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Interview mit Ignazio Cassis«Das primäre Ziel muss nicht sein, keine Corona-Infizierten zu haben»

Aussenminister und Arzt Ignazio Cassis (FDP) beobachtet die Corona-Pandemie mit Sorge, erkennt aber Fortschritte bei der Behandlung der Kranken. Mitten in der Krise lanciert er die Kandidatur für den UNO-Sicherheitsrat.

«Wir wollen zur Sicherheit und zum Frieden in der Welt beitragen», sagt Ignazio Cassis. Das will er für zwei Jahre im UNO-Sicherheitsrat tun.
«Wir wollen zur Sicherheit und zum Frieden in der Welt beitragen», sagt Ignazio Cassis. Das will er für zwei Jahre im UNO-Sicherheitsrat tun.
Foto: Nicole Philipp

Herr Bundesrat, Sie sind der erste Arzt im Bundesrat seit hundert Jahren. Wie beurteilen Sie die aktuelle Corona-Situation im Land?

Sie ist besorgniserregend, und zwar auf der ganzen Welt. Wir haben keine Alternative, als die Pandemie zu bekämpfen. Doch all unsere Massnahmen gegen das Virus haben unglaubliche wirtschaftliche und soziale Konsequenzen.

Die Schweiz steht schlechter da als die meisten Länder Europas. Wie konnte es so weit kommen?

Um die Situation zu bewerten, muss man die richtigen Indikatoren betrachten. Und die Zahl der Infizierten ist nicht die einzige relevante. Viel aussagekräftiger sind die belegten Intensivpflegebetten und die Zahl der Toten. Bei diesen Indikatoren steht die Schweiz aktuell nicht so schlecht da. Damit das so bleibt, sind die vom Bundesrat am Mittwoch beschlossenen Massnahmen besonders wichtig. Bei etwa 80 bis 85 Prozent der Infizierten ist der klinische Verlauf ganz oder fast symptomfrei. Das Ziel muss deshalb nicht primär sein, keine Infizierten zu haben.

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