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Matura während der Corona-KriseBürgerliche fordern Maturitätsprüfungen

Die Kantone können nun selber entscheiden, ob sie die diesjährigen Prüfungen durchführen. Die Zürcher Bildungsdirektion war bisher dagegen. Jetzt machen die Parteien Druck.

«Prüfung, bitte Ruhe» – dieses Warnschild könnte an den Zürcher Kantonsschulen dieses Jahr nicht zu sehen sein.
«Prüfung, bitte Ruhe» – dieses Warnschild könnte an den Zürcher Kantonsschulen dieses Jahr nicht zu sehen sein.
Symbolfoto: Keystone

Der Bundesrat stellt den Kantonen frei, ob sie schriftliche Maturitätsprüfungen durchführen wollen. Dies hielt Bildungsminister Guy Parmelin (SVP) am Mittwoch an einer Pressekonferenz fest. Der Entscheid des Bundesrats erhöht den Druck auf die Zürcher Bildungsdirektion. Diese hatte schon früher entschieden, nach Möglichkeit von Maturitätsprüfungen abzusehen. Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) verwies dabei darauf, dass die Erfahrungsnoten, die stattdessen zählen sollen, genug Aussagekraft haben.

Anders sehen dies die bürgerlichen Parteien im Kanton. Nach dem Entscheid des Bundesrats reagierten FDP und SVP umgehend mit einer gemeinsamen Mitteilung: «Der Regierungsrat des Kantons Zürich ist jetzt aufgefordert, den Entscheid der Bildungsdirektion zu überdenken und Maturitätsprüfungen im ganzen Kanton durchzuführen», schreiben sie.

Mit den Maturitätsprüfungen würden Maturandinnen und Maturanden ihre Bildung nachweisen, die sie sich während Jahren angeeignet hätten. Die Prüfungen seien zudem eine Chance für Schüler mit ungenügenden Erfahrungsnoten. «Es ist schleierhaft, wie man den Ansprüchen dieser jungen Erwachsenen in einer anderen Weise gerecht werden möchte, ohne das Niveau der Matura zu senken.»

Kritik auch am Bundesrat

Ähnlich äussern sich die Grünliberalen. «Jugendliche haben ein Recht auf Maturaprüfungen», schreiben sie in einer Medienmitteilung. Zumindest jene Schülerinnen und Schüler, die ihre Noten verbessern wollten, sollten diese Chance erhalten, findet die Partei. «Die eidgenössische Maturitätsprüfung ist ein zentrales Element unseres föderalen Bildungssystems. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass es der Bundesrat den Kantonen freistellen will, ob sie diese Prüfungen durchführen oder nicht.»

Die Bildungsdirektion nahm am Mittwoch noch keine Stellung zu den Forderungen der Parteien. Wie die Entscheide des Bundesrats zu den Schulen im Kanton Zürich umgesetzt werden, wird sie am Donnerstag bekannt geben.