Unmöglich? Nicht für Bergsteiger

US-Präsident Trump hält die geplante Grenzmauer für «unbesteigbar» – Kletterer haben die Herausforderung angenommen.

Donald Trump an der US-Grenzmauer in Otay Mesa, Kalifornien. Kürzlich behauptete er, dass diese Konstruktion «nicht zu besteigen» sei. Foto: Evan Vucci (Keystone/AP)

Donald Trump an der US-Grenzmauer in Otay Mesa, Kalifornien. Kürzlich behauptete er, dass diese Konstruktion «nicht zu besteigen» sei. Foto: Evan Vucci (Keystone/AP)

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«Challenge accepted!» So antworten die Amerikaner jedem, der behauptet, dass eine Aufgabe nicht zu schaffen sei. Es gehört zur DNA dieses Landes, das Unmögliche als Herausforderung zu begreifen – ob es um den Verzehr möglichst vieler Hotdogs geht oder um die Ankündigung des damaligen Präsidenten John F. Kennedy im Mai 1961, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond zu schicken.

Als der amtierende US-Präsident Donald Trump kürzlich beim Besuch der Mauer an der amerikanisch-mexikanischen Grenze in San Diego behauptete, dass diese Konstruktion «nicht zu besteigen» sei, da antworteten Kletterer im Bundesstaat Kentucky: «Challenge accepted!»

«Man sagt einem Bergsteiger nicht, dass etwas unmöglich zu erklimmen sei», sagt Rick Weber, Gründer des Kletterparks Muir Valley. Er hat eine Nachbildung jenes Mauerstücks gebaut, vor dem Trump gestanden und behauptet hatte, dass 20 Profi-Bergsteiger daran gescheitert seien: «Wir waren verblüfft, weil niemand in der Kletterszene von diesen 20 Leuten gehört hat, die sich an der Mauer versucht haben sollen.» An diesem Wochenende nun sollen die Teilnehmer beim sogenannten Rocktoberfest versuchen, so schnell wie möglich auf die andere Seite zu kommen.

Sechs Meter senkrecht in die Höhe

Donald Trump hat schon einige Dinge gesagt, die nicht gestimmt haben – nun geht es um eines seiner zentralen Wahlversprechen. Er hat im Februar den nationalen Notstand ausgerufen; das Verteidigungsministerium soll 6,1 Milliarden Dollar umverteilen, damit etwa 475 Kilometer Mauer gebaut werden können.

Die Nachbildung, die Weber gebaut hat, sieht aus wie ein rostiger, in den Boden gesteckter Grobkamm und ist, so wie die echte Mauer, sechs Meter hoch. An manchen Abschnitten soll Trumps Mauer zwar sogar zehn Meter in die Höhe ragen, allerdings lediglich durch die Verlängerung der Säulen; die massive Platte, die am oberen Ende der Säulen aufmontiert ist, hat stets dieselbe Grösse.

Eine Achtjährige hats geschafft

Die acht Jahre alte Lucy Hancock hat die nachgebildete Konstruktion bereits am Mittwoch bezwungen: In weniger als einer Minute stand sie ganz oben. Sie kletterte jedoch seitlich an der Platte vorbei, das dürfte bei der echten Mauer nicht möglich sein.

Weber glaubt, dass ein mindestens 1,78 Meter grosser Mensch die Platte ohne grössere Probleme überwinden kann. Dass das möglich ist, soll der Wettbewerb am kommenden Wochenende beweisen.

Weber hat kein Preisgeld ausgelobt – warum auch? Die wahre Belohnung ist viel besser: Es geht darum, die präsidiale Herausforderung anzunehmen. Und darum, Trump nicht durch die mitunter mühselige und kleinteilige Recherche von Fakten als Lügner zu entlarven, sondern durch ein kurzweiliges Video, das Millionen Menschen auf der ganzen Welt im Internet betrachten können.


Podcast «USA: Entscheidung 2020»

Hören Sie sich die neuste Folge vom Podcast «Entscheidung 2020» mit USA-Korrespondent Alan Cassidy und Redaktor Philipp Loser auch auf Spotify oder auf iTunes an.


Erstellt: 11.10.2019, 16:37 Uhr

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