Gesundheit

Reflektieren und direkt umsetzen

Mit Psychotherapie assoziieren viele die klassische Therapie-Si­tua­tion: Der Pati­ent liegt auf der Couch, der Psychiater stellt Fragen. Heute kommen aber vielfältige Verfahren zum Zug.

Kein Sofa, kein Monolog: Die heutigen Therapiemethoden sind vielfältiger geworden. (Symbolbild)

Kein Sofa, kein Monolog: Die heutigen Therapiemethoden sind vielfältiger geworden. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Grundlegend bei allen ist eine Beziehung zu einem Therapeuten, der sich nicht wie eine Person aus dem Umfeld verhält, sondern seine Fragen und Interventionen durchdacht und kon­trol­liert anbringt. ­Dieses Setting schafft für die Patienten die Voraussetzung, ihr Verhalten und Empfinden zu reflektieren sowie Veränderungen auszuprobieren, die zu einer Verbesserung des seelischen und körperlichen Leidens führen. Gerade bei depressiven Erkrankungen ist es erwiesen, dass Psychotherapie ge­gen­über einer rein medikamentösen Behandlung erfolgreicher ist. Meist wird beides kombiniert.

Doch Psychotherapie muss nicht immer rein verbal verlaufen. Gerade zum Beispiel bei Angsterkrankungen, die häufig mit Depressionen einhergehen, ist es oft wirksam, dass Therapeut und Klient gemeinsam ­Orte und Si­tua­tio­nen aufsuchen, bei denen die Probleme auftreten. Man spricht von Expo­sitionstraining. Verbreitet sind auch Verfahren, die körperliche Methoden – zum Beispiel Entspannungs- und Atemübungen – einschliessen. Wie bei allen Menschen, die sich in eine Therapie begeben, muss diese auch bei älteren Leuten dem körperlichen und geistigen Gesundheitszustand, der aktuellen Lebens­si­tua­tion und der persönlichen Belastbarkeit ange­passt werden.

Psychotherapie findet meist ambulant statt. Das stationäre oder teilstationäre Setting erlaubt jedoch, neue Verhaltensweisen direkt in einem geschützten Rahmen auszuprobieren und mit einer Vertrauensperson unmittelbar danach ­darüber zu sprechen. Durch das vorübergehende Zusammen­leben mit anderen Patienten und dem Team kommen zudem zwischenmenschliche Prozesse in Gang. Ungünstige Verhaltensweisen werden sichtbar und können behutsam angesprochen werden. Aber auch Stärken kommen zum Tragen und können gefördert werden. Ein wichtiger Faktor für eine Bes­se­rung ist, dass die Chemie zwischen Therapeuten und ­Patienten stimmt. Unabdingbar ist zudem die Motivation der Patienten, Veränderungen anzustreben, was stets mit einem aufwühlenden und schmerz­lichen Prozess einhergeht. (Der Landbote)

Erstellt: 07.10.2015, 14:02 Uhr

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