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Ex-Air-Force-Pilotin berichtet von Vergewaltigung

Martha McSally hat 26 Jahre lang bei der US Air Force gedient. Nun erhebt die Senatorin schwere Vorwürfe gegen ehemalige Kameraden.

Schwere Vorwürfe: Martha McSally vor ihrer Anhörung im Senat. (6. März 2019)
Schwere Vorwürfe: Martha McSally vor ihrer Anhörung im Senat. (6. März 2019)

US-Senatorin Martha McSally war die erste weibliche Pilotin der Air Force, die Kriegseinsätze flog. Nun erschüttert sie die Öffentlichkeit mit schweren Vorwürfen über ihre Zeit als Soldatin. Die republikanische Politikerin wurde eigenen Angaben zufolge von einem übergeordneten Offizier sexuell missbraucht. Als sie später das Gespräch mit Vorgesetzten darüber suchte, fühlte sie sich, als «würde das System mich wieder und wieder vergewaltigen».

Die 52-jährige Senatorin aus Arizona berichtete ihre leidvolle Erfahrung bei einer Anhörung in Washington. Thema dort war der Umgang des Militärs mit sexuellem Missbrauch – neben McSally kamen auch andere Opfer von sexueller Gewalt während des Armeediensts zu Wort.

Scham und Verwirrung

McSally sagte, sie habe ihre Vergewaltigung nicht früher publik gemacht, weil sie dem System nicht traute, sich schämte und verwirrt war. Sie sei beeindruckt und dankbar, dass sich andere Opfer zu Wort gemeldet hätten, um dem systematischen Missbrauch beim Militär ein Ende zu bereiten. Zeitweise habe sie sogar daran gedacht, die Luftwaffe wegen des Vorfalls zu verlassen. Dennoch habe sie sich dazu entschieden zu bleiben, um Frauen in der Armee und später im Kongress eine Stimme zu geben.

Nach einer vorbereiteten Erklärung sprach sie über ihren Stolz auf das Militär und ihren Dienst an dem Land und ihren tiefen Konflikt, weil sie Missbrauch erleiden musste. Sie verwies auf «Täter», die sie sexuell angegriffen hatten, ein Hinweis darauf, dass sie mehr als einmal missbraucht worden war. McSally übernahm den Sitz des im letzten Jahr verstorbenen John McCain für den Bundesstaat Arizona. 2010 schied sie aus dem Militärdienst aus.

Die Replik der Air Force

Die Air Force teilte mit, man sei entsetzt und bedauere zutiefst, was McSally widerfahren sei. Es verstosse gegen all das, was es bedeutet, ein «Airman» zu sein, heisst es in einer Erklärung von Sprecherin Carrie Volpe. «Wir stehen hinter ihr und allen Opfern sexuellen Missbrauchs.»

Im Steuerjahr 2017 war die Zahl der gemeldeten Fälle mutmasslicher sexueller Übergriffe im Militär laut einem Bericht des Verteidigungsministeriums von 2018 um rund zehn Prozent gestiegen. Das Pentagon habe rund 6800 Fälle angezeigt bekommen, in denen US-Soldaten als Täter oder Opfer involviert gewesen sein sollen.

Reuters/afp/fal

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