Trump ist so beliebt wie seit Amtsbeginn nicht mehr

Nach dem Impeachment-Freispruch legt der US-Präsident in den Umfragen zu – und ist jetzt fast gleich populär wie Obama damals.

Lässt sich von seinen Anhängern feiern: US-Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa (30. Januar 2020). Foto: Reuters

Lässt sich von seinen Anhängern feiern: US-Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa (30. Januar 2020). Foto: Reuters

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Donald Trump sei der unbeliebteste amerikanische Präsident der Geschichte, heisst es immer wieder. Und tatsächlich war an dieser Behauptung lange etwas dran. Nur ganz am Anfang, nach seinem Amtsantritt am 20. Januar 2017, genoss Trump in der Bevölkerung mehr Zustimmung als Ablehnung. Danach sanken seine Umfragewerte kontinuierlich. Im Dezember 2018 hatte er noch 36 Prozent Zustimmung – so wenig wie selten ein Präsident vor ihm.

Doch seither hat sich das Blatt gewendet, wie eine Zusammenfassung aller grosser Meinungsumfragen durch die US-Datenjournalisten von «Five Thirty Eight» zeigt. Trumps Zustimmungswerte haben sich stabilisiert – und sind jetzt so hoch wie seit Amtsbeginn nicht mehr. Aktuell finden 43,6 Prozent, also fast die Hälfte der US-Amerikaner, dass er einen guten Job mache.

Zwar ist immer noch eine Mehrheit von 52 Prozent unzufrieden mit Trump. Doch dieser Wert ist derzeit am Sinken und so tief wie nur wenige Male in den vergangenen drei Jahren. Die Umfragen deuten darauf hin, dass Trump vor allem bei parteiunabhängigen Wählern und innerhalb seiner eigenen Partei zugelegt hat. Spätestens seit dem Impeachment-Prozess stehen die Republikaner geschlossen hinter ihrem Präsidenten.

Nun geniesst Trump fast gleich viel Zustimmung wie Vorgänger Barack Obama zum gleichen Zeitpunkt. Dabei war dieser bei seinem Amtsantritt viel beliebter: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sprachen sich Anfang 2009 für den ersten schwarzen Präsidenten aus. Dann flachte die Euphorie ab. Im Dezember, ein knappes Jahr nach seiner Wahl, fiel Obamas Zustimmungsrate erstmals unter 50 Prozent, und zum Zeitpunkt, an dem sich Trump momentan befindet, betrug sie noch 48 Prozent.

Gegen Ende seiner ersten Amtszeit erholten sich Obamas Werte allerdings wieder. Bevor er wiedergewählt wurde, stand eine Mehrheit der Bevölkerung hinter ihm. Das müsste auch das Ziel von Trump sein. Denn der Blick auf andere Präsidentschaften zeigt, dass die Umfragewerte durchaus ernst zu nehmen sind. Der letzte Amtsinhaber, der nach vier Jahren weniger als 50 Prozent Zustimmung genoss, war Jimmy Carter (1977–1981) – er verpasste die Wiederwahl deutlich.

Bei Trump zeigt der Trend in die andere Richtung. Der Präsident feierte vergangene Woche gleich mehrere Erfolge, die ihm zu noch mehr Popularität verhelfen könnten: Zuerst wurde das Impeachment-Verfahren gegen ihn eingestellt, dann konnte er in der Rede zur Lage der Nation seine Wirtschaftserfolge feiern, und schliesslich schwächten sich seine demokratischen Gegner bei der Vorwahl in Iowa selbst, weil die Auszählung ihrer Stimmen nicht funktionierte.

Der Präsident wähnt sich schon länger unverwundbar. Und wie das Impeachment-Verfahren gezeigt hat, kann er sich auch alles erlauben. «Trump ist vermutlich auf dem Weg dazu, der mächtigste Präsident der Geschichte zu werden», sagte der amerikanische Historiker Jon Meacham (lesen Sie hier, warum).

Erstellt: 12.02.2020, 11:35 Uhr

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