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Ein Lenkrad für den Beifahrer

Kanute Fabio Wyss will sich als Beifahrer ans Steuer setzen, und wird im Schwimmbad deklassiert. Beim Paddeln entlang des Palmenstrands ist er dann aber in seinem Element.

Solche Trainingsbedingungen wünscht man sich...

Nach fast 24 Stunden Reisezeit traf ich am 2. Dezember um 7 Uhr früh am Flughafen von Sydney ein. Verwandte eines Freundes holten mich dort ab und fuhren mich zu ihrem Haus am Meer, wo ich die erste Woche verbrachte. Beim Einsteigen in ihr Auto passierte mir das klassische Malheur, wenn man erstmals in Australien ist. Will heissen, ich ging als Beifahrer zuerst auf die Fahrerseite, bis ich realisierte, dass da ein Lenkrad befestigt ist. Dies sollte im Verlauf der ersten Woche noch ein paar Mal vorkommen.

Frühmorgens zum Nationalen Leistungszentrum

Die ersten Tage wollte ich ursprünglich als Akklimatisationszeit benutzen. Bevor es in der zweiten Woche zum Nationalen Leistungszentrum Australiens geht. Deswegen startete ich bei Freunden im Süden von Sydney. Die sportverrückte Familie, bestehend aus einem Ehepaar und drei Jungs zwischen 14 und 18 Jahren, liess mich aber mehr Sport treiben als geplant. Der Tag begann schon um 5 Uhr, da die ganze Familie eine halbe Stunde später ein Schwimmtraining absolviert. Von diesem sportlichen Aktionismus liess ich mich mitreissen und musste feststellen, dass die Familie gar normaler ist als gedacht. Der Parkplatz beim Swimmingpool war schon um diese Uhrzeit voll, und dies, obwohl es im Umkreis von 10 km noch drei weitere Bäder gibt. Dementsprechend wenig Platz hatte es im Pool. Ich durfte mit einer lokalen Schwimmgruppe mittrainieren, und der Coach teilte mich erst mal in die Bahn mit den Erwachsenen und schnellen Junioren ein. Nach den ersten 100 m gab er mir einen diskreten Wink, in die Bahn der Juniorinnen zu wechseln. Dort war ich dann etwas besser aufgehoben und konnte zumindest im Freestyle mithalten. Die Butterfly- und Rücken-Lagen waren dann aber wortwörtlich mein Untergang.

Fabio Wyss hat genügend Zeit, um sich zu erholen. Eine lockere Trainingseinheit im Kajak am späteren Vormittag fühlt sich richtig angenehm an.

Trotz der fast zweistündigen Leidenszeit jeden Morgen war es ein guter Start in den Tag. Ich hatte danach genügend Zeit, um mich zu erholen. Wenn ich am späteren Vormittag eine lockere Einheit im Kajak absolvierte, fühlte es sich richtig angenehm an. Immer genügend Sauerstoff, eine schöne Aussicht auf Palmenstrände und keine Minderjährige, die mich alt aussehen liessen. Alles Gründe, die für meinen geliebten Kajaksport sprechen.

Die Nachmittage verbrachte ich jeweils am Strand mit Paddeln auf dem Meer und Sightseeing in der Stadt. So ging diese erste Woche mit vielen Eindrücken und Erlebnissen vorbei. Am Sonntag zog ich dann ins 50 km entfernte Narrabeen im Norden von Sydney um. Dort werde ich die meiste Zeit meines viermonatigen Aufenthaltes verbringen. Die Familie hier beherbergt gerne Sportler, ist selber aber nicht sonderlich aktiv. Ideal, um mich zu erholen von der ersten Woche und den bevorstehenden harten Kajaktrainings mit absoluten Weltklasseathleten. ()

Erstellt: 10.12.2015, 10:51 Uhr

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Der 26-jährige Kanute Fabio Wyss (KC Rapperswil-Jona) berichtet jeden zweiten Donnerstag aus Australien über seine Vorbereitungen auf die Olympiasaison.

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