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China verurteilt Kanadier zum Tod – ein Vergeltungsakt?

Beobachter sehen einen Zusammenhang zum Fall der Huawei-Finanzchefin. Kanadas Premier Trudeau spricht von «Willkür».

Kanadas Premierminister Justin Trudeau nimmt vor den Medien Stellung. (Archivbild) Bild: Adrian Wyld/The Canadian Press/AP/Keystone
Kanadas Premierminister Justin Trudeau nimmt vor den Medien Stellung. (Archivbild) Bild: Adrian Wyld/The Canadian Press/AP/Keystone

Ein chinesisches Gericht hat einen Kanadier wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt. Das Gericht in Dalian hob am Montag das ursprüngliche Urteil auf, wonach der 36-jährige Robert Lloyd Schellenberg eine 15-jährige Haftstrafe verbüssen sollte.

«Das Gericht weist die Erklärungen und die Verteidigung der angeklagten Person in Gänze zurück, weil sie vollkommen im Widerspruch zu den Fakten stehen», sagte der Vorsitzende Richter.

Eine höhere Instanz hatte das erste Urteil als zu milde beanstandet und ein höheres Strafmass gefordert. Das Urteil am Montag erging nach einer eintägigen Verhandlung, an der mehrere Prozessbeobachter teilnahmen.

«In Schmuggelring geraten»

Schellenberg wurde Berichten zufolge im Jahr 2014 in der Provinz Liaoning festgenommen. Ihm wurden Drogenschmuggel im grösseren Stil und eine mögliche Verstrickung ins internationale organisierte Verbrechen vorgeworfen. Im November erging das Urteil auf 15 Jahre Haft und umgerechnet gut 20'000 Franken Bussgeld.

Schellenberg kam nach seiner Aussage über einen Freund mit einem zwielichtigen Mann in Kontakt. Dieser sei ihm als Übersetzer vorgestellt worden, tatsächlich sei er aber durch ihn in einen internationalen Drogenschmuggelring hineingeraten.

Vergeltungsaktion für Huawei-Finanzchefin

Die Beziehungen zwischen Kanada und China sind derzeit angespannt. Peking ist verärgert über die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada Anfang Dezember. Inzwischen wurde Meng gegen Zahlung einer Kaution unter strengen Auflagen freigelassen. Das Verfahren zu ihrer Auslieferung an die USA läuft. Washington wirft der Unternehmerin Verstösse gegen die Iran-Sanktionen vor und fordert ihre Auslieferung.

Die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou wurde im Dezember in Kanada festgenommen. (Archivbild) Bild: Reuters
Die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou wurde im Dezember in Kanada festgenommen. (Archivbild) Bild: Reuters

Seit Mengs Verfahren wurden in China mehrere kanadische Staatsbürger festgenommen – ein ehemaliger Diplomat und ein in China lebender Nordkorea-Experte sind weiterhin in Haft. Die beiden Männer stehen Peking zufolge im Verdacht, die «nationale Sicherheit» zu gefährden – in China eine Umschreibung für einen Spionageverdacht.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau zeigte sich «extrem» besorgt darüber, dass China «willkürlich» die Todesstrafe gegen Schellenberg verhängt habe.

Nach Einschätzung von Beobachtern war die Festnahme der beiden Kanadier eine Vergeltungsaktion der chinesischen Behörden für die Festsetzung der chinesischen Topmanagerin Meng.

(SDA)

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