Reederei macht Lotse für Unglück verantwortlich

Kurz vor Ende der Reise ist ein Schweizer Hotelschiff auf dem Rhein in Duisburg verunfallt. 27 Menschen wurden dabei verletzt.

Wurde schwer beschädigt: Die Swiss Crystal. (Video: Tamedia/AP)

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Auf dem Rhein im deutschen Duisburg ist am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages ein Hotelschiff gegen einen Autobahn-Brückenpfeiler geprallt. Der Bug wurde beschädigt. Das Schiff wurde evakuiert. An Bord des Flussschiffs Swiss Crystal befanden sich 129 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die Schweizer Reederei Scylla macht den Lotsen des Schiffs für den Unfall verantwortlich. Die genauen Umstände des Versagens würden aber noch weiter untersucht, um solche Unfälle in Zukunft vermeiden zu können, gab die Reederei am Donnerstag in einer Medienmitteilung bekannt.

Mehrere Feuerwehrschiffe waren im Einsatz. Augenzeugen berichteten, dass Notärzte im Einsatz waren. Wie die Feuerwehr Duisburg über Facebook informiert, wurden 27 Personen verletzt, vier davon schwer. Derzeit befänden sich noch drei Schiffsinsassen in Spitalpflege.

«Die 102 Passagiere sowie die zwei Reiseleiter stammten aus den Niederlanden», sagt die Mediensprecherin der Basler Reederei Scylla, Manuela van Zelst. Die 25-köpfige Crew ist teilweise aus Deutschland sowie den Niederlanden. Bei den Insassen habe es sich um Niederländerinnen und Niederländer gehandelt. Sie seien auf einer fünftägigen Rheinfahrt vom niederländischen Arnhem nach Mainz gewesen. Das Schiff startete am 23. Dezember im niederländischen Arnhem und sollte heute dort wieder ankommen. Das Unglück ereignete sich kurz vor dem Ziel.

Schwesterschiff kam zur Hilfe

Das Schwesterschiff Emily Brontë ist dem havarierten Swiss Crystal zu Hilfe gekommen und nahm Passagiere auf. Alle Passagiere konnten in der Zwischenzeit mit Bussen nach Hause gebracht werden. Es befanden sich keine Kinder an Bord. Das Durchschnittsalter der Insassen sei auf über sechzig Jahre zu schätzen, so Zelst.

Das Schiff wurde gemäss der Nachrichtenagentur DPA bei dem Aufprall am Bug beschädigt. Der Unfall sei angesichts der vielen Menschen an Bord vergleichsweise glimpflich ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher in Duisburg. Der Kapitän stehe unter Schock, meldet der «Telegraaf».

Die 101 Meter lange Swiss Crystal wurde nach dem Vorfall in den nur wenige Kilometer vom Unfallort entfernten Duisburger Hafen transportiert. Der Sachschaden sei beträchtlich. Es werde noch abgeklärt, ob das Hotelschiff fahrtüchtig sei oder abgeschleppt werden müsse, so van Zelst. Erst sei es jedoch noch Bestandteil der Ermittlungen der Behörden.

Noch in der Nacht zum Mittwoch wurde die betroffene Autobahnbrücke aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Die anschliessende Überprüfung durch Experten des Landesbetriebs Strassen NRW ergab der Sprecherin zufolge jedoch, dass an der Brücke «kein statischer Schaden» entstanden war. Die Sperrung des Brückenbauwerks und des betroffenen Autobahnabschnitts der A42 wurde daraufhin am Mittwochvormittag um 10.30 Uhr wieder aufgehoben.

(fur/chk/sep/sda)

Erstellt: 26.12.2017, 23:06 Uhr

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