Bassersdorf

Brüchige Rohre halten Gemeinde auf Trab

Auf der Hauptdurchgangsachse in Bassersdorf bersten wiederholt Wasserleitungen. Zuletzt sprudelten vor zehn Tagen am frühen Morgen rund 100 000 Liter Wasser aus der Klotenerstrasse. Die Gemeinde hat das Risiko erkannt und will die Leitungen vorzeitig ersetzen. Aber das darf sie nicht sofort.

Ein schwarzer Fleck markiert den Ort des letzten Rohrbruchs. Früher als geplant, soll hier auch der Rest der alten Leitungen ersetzt werden.

Ein schwarzer Fleck markiert den Ort des letzten Rohrbruchs. Früher als geplant, soll hier auch der Rest der alten Leitungen ersetzt werden. Bild: Christian Wüthrich

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Dreimal in gut zwei Jahren musste der örtliche Tiefbauchef notfallmässig ausrücken: Entlang der Hauptverkehrsachse quer durch Bassersdorf ist es in letzter Zeit mehrfach zu Überflutungen gekommen.

Schuld sind nicht etwa plötzliche Wolkenbrüche oder der Hochwasser führende Dorfbach, sondern brüchige Wasserleitungen. Dass es zuletzt eine Häufung von Wasserrohrbrüchen gab unter der wichtigsten Strasse im Dorf, haben auch die Verantwortlichen der Gemeinde festgestellt.

«Eigentlich gingen wir nicht davon aus, die Leitung sobald austauschen zu müssen.»Christian Pfaller,
Gemeinderat

Besondere Auffälligkeiten hinter den Vorfällen können aber weder Bauabteilungsleiter Patrik Baumgartner, noch Gemeinderat Christian Pfaller (SVP) erkennen. Letzterer gab vor zehn Tagen, gleich nach dem letzten Rohrbruch, zu verstehen, dass man eigentlich noch nicht davon ausgegangen sei, die betroffene Leitung so bald austauschen zu müssen. Michael Nauer, Bereichsleiter Tiefbau und Unterhalt der Gemeinde sagt: «Im jüngsten Fall war die Leitung stärker korrodiert als erwartet.»

Möglicherweise spielt in diesem Fall mit, dass Bauten an der Klotenerstrasse noch über diese Graugussleitung geerdet seien. Auf dem defekten Stück seien «Kriechspuren» dieser Erdungsströme zu sehen gewesen, was möglicherweise die Korrosion begünstigt habe. Unterlageklötze aus Holz, ein inzwischen bekanntes Übel, seien hier aber keine vergefunden worden.

Keine überalterte Leitung

Nauer bestätigt, dass die verlegten Rohre in der Klotenerstrasse auf Höhe der Avia-Tankstelle erst gut 50-jährig seien. Bei einer Lebensdauer von 60 bis 70 Jahren sei das eigentlich noch zu jung für einen geplanten Ersatz.

Anders tönte es beim Rohrbruch im Februar 2017. Damals deformierte das austretende Wasser den darüber liegenden Fahrbahnbelag an der Baltenswilerstrasse auf der anderen Seite des Kreisels bei der Abzweigung nach Dietlikon und Wallisellen. Diese Leitung habe man «auf dem Radar», hiess es damals.

Sie stammt aus dem Jahr 1957 und liegt auch schon zehn Jahre länger im Boden. Zudem plant der Kanton als Eigentümer der Hauptstrassen ohnehin nächstens eine komplette Sanierung und Umgestaltung der Baltenswilerstrasse zwischen Zentrumskreisel und Einmündung Ufmattenstrasse.

Das kommt wiederum der Gemeinde gelegen. «Wir sind stets in Kontakt mit dem Kanton und koordinieren wenn immer möglich die Arbeiten entlang der Hauptstrassen miteinander», sagt Abteilungsleiter Baumgartner. So muss die Strasse des Kantons nicht häufiger als wirklich notwendig aufgerissen werden, wenn die Wasserleitungen der Gemeinde ersetzt oder geflickt werden.

200 000 Franken pro Fall

Der Kanton selber veranlasste im Frühling 2016 aber eine Totalsperrung für ein Wochenende. Damals hatte ebenfalls auf der Klotenerstrasse an der Ecke bei der Raiffeisenbank ein anderer Rohrbruch die Strasse so stark unterspült, dass die Fahrbahn sofort notfallmässig repariert werden musste. Fast an derselben Stelle gabs bereits im Dezember 2011 einen Rohrbruch.

«Die Gemeinde hat eine Haftpflichtversicherung für solche Schäden»

Das ergibt pro Fall jedes Mal rund 200 000 Franken Schaden. «Die Gemeinde hat eine Haftpflichtversicherung für solche Schäden an der Kantonsstrasse», erklärt Baumgartner. Doch gelte es nun das Risiko weiterer Rohrbrüche zu minimieren.

Deshalb hat man in Bassersdorf reagiert und plant nächstes Jahr nicht nur in der Baltenswilerstrasse, sondern auch in der Klotenerstrasse die alten Graugussleitungen durch neue, aussen zusätzlich beschichtete Rohre zu ersetzen. Hier ist ein Zuwarten nicht mehr angezeigt, wissen die Verantwortlichen.

Denn der Kanton würde erst in frühestens zehn Jahren die Klotenerstrasse sanieren. Dass der kommunale Unterhaltsdienst die Rohre nicht sofort austauschen kann, hat mit der starken Verkehrsbelastung (rund 20 000 Fahrzeuge/Tag) auf jener Achse zu tun. Da erlaubt der Kanton aus Rücksicht auf den Verkehrsfluss einen baulichen Eingriff erst in den Sommerferien 2019. Bis dahin hoffen alle Beteiligten auf eine rohrbruchfreie Zeit.

Die verschiedenen Rohrbrüche in Bassersdorf.

Erstellt: 19.07.2018, 18:11 Uhr

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