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Türkischer Angriff auf syrische Truppen soll kurz bevorstehen

Der türkische Präsident Erdogan will den Vormarsch syrischer Einheiten rund um Idlib mit militärischer Gewalt stoppen und diese vertreiben.

Die Türkei verhandelt seit Wochen erfolglos mit Russland über ein Ende der Offensive syrischer Truppen in der Region Idlib. Foto: Keystone
Die Türkei verhandelt seit Wochen erfolglos mit Russland über ein Ende der Offensive syrischer Truppen in der Region Idlib. Foto: Keystone

Die Türkei will in den kommenden Tagen syrische Truppen in der Rebellenprovinz Idlib angreifen. Die Soldaten des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad würden aus der Nachbarschaft der türkischen Beobachtungsposten in der Region vertrieben, kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch in einer Rede vor Abgeordneten seiner AK-Partei an. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte setzten syrische Einheiten ungeachtet der türkischen Warnungen ihren Vormarsch fort und eroberten mehrere Ortschaften im Süden der Provinz.

Erdogan erklärte, er hoffe, dass die Frage der Nutzung des Luftraums über der Provinz im Nordwesten Syriens rasch geklärt werde. Die Lufthoheit in dem Gebiet hat die russische Luftwaffe. Sie unterstützt die syrischen Regierungstruppen. Der Sender CNN Turk berichtete, Erdogan habe vor Reportern die mangelnde Unterstützung Russlands beklagt und darauf verwiesen, dass die USA die Lieferung von Patriot-Luftabwehrraketen verweigerten. Erdogan wolle deswegen mit US-Präsident Donald Trump sprechen.

Treffen zwischen Putin und Erdogan am 5. März

Der türkische Präsident warf Russland vor, die humanitäre Krise in der Region nicht sehen zu wollen. Nach seinen Worten ist ein für kommende Woche geplanter türkisch-russischer Gipfel zur Beilegung des Konflikts unter Vermittlung von Deutschland und Frankreich unsicher. Er werde aber wahrscheinlich den russischen Präsidenten Wladimir Putin am 5. März in Istanbul treffen.

Die Türkei verhandelt seit Wochen erfolglos mit Russland über ein Ende der Offensive syrischer Truppen gegen die letzte Rebellenhochburg in dem Land. In Moskau erklärte der stellvertretende Aussenminister Michail Bogdanow am Mittwoch, er rechne damit, dass die Gespräche mit der Türkei positive Ergebnisse hervorbringen würden. 2017 hatten Russland, die Türkei und der Iran im russischen Sotschi eine Deeskalationszone vereinbart. Die Türkei gruppierte ihre Beobachtungsposten um diese Zone. Mittlerweile liegen mehrere Posten hinter der Frontlinie auf dem von syrischen Soldaten eroberten Gebiet.

Während Russland Assad unterstützt, hat sich die Türkei mit bestimmten Rebellengruppen verbündet und starke militärische Einheiten in das Nachbarland verlegt. Wegen der Kämpfe sind nach UNO-Angaben knapp eine Million Menschen auf der Flucht. Erdogan hat wiederholt bekräftigt, dass sein Land über die bereits 3,6 Millionen in der Türkei lebenden Syrer hinaus keine weiteren Menschen mehr aufnehmen könne.

REUTERS/step

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