Embrach

Entstanden aus den Trümmern der Träume

Als Lucas Fischer seinen Rücktritt als Kunstturner im Fernsehen bekannt gab, litten die Zuschauer mit ihm. Nahe dabei war die Fernsehjournalistin Katrin Sutter aus Embrach. Jetzt haben die beiden ein Buch herausgegeben.

Katrin Sutter ist überzeugt, dass sie ein Verlag gefunden hätte, der ihr Buch «Tigerherz» herausgegeben hätte. Docg für dessen Veröffentlichung entschied sie, selber einen solchen zu gründen.

Katrin Sutter ist überzeugt, dass sie ein Verlag gefunden hätte, der ihr Buch «Tigerherz» herausgegeben hätte. Docg für dessen Veröffentlichung entschied sie, selber einen solchen zu gründen. Bild: Bernadette Dettling

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Lucas Fischer war Kunstturner mit Leib und Seele, verbrachte seine Kindheit in Turnhallen und träumte von Olympia. Mit 20 Jahren erkrankte er an Epilepsie – und turnte weiter. Was ihn antrieb, was ihn blockierte und warum er schliesslich seinen geliebten Sport aufgab, erzählt die Embracherin Katrin Sutter auf bewegende Weise in ihrem Buch «Tigerherz». Es kann ab sofort in allen Buchhandlungen gekauft oder bestellt werden.

Im Geheimen geschrieben

Sutter hat Lucas Fischers Schicksal nah miterlebt. Als Fernsehjournalistin war sie dabei, als er sich über Medaillen freute und sah, wie verzweifelt er war, als er krank wurde. «In einem Interview war er kräftig und voller Energie und im nächsten dünn wie ein Strich», sagt sie. Die Journalistin und der Sportler schlossen Freundschaft. Nachdem Fischer seine Profikarriere beendet hatte, entwickelten sie gemeinsam die Idee, ein Buch darüber zu schreiben – im Geheimen.

«In einem Interview war er kräftig und voller Energie und im nächsten dünn wie ein Strich.»

Katrin Sutter

«Ich habe lange nichts von dem Projekt erzählt, weil ich selbst nicht fassen konnte, was da passiert ist», erklärt Lucas Fischer. Erst vor kurzem habe er das Geheimnis seinen nächsten Angehörigen verraten. Die Reaktionen seien zunächst gemischt gewesen. «Weil ich im Buch viel Privates preisgebe.»

«Wir haben auch geweint, während das Buch entstand», sagt Katrin Sutter. Und Lucas Fischer erzählt: «Ich wäre mein Leben nie nochmals so durchgegangen, ohne Katrin und das Buch. Das war ein toller Prozess. Ich konnte mit allem Frieden schliessen.»

Mutmacher, der ans Herz geht

Die Schicksalsgeschichte des Profisportlers Lucas Fischer beeindruckt ohne psychologischen Schnick-Schnack. Sie ist «keine Opfergeschichte», wie Fischer selbst sagt, sondern ein Mutmacher, der richtig ans Herz geht. Katrin Sutter bringt es auf den Punkt: «Lucas zeigt uns, wie aus den Trümmern der Träume etwas Neues entstehen kann.»

Erstellt: 12.04.2017, 15:40 Uhr

ARISVERLAG

Der Autorin Katrin Sutter liegt ihr Buch «Tigerherz» so am Herzen, dass sie es keinem fremden Verlag anvertrauen wollte. Also gründete sie in Embrach einen eigenen: den Arisverlag. «Ich bin ziemlich sicher, dass ich einen interessierten Verlag gefunden hätte. Aber ich wollte «Tigerherz» selbst herausgeben», so Sutter. Da sie bereits ein Unternehmen besitze, das «publizistische Erzeugnisse» im Filmbereich erstelle, sei ihr die Gründung eines Buchverlages nahe gelegen. «Und Lesen war schon immer meine Leidenschaft.»
Bereits im Herbst erscheinen die nächsten vier Bücher im Arisverlag, weitere werden folgen. Geplant seien Erfahrungsberichte und Geschichten, die auf Tatsachen beruhen. Eine Krimiautorin berichte beispielsweise darüber, wie man zur Krimiautorin werde und eine Journalistin arbeite an einem Buch über Väter. «Der Arisverlag ist kein Verlag, der von oben herab schaut. Mir ist wichtig, dass die Bücher leicht zu lesen sind und ein breites Publikum ansprechen», sagt Sutter. Das dürfte der Autorin mit dem Erstling «Tigerherz» gelungen sein. Dieses Buch ist ab heute in jedem Buchladen erhältlich. Auf der Website des Arisverlages www.arisverlag.ch ist es zum Vorzugspreis inklusive Versandkosten bestellbar. Eine Lesung in Emgrach wird am 25. April stattfinden.

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