Zum Hauptinhalt springen

Gegen die zweite Corona-WelleBundesrat plant neue Einschränkungen nicht vor nächster Woche

Bund und Kantone wollen rasch zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergreifen. Dennoch lassen sie sich Zeit für Diskussionen über eine nationale Maskenpflicht für Innenräume und eine Homeoffice-Empfehlung.

Sie demonstrierten Einheit im Kampf gegen Corona: Gesundheitsminister Alain Berset, Lukas Engelberger als Vertreter der kantonalen Gesundheitsdirektoren und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (v.l.).
Sie demonstrierten Einheit im Kampf gegen Corona: Gesundheitsminister Alain Berset, Lukas Engelberger als Vertreter der kantonalen Gesundheitsdirektoren und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (v.l.).
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Bund und Kantone wollen um jeden Preis verhindern, dass der Bundesrat wie im Frühling wieder zum Notrecht greifen muss. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gesundheitsminister Alain Berset zeigten sich am Donnerstag nach einem Treffen mit den Kantonen entschlossen, rasch zusätzliche Massnahmen zu ergreifen, um den dramatischen Anstieg der Neuinfektionen zu stoppen. «Wir sind uns der Situation bewusst, es muss sehr schnell gehen», sagte Sommaruga.

Naheliegend ist, dass sich Bundesrat und Kantone auf eine einheitliche nationale Maskenpflicht für Innenbereiche einigen. Dies bestätigte Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK). Zudem könnte wieder eine schweizweite Homeoffice-Empfehlung herausgegeben werden. (Lesen Sie hier unseren Kommentar: Handeln – jetzt!)

Zuerst wird noch einmal konsultiert

«Sehr schnell» bedeutet in der Schweiz allerdings nicht so schnell wie in den umliegenden Ländern. Vielmehr nehmen sich die Verantwortlichen Zeit für die föderalistischen Abläufe. Am Freitag findet zunächst eine Videokonferenz des GDK-Vorstandes statt, an der Alain Berset teilnimmt. Zu Massnahmen wie einer Maskenpflicht für Innenräume wird dann übers Wochenende eine Konsultation bei allen Kantonen durchgeführt. Gestützt auf die Rückmeldungen aus den Kantonen wird der Bundesrat die bestehenden Verordnungen anpassen, womit wohl frühestens am Dienstag entsprechende Regelungen erlassen werden.

Die Kantone ihrerseits wollen bei den bestehenden Massnahmen ebenfalls «nachschärfen», wie GDK-Präsident Lukas Engelberger sagte. Dies dürfte ebenfalls die Maskenpflicht betreffen, etwa dort, wo sie noch nicht für Läden gilt, sowie Einschränkungen für öffentliche und private Veranstaltungen. Engelberger machte klar, dass eine Begrenzung der Teilnehmerzahl von privaten und öffentlichen Anlässen weiterhin durch die Kantone erfolgen müsse. Private Anlässe würden den Kantonen grosse Sorgen bereiten, weil dort oft die Abstände nicht eingehalten würden. Möglicherweise würden hier auch strengere Vorschriften erlassen. Grosse Partys und Tanzabende seien zurzeit ohnehin «keine gute Idee».

An Grossanlässen will der Bund nicht rütteln

Bei den seit Anfang Oktober wieder zugelassenen Grossveranstaltungen sind vorerst noch keine neuen Einschränkungen vorgesehen. Laut Berset funktionieren hier die Schutzkonzepte, welche Abstände und Maskenpflicht vorsehen. Zudem müssten solche Veranstaltungen jeweils eine Bewilligung vom Kanton oder von der Gemeinde erhalten.

Sommaruga, Berset und Engelberger appellierten an der Medienkonferenz jedoch in erster Linie an die Bevölkerung, sich nun konsequent an die Schutzmassnahmen zu halten, sich die Hände regelmässig zu waschen, Abstand zu halten und, wo dies nicht möglich ist, Masken zu tragen. «Es ist wieder kurz vor zwölf», sagte Simonetta Sommaruga. Wie schon im März müsse ein Ruck durch die Bevölkerung gehen. Je rascher der Trend gebrochen werde, desto weniger einschneidend seien die Einschränkungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft.

110 Kommentare
    h.a. reber

    Das Bundesratsvideo des Bundesrates gegen die zweite Welle ist derart schwach - wirkungslos und nichts sagend, mehr als ein alter Zopf. Waschen wir uns wenigstens wieder einmal die Hände. Weitaus hilfreicher ist hier das Jodeln von Melanie Oesch. Die kann es wenigstens und versteht ihr Metier bestens.