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Ein Schweizer im Impeachment-Drama

Ulrich Brechbuhl ist Top-Berater von US-Aussenminister Mike Pompeo. In der Ukraine-Affäre muss er vor dem Kongress aussagen.

Langjähriger Weggefährte von Mike Pompeo: Ulrich Brechbuhl, «Counselor of the Department» im Aussenministerium der USA. Screenshot: The Waldorf School of Garden City
Langjähriger Weggefährte von Mike Pompeo: Ulrich Brechbuhl, «Counselor of the Department» im Aussenministerium der USA. Screenshot: The Waldorf School of Garden City

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus machen vorwärts in der Affäre um das brisante Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodimir Selenski. Fünf hochrangige Mitarbeiter des US-Aussenministeriums sollen in den nächsten zwei Wochen von drei «House»-Ausschüssen befragt werden, wie aus der Vorladung vom 27. September hervorgeht.

Einer von ihnen ist Ulrich Brechbuhl, Top-Berater von Aussenminister Mike Pompeo. Wie der Name erahnen lässt, hat Brechbuhl Schweizer Wurzeln. Der 55-jährige Brechbuhl, der Pompeo seit Studienzeiten kennt, wurde in der Schweiz geboren. Als Kleinkind mit den Eltern in die USA gekommen, wuchs Brechbuhl in Garden City, New York, auf. Pompeo und Brechbuhl verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft.

Brechbuhl soll Trump-Telefonat mitgehört haben

Gemäss der Beschwerde des Whistleblowers ist Brechbuhl eine von zwölf Personen, die das Telefonat vom 25. Juli mitgehört haben sollen. Nach Medienberichten liess ein hochrangiger Mitarbeiter des Aussenministeriums am Donnerstag zwar verlauten, dass dies nicht stimme. Trotzdem: Am übernächsten Dienstag, 8. Oktober, muss Brechbuhl vor dem Kongress erscheinen. Der US-Sondergesandte für die Ukraine, Kurt Volker, der ebenfalls vorgeladen wurde, hat inzwischen seinen Rücktritt eingereicht.

Die Vorladung für die Spitzenleute des Aussenministeriums ist am Freitag an ihren Chef Pompeo verschickt worden. Unterzeichnet ist das Schreiben von den demokratischen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, des Geheimdienstausschusses und des Ausschusses für Regierungsaufsicht.

Die Abstimmungen im Repräsentantenhaus über eine Amtsenthebung des US-Präsidenten könnten nach Angaben von Demokraten binnen eines Monats vorbereitet werden. Derzeit ist es aber unwahrscheinlich, dass der Senat, in dem Trumps Republikaner in der Mehrheit sind, ein Amtsenthebungsverfahren unterstützt.

Er spricht auch Schweizerdeutsch: Ulrich Brechbuhl. Foto: US State Departement
Er spricht auch Schweizerdeutsch: Ulrich Brechbuhl. Foto: US State Departement

Ulrich Brechbuhl amtet seit dem 1. Mai 2018 als «Counseler» des Aussenministeriums der USA. Wenige Tage zuvor hatte Pompeo das Amt des Aussenministers von Rex Tillerson übernommen. Brechbuhl ist einer der engsten und wichtigsten Mitarbeiter von Pompeo. Verantwortlich ist er für strategische Fragen der US-Aussenpolitik sowie besondere diplomatische Missionen. Gemäss seiner Kurzbiografie auf der Website des US State Departement spricht Brechbuhl Französisch, Deutsch und Schweizerdeutsch.

Der Amerika-Schweizer und der US-Aussenminister kennen sich seit den 1980er-Jahren. Beide machten 1986 den Abschluss an der berühmten Militärakademie West Point. Nach einigen Jahren Armeedienst als Offizier, unter anderem im Golfkrieg 1991, absolvierte Brechbuhl, wie auch Pompeo, ein MBA-Studium an der Harvard Business School. Brechbuhl und Pompeo standen sich auch geschäftlich nahe: Mitte der 1990er-Jahre gründeten sie ein Luftfahrtunternehmen. Zuletzt war Brechbuhl Vorsitzender eines Investitions- und Beratungsunternehmens mit dem Namen Appenzeller Point.

Gemäss einem Bericht der Zeitungen von CH Media stammt die Familie von Brechbuhl aus dem Berner Emmental. Als er knapp zwei Jahre alt war, zogen seine Eltern in die USA. Sein Vater, der für eine Schweizer Bank arbeitete, hatte den Auftrag, in New York eine Zweigniederlassung zu eröffnen. In den USA änderte sich der Familienname: Aus Brechbühl wurde die amerikanisierte Version Brechbuhl.

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