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1007 Feuer an einem TagBrände im brasilianischen Amazonas-Gebiet nehmen zu

Trotz eines Abbrenn-Verbots machten Satelliten allein am letzten Donnerstag 1007 Feuer in Amazonien ausfindig. Dies ist Greenpeace Brasil zufolge ein neuer 15-Jahres-Rekord an Feuern für einen Tag im Juli.

Ein Beamter des brasilianischen Instituts für Umwelt und Erneuerbare Energien (IBAMA) versucht ein Feuer im Amazonas-Gebiet unter Kontrolle zu bringen.
Ein Beamter des brasilianischen Instituts für Umwelt und Erneuerbare Energien (IBAMA) versucht ein Feuer im Amazonas-Gebiet unter Kontrolle zu bringen.
Foto: Bruno Kelly/Reuters

Im brasilianischen Amazonas-Gebiet nimmt die Zahl der Feuer trotz eines Abbrenn-Verbots weiter stark zu. In den neun brasilianischen Bundesstaaten mit Anteilen am Amazonas-Becken stieg die Zahl der Brände im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 20 Prozent.

Dies zeigen Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung Inpe vom Samstag (Ortszeit). Demnach wurden im Juli diesen Jahres 6804 Feuer registriert, 5318 waren es im Juli 2019 gewesen. Damit werden Befürchtungen verstärkt, dass das Jahr 2020 für den Regenwald in Brasilien noch schlimmer werden könnte als das Vorjahr, in dem der Wald schon grossflächig in Flammen stand.

Ruf nach mehr Kontrollen

Allein am Donnerstag machten die Satelliten 1007 Feuer in Amazonien ausfindig. Es ist Greenpeace Brasil zufolge der Negativ-Rekord an Feuern für einen Juli-Tag in 15 Jahren. «Das Dekret, das die Brände auf dem Papier verbietet, funktioniert nicht, wenn es im Feld nicht auch mehr Überwachung gibt» sagte Greenpeace-Aktivist Rômulo Batista. Mitte Juli hatten Umweltminister Ricardo Salles und Präsident Jair Bolsonaro das Abbrennen von Flächen im Amazonas-Gebiet und im Pantanal, dem grössten Sumpfgebiet der Welt, für 120 Tage verboten.

Der rechte Bolsonaro ist ein Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung Amazoniens. Seine Regierung plant, die Streitkräfte des Landes bis 2022 im Kampf gegen Abholzung und Brände im Amazonas-Gebiet einzusetzen. Umweltschützern zufolge können die Streitkräfte die illegale Zerstörung des Waldes aber nur kurzfristig eindämmen und nicht die Arbeit der von Bolsonaro geschwächten Umweltbehörden ersetzen.

SDA