Verdächtige Pakete auch bei Ex-Vize Joe Biden und Robert De Niro

Offenbar wurden Rohrbomben bei Obamas Vizepräsident sowie bei De Niro gefunden, der mit einer «Fuck Trump»-Aussage provozierte.

Bombenentschärfungskommando bei Robert De Niro: Nachdem unter anderem bei Obama und dem Ehepaar Clinton Sprengsätze gefunden wurden, ist nun auch der Hollywood-Star betroffen. Video: Tamedia/AP

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Die Serie von versendeten Sprengsätzen reisst nicht ab. Nachdem Sprengsätze mit unter anderem an den früheren US-Präsidenten Barack Obama und das Ehepaar Clinton geschickt wurden, tauchte offenbar ein ähnliches Paket in der Post an Robert De Niro auf.

Wie US-Medien berichten, war die Sendung an ein Restaurant in Manhattan adressiert, das dem Schauspieler gehört. Laut der «New York Times» haben Bombenentschärfer der New Yorker Polizei das Paket geröntgt und dabei einen Sprengsatz gefunden.

Das Paket ähnle demnach jenen, die bis zu sieben Politikern sowie dem Fernsehsender CNN zugesandt wurden. Es scheine sich um denselben Absender zu handeln, zitiert die Zeitung einen Ermittler.

Sicherheitspersonal habe das Paket morgens um 5 Uhr im Restaurant des Schauspielers gefunden. Die Polizei sperrte mehrere Blocks um das Gebäude ab, in dem sich auch De Niros Filmunternehmen befindet. Das Gebäude selber sei nicht evakuiert worden. Angestellte hätten am frühen Morgen jedoch nicht zu ihrem Arbeitsplatz bei der Citybank gelangen können, die sich nur einen Häuserblock davon entfernt befindet.

«Ich will nur eins sagen: Fuck Trump!»: Mit diesem Auftritt zog Robert De Niro den Zorn der Trump-Anhänger auf sich. Video: Tamedia/Social Media

Auch Joe Biden soll Sprengsatz erhalten haben

Der Sender ABC News berichtete, auch an den früheren Vizepräsidenten Joe Biden sei ein verdächtiges Päckchen adressiert worden. Das FBI konnte dies zunächst nicht bestätigen.

Die Suche nach dem Ursprung der Rohrbomben lief auf Hochtouren. New Yorks Polizeichef James O'Neill sagte auf CNN, noch sei unklar, ob ein Einzeltäter oder ein Netzwerk dahinter stehe. Er gehe aber davon aus, dass der oder die Täter in den kommenden Tagen gefasst würden.

Auch dem ehemaligen Vizepräsidenten unter Barack Obama, Joe Biden, soll ein Sprengsatz zugestellt worden sein. (18. Oktober 2018) Bild: Don Campbell/AP

Die Sprengsätze wurden laut US-Bundespolizei FBI in gelb-braunen Umschlägen mit Luftpolsterfolie versandt und hatten per Computer erstellte Adressaufkleber auf sich. Als angeblicher Absender stand der Name der demokratischen Politikerin Debbie Wasserman Schultz auf den Umschlägen. Laut FBI war ihr Name falsch geschrieben.

FBI-Chef Christopher Wray bat die Bevölkerung um Hinweise. «Zögern Sie nicht anzurufen, keine Information ist zu klein, um uns bei dieser Ermittlung zu helfen.»

«Viel Hass in der Luft»

Seit Trump im Amt ist, wirft der US-Präsident den Medien regelmässig vor, «Fake News» zu verbreiten, und brandmarkte sie bereits mehrfach als «Feinde des Volkes». Vor kurzem lobte er einen republikanischen Abgeordneten, der gewaltsam gegen einen Journalisten vorgegangen war.

Zahlreiche Kritiker bezichtigten Trump, selbst mit seiner oft aggressiven Rhetorik das politische Klima zu vergiften und die Spaltungen in der US-Gesellschaft zu vertiefen. Die demokratischen Spitzenpolitiker Nancy Pelosi und Chuck Schumer warfen Trump vor, wiederholt «physische Gewalt» hingenommen zu haben und «die Amerikaner mit seinen Worten und Taten zu spalten».

Die Sprengsätze wurden in gelben Umschlägen versandt. Bild: Screenshot/AP

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio erklärte, eine «Atmosphäre des Hasses trägt zu den Entscheidungen bei, die Menschen treffen». Derzeit liege «sehr viel Hass in der Luft».

Auch auf Twitter sahen viele Nutzer bei Trump eine Mitverantwortung und verwiesen auf seine wiederholten Angriffe auf die Empfänger der Rohrbomben. Der bislang unbekannte Urheber bekam dort den Spitznamen «MAGA-Bomber» – ein Akronym in Anspielung auf Trumps Wahlkampfslogan «Make America Great Again».

(oli/afp)

Erstellt: 25.10.2018, 13:42 Uhr

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