Kyburg

Solide Kreativität

Warum es sich lohnt, in der Linde Kyburg zu reservieren.

Blick ins «Tänn», einen ehemaligen Stall, in der Linde Kyburg.

Blick ins «Tänn», einen ehemaligen Stall, in der Linde Kyburg. Bild: pd

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An einem Samstagabend sollte man nicht ausgehungert im Restaurant zur Linde Kyburg erscheinen. Die schlichte Beiz und das elegantere Tänn sind voll besetzt, und der Service bemüht sich redlich, die Tische bedient zu halten. Es gibt viele Gründe, in der Linde zu reservieren: von den Degustationsmenüs mit begleitenden Weinen über den Monatshit und die saisonalen Spezialitäten aus aller Welt bis zu den Feiertagsspecials. Zurzeit lautet das Thema «Essen wie im Tessiner Grotto». Hier kocht ­jemand, nämlich Andy Ball und sein Küchenteam, mit Begeisterung und hübschen Ideen. Die durchwegs köstlich angerichteten Kreationen dürfen die Gäste dann probieren.

Die Speisekarte ist überwältigend, so wählen wir den Abendlunch mit Fleisch (fünf Gänge, 75.50 Fr.) und das vegetarische Menü (fünf Gänge, Fr. 62.50). Die Spaghetti Willy, die als Hausspezialität zum Auftakt gereicht werden, fallen auf nüchternen Magen ziemlich scharf aus. Die Peperoncini überdecken den Schinken und die Steinpilze (aus der Konserve). Ein besonders subjektives Geschmackserlebnis ist auch immer das Salatdressing, das beim Spargelsalat in der Kombination mit Frühlingszwiebeln schnell sauerscharf wirkt. Ein Spargelsalat Tösstaler Art besteht übrigens aus grünem Spargel auf Blattsalaten, mit Schinken und Sternenberger Käse.

Eine feine Sache, die man gerne einmal nachmacht, ist das Limettensorbet mit San Bitter als Zwischengang. Das Lamm-­Entrecôte kommt auf den Punkt gebraten auf den Tisch. Innen noch schön rosig, mit einer rustikalen Knoblauch-Senf/Kruste, die das Lamm jedoch geschmacklich übertönt. Zum Highlight küren wir das Tofu-Kartoffel-Curry an reicher Kokosmilch mit frischem Maracujamark. Die Desserts, frühe Sommerboten, drehen sich rund um das Thema Erdbeere; als leichter Salat mit Vallemaggia-Pfeffer oder Cannelloni auf englischer Creme.

Auffallend ist in der Linde Kyburg das grosse Bemühen um geschmackliche und optische Kreativität. Aromen werden intensiv gesetzt, die Portionen entsprechen dem, was man im guten Sinne auf dem Land erwartet. Der Service ist präsent, vor allem, nachdem die meisten Tische abgearbeitet worden sind. Nach Kaffee wird nicht gefragt, da wird schon der Sonntag vorbereitet. Noch immer möchte das Lokal, welches unter Willy Rüegg bereits seit 34 Jahren besteht, seine Gäste überraschen. Und das an 365 Tagen im Jahr! Solch ein Einsatz verdient Anerkennung. Verdankenswert ist aber auch, dass die Preise für Herrn und Frau Schweizer auf dem Boden geblieben sind. Vor allem die Mehrgangmenüs laden dazu ein, seine(n) Liebste(n) einmal zu verwöhnen, ohne dass für den Rest des Monats Schmalhans ­angesagt ist. Gabriele Spiller

Restaurant zur Linde Dorfstrasse 6, Kyburg. Telefon 052 235 02 35. www.lindekyburg.ch. (Landbote)

Erstellt: 13.04.2015, 11:00 Uhr

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