DownUnder

Unterstützung von der Sanität

Nicht nur im Wasser sondern auch im Taxi ist der Kanute Fabio Wyss in Australien eine Art Botschafter für die Schweiz.

Vor kurzem nahm ich ein Taxi zum Flughafen. Der ausländische Taxifahrer war äusserst sympathisch, und sofort kamen wir ins Gespräch. Es ging nicht lange, und wir landeten beim Sport. Er war wie ich ein Tennisfan. Da das Australian Open noch präsent war, sprachen wir viel darüber.

Auf die Frage nach meinem Lieblingsspieler antwortete ich mit Roger Federer und erwähnte dabei, dass ich Schweizer bin. Ich fragte ihn nach seiner Herkunft, da er mit starkem Akzent sprach und eher südeuropäisch aussah. Er antwortete mit einem Schmunzeln, dass er aus dem Land der besten Tennisspieler komme. Obwohl ich wusste, dass er damit Serbien meinte, spielte ich naiv und sagte: «Was für ein Zufall, ein Schweizer Taxifahrer in Sydney.» Er fand dies nicht wirklich witzig, und wir wechselten danach das Thema – zum Fussball. Dort gab es weniger Reibungsfläche, und wir konnten uns am Ende der Fahrt in Harmonie verabschieden.

Über Sport zu sprechen, ist unterhaltsam und deutlich einfacher, als selber gute Leistungen abzurufen. Genau das war letztes Wochenende wieder von mir gefragt. Bei den australisch-ozeanischen Meisterschaften vertrat ich nämlich die Schweiz. Obwohl mein Heimatland nicht wirklich zu Australien-Ozeanien gehört, durfte ich an diesem Event teilnehmen. Einige andere Nationen nutzten diese Rennen ebenfalls als Test, und so waren auch Kanadier und einige Asiaten am Start.

Der Wettkampf fand in Adelaide auf einer sehr schönen Anlage mitten im Wohngebiet statt. Bereits in den Trainings vor den Rennen spürte ich, dass ich gut unterwegs bin, und hoffte in den Final der besten 9 vorzustossen. Bei den rund 50 startenden Herren keine leichte Aufgabe. Denn für die australischen Kanuten war dies der erste Selektionswettkampf für das Olympiateam. Mit einem souveränen Halbfinalsieg erreichte ich mein gestecktes Ziel und brachte mich zudem in eine favorisierte Ausgangslage für den Final über 1000 m. Mit einem nicht ganz optimalen Rennen reichte es trotzdem für den ansprechenden 4. Rang. Der Platz knapp hinter dem Podest ist selten zufriedenstellend. Dass ich damit aber meine ursprüngliche Zielsetzung weit übertraf, tröstete mich über die verpasste Me­daille hinweg. Dies kann ich dann hoffentlich in drei Wochen an den australischen Meisterschaften nachholen!

In Adelaide war ich ausnahmsweise mal nicht der einzige Schweizer. Meine Eltern waren auf Besuch und bildeten die Schweizer Fangemeinschaft. Ausgerüstet mit roten Schweizer-Kreuz-T-Shirts fielen sie ­besonders auf. Mit dem weissen Kreuz auf rotem Grund kennzeichnet sich in Australien nämlich auch der Sanitätsdienst. Dies führte zu lustigen Verwechslungen auf den Zuschauerplätzen. ()

Erstellt: 18.02.2016, 10:27 Uhr

DownUnder

Der 26-jährige Kanute Fabio Wyss (KC Rapperswil-Jona) berichtet jeden zweiten Donnerstag aus Australien über seine Vorbereitungen auf die Olympiasaison.

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