Bassersdorf

Bassersdorfer Fasnacht soll nicht nur Saufparty sein

In den traditionellen Narrenhochburgen steht am kommenden Wochenende die grosse «Herrenfasnacht» an. So auch in Bassersdorf, wo es in diesem Jahr ein paar vielversprechende Neuerungen im Programm gibt.

Der neuste Fasnachtswagen der Bassersdofer zeigt ein Mini-Riesenrad, hier bei der Première in Lenggenwil (SG) am letzten Wochenende.

Der neuste Fasnachtswagen der Bassersdofer zeigt ein Mini-Riesenrad, hier bei der Première in Lenggenwil (SG) am letzten Wochenende. Bild: Rolf Zemp/zvg

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Noch hängt der grosse Narrenschlüssel in einem Glaskasten im Bassersdorfer Gemeindehaus. Morgen, am Schmutzigen Donnerstag um 20.21 Uhr werden ihn die Narren übernehmen. Dann wird im Zelt des Fasnachtskomitees auf dem Zentrumsplatz die Bassersdorfer Fasnacht eröffnet.

Brach die närrische Zeit auf dem Land früher üblicherweise erst eine Woche später an («Bauernfasnacht»; auch Alte Fasnacht), orientieren sich die Bassersdorfer seit 1972 am früheren Fasnachtstermin, der auch in den katholischen Hochburgen Schwyz, Luzern und St. Gallen den närrischen Takt angibt. Es ist dies der Termin der sogenannten «Herrenfasnacht», die eben vor der «Bauernfasnacht» stattfindet.

Der neueste Fasnachtswagen, das Mini-Riesenrad. Quelle: Youtube, FaKoBa

Dass die Bassersdorfer in Sachen Narrengeist und Festfreude nicht hinterher hinken, wie es die sprichwörtliche Alte Fasnacht eben tut, zeigt auch ihr Wille und Mut zum Wandel. Aktuelle Beispiele finden sich im diesjährigen Programm. Gleich drei Neuerungen gibt es. Schon im Vorfeld viel Beachtung gefunden, hat dabei ein zweiter Umzug, der nur für Maskengruppen am Montagabend mit Feuerelementen stattfinden soll.

Fasnachtskultur stärken statt nur Party machen

«Für Maskengruppen ist es schwierig sich abseits der normalen Umzüge zu präsentieren», sagt Roman Meier von der einheimischen Maskengruppe Phoenix. Deshalb sei man auf die Idee gekommen, dies am Fasnachtsmontag in Bassersdorf zu versuchen. Das Interesse ist gross. So sprang der Funke sogleich über auf den Obernarren Rolf Zemp vom lokalen Fasnachtskomitee und die Kollegen der anderen Bassersdorfer Maskengruppe, den Bazzilsmannli von Urs Wegmann.

Im Nu meldeten sich so viele Gruppen aus der halben Schweiz und Süddeutschland, dass der erste Bassersdorfer Nachtumzug am nächsten Montag ab 21 Uhr stolze 21 Nummern umfasst. Der neue Programmpunkt der Basi-Fasnacht ist ganz im Sinne des Obernarren. «Wir wollen der Fasnacht damit auch etwas mehr kulturellen Charakter geben, und auch künftig nicht nur eine grosse Saufparty zelebrieren», erklärt Zemp. So sieht es auch Urs Wegmann. Dazu passt, dass er mit seiner Maskengruppe heuer zudem ein weiteres Novum präsentiert – den «Bazzils Kulturschopf».

In der Holzscheune neben dem Restaurant Frieden soll nämlich allen «Nostalgiefasnächtlern und Heimwehbassersdorfern» ein neuer Fasnachts-Treffpunkt geboten werden, wie es Wegmann nennt. Einen Ort zu finden, wo es etwas gemütlicher ist und nicht die ganz lauten Töne vorherrschen, sei in der Vergangenheit nicht ganz einfach gewesen. Darum wollen die Bazzilsmannli am Samstagabend im neuen Kulturschopf mit einem eigenen Programm den Fasnachtsbesuchern eine Alternative bieten, «während rundherum der närrische Taifun tobt». Drinnen werden mehrere Live-Formationen Musik machen und Singen wie es in einer Ankündigung heisst.

Neu sein wird auch das Ziel des diesjährigen Bubenmarsches am Freitag, wenn die Bassersdofer Narren in die Nachbarschaft ausziehen. Dieser Marsch wird sie, erstmals seit Wiederaufnahme des alten Brauchs vor 12 Jahren, nicht in einen Bezirkshauptort führen, sondern nach Kyburg, wo die Bassersdorfer Fasnacht in alten Schriften um 1420 erstmals erwähnt wurde.

Erstellt: 21.02.2017, 20:00 Uhr

Das Mini-Riesenrad

Vor einem Jahr verblüffte das Fasnachtskomitee Bassersdorf das Publikum mit der «kleinsten Achterbahn der Welt». Montiert auf einem Fasnachtswagen, der internationale Berühmtheit erlangt hat.

«Jetzt bauen wir unseren Lunapark aus», sagt Rolf Zemp, Obernarr des Fasnachtskomitees. Die Idee des Mini-Riesenrads sei allerdings geklaut, «wir sahen im Internet ein ähnliches Konstrukt aus den USA».

Während der letzten zwei Wochen waren jeden Abend vier bis sechs Personen im Einsatz, um das Mini-Riesenrad zu bauen. In rund 800 Arbeitsstunden wurden 600 Kilogramm Stahl verarbeitet.

Zu sehen ist das Mini-Riesenrad am Bassersdorfer Umzug am Sonntag, den 26. Februar.

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