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Rechtsradikale attackieren Flüchtlingshelfer auf Lesbos

Wegen vermehrter Attacken auf Helfer wollen mehrere Organisationen ihre Arbeit auf der griechischen Insel beenden.

Drei Männer prügeln in einem Hafen von Lesbos auf einen Journalisten ein. Foto: Reuters, 1. März 2020
Drei Männer prügeln in einem Hafen von Lesbos auf einen Journalisten ein. Foto: Reuters, 1. März 2020

Mehrere Organisationen haben nach rechtsradikalen Angriffen auf ihre Mitarbeiter damit begonnen, ihren Einsatz zu beenden. Dies sagte der Ko-Gründer der Organisation Refocus, Douglas Herman, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die meisten dieser Organisationen hätten ihr Personal angewiesen, die Insel zu verlassen.

Viele Flüchtlingshelfer seien der Aufforderung ihrer Organisationen bereits gefolgt, sagte Herman. Dies gelte auch für alle sechs Mitarbeiter seiner Organisation. Die Gewalt gegen die Flüchtlingshelfer gehe von «faschistischen» Banden aus, sagte Herman weiter. Schlägertrupps hätten etwa Strassenblockaden auf der Insel errichtet und die Helfer in ihren Autos bedroht.

Die Besatzung des Schiffs «Mare Liberum», das vor der ägäischen Küste Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, wurde am Montagabend nach eigenen Angaben von einer «Faschistenbande» attackiert. Die Angreifer hätten geschrien, der Besatzung gedroht und «Benzin auf das Schiffsdeck» der «Mare Liberum» geschüttet, schrieb der gleichnamige Verein im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die niederländische Organisation Boat Refugee Foundation, die Flüchtlinge im überfüllten Camp Moria auf Lesbos medizinisch versorgt, teilte bei Facebook mit, sie habe ihr Klinikpersonal aus Sicherheitsgründen abgezogen.

Der medizinische Koordinator der Hilfsorganisation Ärzte der Welt, Dimitris Patestos, erklärte dagegen, sein Team plane nicht zu gehen. Zwar herrschten bei einigen Mitarbeitern «Angst und Unsicherheit», jedoch habe seine Organisation bisher keine Angriffe erlebt.

Die Journallistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) berichtete unterdessen auch von Angriffen auf mehrere Journalisten und Fotografen auf Lesbos. «In Teilen Griechenlands herrscht offenbar ein rechtsfreier Raum», kritisierte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr.

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(SDA)

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