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Zehn Verletzte bei mutmasslichen Sprengstoffanschlägen in Bogotá

Bei zwei mutmasslichen Sprengstoffanschlägen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind mindestens zehn Menschen verletzt worden. Die Explosionen ereigneten sich am Donnerstag im Abstand von nur wenigen Minuten im Finanzdistrikt sowie in einem Industriegebiet.

Feuerwehrleute und Polizisten am Tatort in Kolumbiens Hauptstadt Bogota.
Feuerwehrleute und Polizisten am Tatort in Kolumbiens Hauptstadt Bogota.
Keystone

Die Feuerwehr meldete über Twitter zunächst eine Explosion gegen 15.45 Uhr Ortszeit inmitten des Finanzdistrikts von Bogotá. Wenige Minuten später wurde eine weitere Explosion aus einem Industriegebiet gemeldet. Den Explosionen seien Warnungen vorausgegangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Laut einer vorläufigen Bilanz wurden zehn Menschen verletzt. "Niemand hat schwere Verletzungen erlitten", teilten die Stadtverwaltung und die Polizei mit. Es handle sich um Knochensplitterungen und Knalltraumata. Geringe Schlagkraft Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas sagte, ersten Ermittlungen zufolge seien die Explosionen durch Sprengsätze "von geringer Schlagkraft" verursacht worden. Sie seien nach vorheriger Warnung gezündet worden. "Das sind terroristische Taten, ohne jeden Zweifel", sagte der Minister. Diese Taten dürften aber der Bevölkerung "nicht das Gefühl der Abwesenheit der Staatsmacht" vermitteln. Auch dank der Beteiligung der Geheimdienste seien die Ermittlungen zu den Explosionen schon weit gediehen. Er rechne "in sehr kurzer Zeit" mit Ergebnissen. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Verantwortlichen führen, setzte der Verteidigungsminister eine Belohnung aus. Anschläge schon im März Staatschef Juan Manuel Santos, der am Donnerstag zum Gipfel der Pazifik-Allianz in Peru gereist war, brach den Besuch wegen der Anschläge ab, wie Innenminister Juan Fernando Cristo via Twitter mitteilte. Am Explosionsort im Finanzdistrikt waren zerbrochene Fensterscheiben zu sehen. "Es gab einen riesigen Knall", schilderte Argemiro Sánchez, ein 52-jähriger Strassenverkäufer, die Explosion. Die Menschen seien aus den umliegenden Büros nach draussen gelaufen. Bogotás Polizeichef Humberto Guatibonza rief zur Ruhe auf: Es sei "nichts Schlimmes" passiert, sagte er. Im Februar und März waren an verschiedenen Orten der Hauptstadt mindestens sechs Sprengkörper von niedriger Intensität explodiert. Rund 20 Menschen wurden dabei verletzt. Diese Vorfälle wurden einer Bande angelastet, die für die Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) aktiv gewesen sein soll. Die ELN führt derzeit mit der kolumbianischen Regierung Vorgespräche für Friedensverhandlungen. Friedensverhandlungen und Gewaltausbrüche In Kolumbien bekämpfen sich seit fünf Jahrzehnten Guerillas, paramilitärische Gruppen und die Armee. Dabei wurden nach offiziellen Angaben rund 220'000 Menschen getötet und mehr als sechs Millionen weitere in die Flucht getrieben. Die kolumbianische Regierung führt seit November 2012 Friedensgespräche mit den FARC-Rebellen. In wichtigen Streitfragen steht eine Einigung allerdings noch aus. Die Guerilla hatte im Dezember eine einseitige Waffenruhe ausgerufen, tötete im April jedoch bei einem Hinterhalt elf Soldaten. Santos ordnete daraufhin eine Wiederaufnahme der Luftangriffe auf die Rebellen an. Diese weiteten ihrerseits ihre Angriffe auf Sicherheitskräfte und die Infrastruktur des Landes aus.

SDA

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