Sorge um weiteren Absturz – Scholz bewirbt sich für SPD-Parteivorsitz

Medienberichten zufolge möchte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz für den SPD-Vorsitz kandidieren.

Scholz wäre der 13. Bewerber für den Parteivorsitz. (16. August 2019) Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Scholz wäre der 13. Bewerber für den Parteivorsitz. (16. August 2019) Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

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Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz ist laut Parteikreisen bereit, für den Vorsitz seiner Partei SPD zu kandidieren. Er soll auf der Suche sein nach einer Tandempartnerin für die Bewerbung.

Scholz habe sich in einer Telefonkonferenz mit den drei Interimsvorsitzenden der SPD bereit erklärt, anzutreten, «wenn Ihr das wollt». Das berichtete das Nachrichtenmagazin «Spiegel» am Freitag. Widerspruch habe sich nicht geregt. Von der Nachrichtenagentur AFP zitierte Parteikreise bestätigten den Bericht.

Suche nach Tandempartnerin

Seitdem sondiere Scholz im Hintergrund das Feld, spreche mit führenden Sozialdemokraten und suche eine Tandempartnerin, mit der er als Doppelspitze antreten kann, hiess es im Bericht. Im Juni, nach dem Rücktritt von Andrea Nahles, hatte Scholz erklärt, aus zeitlichen Gründen nicht für den Vorsitz zur Verfügung zu stehen.

Die Kehrtwende des Finanzministers sei auch auf darauf zurückzuführen, dass bislang niemand aus der ersten Reihe kandidieren wollte und zuletzt in der Parteispitze die Sorge vor einem weiteren Absturz der SPD wuchs, schreibt der «Spiegel».

Scholz wäre der 13. Bewerber für den Parteivorsitz. Zuletzt hatten der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Katja Köpping ihre Bewerbung angekündigt.

Parteikreise bestätigten am Freitag einen Bericht des «Spiegel». Ihren Angaben zufolge haben die beiden Politiker ihre Kandidatur bei den drei SPD-Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel angemeldet.

Fünf Duos

Neben Pistorius und Köpping haben bislang vier weitere Duos sowie zwei Einzelkandidaten ihren Hut in den Ring geworfen. Dazu gehören die Politologin Gesine Schwan und Parteivize Ralf Stegner, die ihre Kandidatur am (heutigen) Freitag offiziell vorstellen wollen.

Um die Nachfolge der Anfang Juni zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles haben sich schon mehrere Zweierteams beworben: Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann, die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie die Oberbürgermeister Flensburgs und Bautzens, Simone Lange und Alexander Ahrens.

Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow hatte mitgeteilt, dass er sich bewerben wolle.

Giffey aus dem Rennen

Mit Franziska Giffey nahm sich am Donnerstag hingegen eine parteiinterne Hoffnungsträgerin selbst aus dem Rennen. Giffeys Dissertation wird derzeit wegen Plagiatsverdachts überprüft, sie muss um ihren Doktortitel bangen.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. (sda)

Erstellt: 16.08.2019, 13:19 Uhr

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