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«Heulen ändert nichts»

Die «Süddeutsche Zeitung» spricht von einem historischen Rückschritt. Weitere Stimmen von Medien aus dem In- und Ausland.

Die CDU gewinnt, hat aber keinen Grund zum Feiern: Angela Merkel im CDU-Hauptquartier in Berlin. (24. September 2017)
Die CDU gewinnt, hat aber keinen Grund zum Feiern: Angela Merkel im CDU-Hauptquartier in Berlin. (24. September 2017)
Markus Schreiber, Keystone
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Die bisherigen Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD haben bei der Bundestagswahl herbe Verluste erlitten. Nach der Auszählung aller 299 Wahlkreise stürzten CDU und CSU auf zusammen 33,0 Prozent ab. Die Sozialdemokraten kamen auf 20,5 Prozent. Mit 12,6 Prozent wurde die AfD drittstärkste Kraft im neuen Bundestag.

Das Wahlergebnis ist grosses Thema in den Kommentatorenspalten vieler nationaler und internationaler Medien. So schreibt beispielsweise die «Financial Times» dass Angela Merkel zwar gewinnt, doch die Nationalisten würden feiern. Die «NZZ» sieht das Resultat als «klare Absage an Merkels Kuschelpolitik».

«Wenn der wieder trinkt, wird es gefährlich»

Die «Süddeutsche Zeitung» bezeichnet den Einzug der AfD als «historischen Rückschritt», als «Schlag gegen Artikel 1 Grundgesetz, der die Würde aller Menschen schützt, auch die der Flüchtlinge».

Was nun komme, sei eine Bewährungsprobe für die deutsche Demokratie. Denn der Hinweis, dass es auch in anderen Ländern einen Rechtsrutsch gebe, gelte in Deutschland nicht. «Deutschland ist in der Situation des Alkoholikers. Wenn der wieder trinkt, wird es gefährlich.» Es gebe neue Gefahren, schreibt die Zeitung weiter. Sie kämen aus dem Inneren der Gesellschaft. «Nun muss man selber heulen – aber es ist nicht dabei belassen. Heulen ändert nichts.»

Die Wahlbeteiligung lag mit 76,2 Prozent höher als 2013 mit 71,5 Prozent. Rund 61,5 Millionen Deutsche waren am Sonntag aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Sie konnten sich unter bundesweit 42 Parteien und 4828 Bewerbern entscheiden.

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