Beim Angriff auf Saraqeb wurde Giftgas eingesetzt

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat den Einsatz von Chlorgas bei einem Angriff in Syrien im Februar bestätigt.

Auch Giftgas vermutet: Kinder werden nach einem Anschlag in Douma im April 2018 verarztet.

Auch Giftgas vermutet: Kinder werden nach einem Anschlag in Douma im April 2018 verarztet. Bild: Syrian Civil Defense White Helmets/Keystone

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Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat den wahrscheinlichen Einsatz von Giftgas bei einem Angriff in der syrischen Stadt Saraqeb am 4. Februar bestätigt. Eine Erkundungsmission sei zum Ergebnis gekommen, dass Chlorgas aus Zylindern freigesetzt worden sei.

Dies teilte die Organisation am Mittwoch in Den Haag mit. Das Chlorgas sei «wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden», resümierten die Experten. Die Experten hätten in zwei Zylindern Spuren von Chlorgas gefunden. Ausserdem stützen sie sich auf Zeugenaussagen und Bodenproben.

Schwierige Spurensuche

Kurz nach dem Angriff seien in medizinischen Einrichtungen im Gebiet Patienten mit Symptomen behandelt worden, die beim Einatmen von Chlorgas und anderen giftigen Chemikalien auftreten. Die Spurensuche sei äusserst schwierig gewesen, berichten die Experten. Sie konnten nicht sofort nach dem Angriff das betroffene Gebiet untersuchen.

Syrische Aktivisten hatten am 4. Februar gemeldet, dass elf Menschen nach Luftangriffen von Regierungstruppen in Saraqeb mit Atembeschwerden behandelt worden seien. Auch in den Folgewochen war die syrische Regierung beschuldigt worden, bei der Rückeroberung der Rebellenhochburg Ostghouta mehrfach Giftgas eingesetzt zu haben.

Die OPCW äusserte sich nicht zu dem Verantwortlichen des Angriffs. Dazu hat sie kein Mandat. Aufs Schärfste verurteilte OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü den Einsatz giftiger Chemikalien als Waffe. Solche Taten widersprächen dem einstimmigen Verbot chemischer Waffen, wie es in der Chemiewaffenkonvention festgeschrieben sei.

Bericht zu Douma liegt noch nicht vor

Zu den Untersuchungen der OPCW-Experten zum mutmasslichen Giftgaseinsatz in der damaligen Rebellenenklave Douma vom 7. April liegen noch keine Erkenntnisse vor. Nach Angaben von Helfern und Ärzten waren allein bei diesem Angriff mehr als 40 Menschen getötet worden. Als Reaktion auf den mutmasslichen Angriff hatten die USA, Frankreich und Grossbritannien Chemieeinrichtungen in Syrien bombardiert.

Im syrischen Krieg hatte die Expertengruppe bereits zuvor den Einsatz verbotener Chemiewaffen festgestellt, darunter Chlorgas, Sarin und Senfgas. Syrien war nach einem Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalen Druck der OPCW beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt.

Bis jetzt ist aber unklar, ob Syrien tatsächlich alle Bestände gemeldet hatte. Chlorgas fällt nicht unter das Verbot, da es auch für zivile Zwecke eingesetzt werden kann. (sep/AFP)

Erstellt: 16.05.2018, 10:29 Uhr

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