öffnet dazu wieder eine wichtige Kommunikationsleitung.

Im Zuge seiner Annäherung an Südkorea will Nordkorea einen grenzüberschreitenden Kommunikationskanal wieder öffnen. Die Kommunikationsleitung im Grenzort Panmunjom solle am Mittwoch wiederhergestellt werden. Das habe der staatliche Rundfunk in Nordkorea angekündigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Die beiden Länder hatten infolge zunehmender Spannungen seit 2016 nicht mehr über die Telefonleitung miteinander geredet, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Hintergrund der Ankündigung ist ein Gesprächsangebot des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vom Montag. Südkorea hatte daraufhin am Dienstag vorgeschlagen, in der nächsten Woche ein Treffen auf hoher Ebene in Panmunjom abzuhalten. Es soll dabei um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar und die Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gehen.

Entsendung einer Delegation zum Ziel

Nach Berichten südkoreanischer Medien wurde die Radioankündigung vom Leiter der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständigen Behörde in Nordkorea, Ri Song Gwon, gemacht. «Aufgrund der Entscheidung der Führung werden wir auf ernsthafte und glaubhafte Weise den Kontakt mit Südkorea aufnehmen», wurde Ri zitiert. Ziel sei es, über die «potenzielle Entsendung einer Delegation» nach Pyeongchang zu diskutieren. Ob Nordkorea auch den Vorschlag Südkoreas für ein Treffen annehmen will, war zunächst unklar.

Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu schicken. Die beiden Länder könnten sich dazu sofort treffen, schlug er vor.

Südkorea begrüsst Angebot

Das Angebot an Südkorea verband der Diktator jedoch mit neuen Drohungen in Richtung der USA. Pyongyang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Die gesamten USA seien in Reichweite der nordkoreanischen Atomwaffen, betonte Kim. Der «Atomwaffenknopf» sei stets auf seinem Schreibtisch.

Südkorea begrüsste dennoch Kims Gesprächsangebot. Südkoreas Präsident Moon Jae In wies das Aussenministerium aber an, sich eng mit den Alliierten Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm «zur gleichen Zeit» behandelt werden könnten. (chi/AFP)

Erstellt: 03.01.2018, 08:39 Uhr

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