Zum Hauptinhalt springen

Palästinensergruppen verkünden Waffenruhe mit Israel

Nach dem tödlichen Einsatz einer israelischen Spezialeinheit im Gazastreifen ist die Lage weiter eskaliert. Israel dementiert eine Feuerpause.

Israel fliegt Luftangriffe auf Ziele in Gaza. (Video: AFP/Storyful/Tamedia)

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hat einen Stopp der Luftangriffe auf den Gazastreifen dementiert. Nach der jüngsten Eskalation der Gewalt im Nahostkonflikt hatten militante Palästinensergruppen eine Feuerpause mit Israel verkündet.

Diese Feuerpause sei von Ägypten vermittelt worden, hiess es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung der Palästinensergruppen, darunter die im Gazastreifen herrschende Hamas.

Bemühungen Ägyptens hätten dazu geführt, eine Feuerpause zu erzielen, teilten die Palästinensergruppen in ihrer gemeinsamen Erklärung mit. Sie wollten sich an die Feuerpause halten, solange Israel das auch tue.

Das israelische Sicherheitskabinett kam am Dienstag zu Beratungen zur Lage zusammen. Berichten zufolge dauerte die Sitzung rund sechs Stunden. In einer anschliessend veröffentlichten Erklärung vor der Verkündung der Feuerpause durch die Palästinenser hiess es, die Minister hätten das Militär angewiesen, seine «Einsätze wie notwendig fortzusetzen».

Die angespannte Lage zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen hatte sich nach einem tödlichen Einsatz israelischer Spezialkräfte am Sonntag in dem palästinensischen Küstenstreifen dramatisch verschärft. Die Hamas schwor nach dem israelischen Einsatz, bei dem sieben Palästinenser und ein israelischer Offizier starben, Rache.

Hunderte Raketen auf Israel

Palästinenser im Gazastreifen feuerten seither hunderte Raketen auf israelisches Gebiet ab, die israelische Armee flog Angriffe auf den Gazastreifen. Dabei wurden in dem Küstenstreifen innerhalb von 24 Stunden mindestens sieben Palästinenser getötet und 26 verletzt.

In Israel wurden durch die Raketen aus dem Gazastreifen ein Mensch getötet und Dutzende verletzt, mehrere davon schwer. In Israel suchten zehntausende Menschen in Schutzräumen Zuflucht.

Ein palästinensischer Arbeiter aus dem besetzten Westjordanland wurde getötet, als eine Rakete ein Gebäude in der israelischen Stadt Aschkelon traf.

Israelische Luftwaffe trifft 160 Ziele

Israel flog schwere Luftangriffe auf den Gazastreifen, die unter anderem auf den Fernsehsender al-Aqsa der Hamas sowie das Hauptquartier für innere Sicherheit zielten. Nach Armeeangaben wurden rund 160 Ziele getroffen. Bei mindestens fünf der Toten handelte es sich nach Palästinenserangaben um Mitglieder verschiedener militanter Gruppen.

Die Gewalteskalation drohte sich zu einem neuen Krieg auszuweiten. Die Zusammenstösse waren die schwersten seit dem Gaza-Krieg von 2014. Der Uno-Sondergesandte Nickolay Mladenov, der sich seit Monaten um einen Waffenstillstand unter Vermittlung Ägyptens bemüht, sprach von einer «äusserst gefährlichen Eskalation». Alle Seiten seien aufgefordert, Zurückhaltung zu üben.

Missratene Geheimdienst-Mission

Bei dem Einsatz der israelischen Spezialkräfte im Gazastreifen am Sonntag handelte es sich nach israelischen Angaben um eine Aktion zum Sammeln von Geheimdienstinformationen. Solche Einsätze seien zur Verteidigung des Landes unerlässlich. Die Armee hatte allerdings eingeräumt, dass der Einsatz nicht wie geplant verlaufen sei.

Eine Bodenoperation israelischer Soldaten im Gazastreifen ist ein seltener Vorgang. Auch der Zeitpunkt der Aktion warf Fragen auf: Zuvor hatte Netanyahu Katar erlaubt, Millionen Dollar an Hilfen für den Gazastreifen zu überweisen. Dies hatte die seit Monaten andauernden Proteste an der Grenze des Gazastreifens etwas beruhigt.

sda/afp/sep

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch