Horgen

Tief atmen und das Pferd spüren

«Horse and Yoga» heisst das innovative Programm von Diana Morini, das einen engeren Kontakt zwischen Ross und Reiter aufbauen soll.

Gut für die Reiterin (Nadja Spring) und ihre Beziehung zum Pferd. Instruktorin Diana Morini integriert Yogapositionen in den Reitunterricht.

Gut für die Reiterin (Nadja Spring) und ihre Beziehung zum Pferd. Instruktorin Diana Morini integriert Yogapositionen in den Reitunterricht. Bild: David Baer

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Der Kaltblüter Tinker spielt eine wichtige Rolle bei «Horse and ­Yoga». Würde der vierjährige «Irish Tinker» (dies ist die Rassenbezeichnung) nicht so ruhig und gelassen stehen bleiben, würde die Yogaschülerin Nadja Spring gleich umfallen. Sie steht neben dem Pferd, legt einen Arm auf den Rücken des Tieres und hält den anderen Arm hoch. Dann neigt sie sich hinab und berührt mit dem freien Arm das Bein des Pferdes. Nun steht sie in der Yogaposition Dreieck. Die Krönung wäre, wenn das Pferd auch noch den Kopf zurück­drehen und sie anschauen würde. Dann wäre die Verbindung zwischen den beiden perfekt.

Die Idee kam in Indien

Diana Morini, die Yoga- und Reitlehrerin, hat die Figuren und ihre Abfolge selbst entwickelt. «Die Idee kam mir in Indien – auf der Matte», erzählt sie. Dort hat sie eine 200-stündige Ausbildung zur Yogainstruktorin absolviert. Sie sei schon als Kind häufig geritten und besitzt inzwischen zwei Pferde. «Ich suchte einen Ausgleich zum täglichen Reiten», sagt sie, «denn beim Reiten braucht man einige Muskeln extrem und andere gar nicht.»

Am Yoga mit Pferden arbeitet sie seit vier Jahren. Inzwischen ist es ein internationaler Trend, wie die Internetrecherche zeigt. «Yoga ist nicht nur Turnen, auch Atmen und Meditation», erklärt Diana Morini. So beginnt eine Unterrichtsstunde mit Aufwärmübungen, die Schülerin geht locker mit dem Pferd spazieren. Es folgen Achtsamkeitsübungen am Platz: Nadja soll sich vorstellen, loszulaufen, und das Pferd soll mitkommen, ohne dass sie ein Kommando gibt. Die junge Frau konzentriert sich auf ihre Körperspannung und Körpersprache.

«Du musst alles nehmen, wie es kommt», kommentiert die Lehrerin, «es ist egal, ob das Pferd mitkommt oder nicht.» Als Nächstes heisst es Einatmen auf fünf und Ausatmen bis sieben. Sie läuft mit dem Pferd und hält sich dabei die Hand auf den Bauch, um die Atmung zu kontrollieren. «Es geht darum, verschiedene Räume wahrzunehmen», erklärt Morini. «Man soll wahrnehmen, was das Pferd an Distanz zum Reiter braucht.»

Die Schülerin praktiziert «Horse and Yoga» seit einem dreiviertel Jahr und ist zufrieden. Es sei ein energetisches Arbeiten mit dem Pferd. Für feste Yogastunden in der Fitness hatte sie keine Zeit, doch schon in der ersten Lektion des Yoga mit Pferd habe sie gemerkt, wie Libero, ihr eigenes Ross, entspannt. Die Verbindung zu ihm sei jetzt viel besser und auch ihr eigenes Körpergefühl werde geschult. Als positiver Nebeneffekt könne sie auch im Alltag besser loslassen und kon­trolliere sich selbst nicht mehr so stark. «Ich schaue ruhig, was auf mich zukommt», sagt sie.

Diana Morini unterrichtet sowohl Reiten als auch Yoga und beides in Kombination. Tinker steckt noch in seiner Ausbildung zum Therapiepferd. Eine individuelle Unterrichtsstunde kostet 110 Franken, mit dem eigenen Pferd 80 Franken. Im Frühjahr (29. April bis 1. Mai) wird es erstmals ein «Horse and Yoga»-Wochen­ende in Scuol geben; Mensch und Pferd im körperlich-seelischen Einklang. (Landbote)

Erstellt: 27.01.2016, 15:35 Uhr

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