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Selbstverständlich souverän

Der Audi RS4 Avant ist die Krönung der grossartigen A4-Reihe. Mit Biturbo-Sechszylinder ist er sparsamer, aber auch ­leistungsstärker und schneller als das Vorgängermodell.

Der neue RS4 Avant sei halt einfach zu perfekt, schnödet der Kollege rechts von mir. Absolut, pflichtet ihm der Kollege links eifrig bei, genau das sei eben das Problem von modernen Audi, sie seien eben zu perfekt. Alles klar; am Abend beim Pressedinner hat den beiden Herren der fantastische Rioja dann wohl auch zu gut geschmeckt.

Zu behaupten, der neue Audi RS4 Avant sei leider zu perfekt, ist Quatsch. Der Kunde dieses Modells will keine Nahtoderfahrung, wenn er nach Valbella ins Ferienhäuschen fährt. Er will keine vor Adrenalin tränenden Augen, wenn er im nördlichen Nachbarland auf der Autobahn mal etwas schneller fährt. Der RS4-Kunde will einen perfekt abgestimmten, auf der Strasse klebenden, wohl balancierten und äusserst einfach zu fahrenden Power-Kombi. Wer den Angstschweiss vor jeder Kurve auf der Stirn fühlen will, kauft einen zwanzigjährigen Zwölfzylinder aus Italien.

Die neueste Generation des sportlichen Kombis erfüllt diese Kundenwünsche wie noch keines der drei Vorgängermodelle. Die Kombination aus fein abgestimmtem Fahrwerk, ausgeklügelter Allradtechnik und modernen Assistenzsystemen liefert genau das Rundumsorglospaket, das der RS4-Kunde will. Wir jagen damit wie vom Hafer gestochen um Kurven aller Art, und nie lässt sich der Kombi auch nur ansatzweise aus der Ruhe bringen. Untersteuern muss böswillig erzwungen werden, ansonsten schiebt der Audi nie über die Vorderräder. Übersteuern lässt der neue RS4 übrigens tatsächlich zu, wenn man ihn denn bittet – die leichten Schwenker mit dem Heck am Scheitelpunkt mit ausgeschalteter Stabilitätskontrolle sind aber niemals heikel und ein weiterer Beweis für das ausgewogene Gesamtpaket. Mit eingeschalteter Fahrdynamikkontrolle zieht der potente Kombi um die Radien wie auf Schienen.

Abgesehen davon, dass der neue RS4 Avant freilich auf dem neuen A4 basiert und somit alle Neuheiten dieser Modellreihe, wie etwa das famose virtuelle Cockpit, übernimmt, bietet die neue Generation des Power-Kombis noch einige Neuerungen. Unter der Haube arbeitet nicht mehr der von uns verehrte Hochdrehzahl-V8 von einst, sondern der 2,9-Liter-V6-Biturbo mit 450 PS und 600 Newtonmetern, den wir bereits im neuen RS5 kennen gelernt haben. Damit schliesst sich der Kreis: Auch der erste RS4 von 1999 hatte einen V6-Biturbomotor.

Freilich, die Charakteristik des Turbomotors ist ganz anders als die des hochdrehenden V8-Saugers. Doch wir haben den Sechszylinder schon nach wenigen Kurven ins Herz geschlossen. Der Antritt ist brachial. Der Durchzug ist enorm. Die Elastizität ist erstaunlich. Wer null auf hundert von Hand stoppen will, braucht flinke Finger: 4,1 Sekunden benötigt der schicke Kombi dafür gemäss Werk. Von 80 auf 120 reicht ein Gasstoss. So wird jede Fahrsituation in überlegener Manier gemeistert. Auch oder gerade das erwarten die RS-Kunden von ihrem Auto.

Wir könnten jetzt noch eine lange Auflistung von verbauten Assistenzsystemen und anderen Ausstattungsdetails anhängen. Oder zum wiederholten Mal das herrliche Audi-Interieur loben. Das alles bringt der neue RS4 Avant aber so selbstverständlich mit sich, wie er souverän um die Kurven zieht. Als genauso selbstverständlich wird die Kundschaft seinen Preis ab 103‘000 Franken hinnehmen – nun denn.

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