Zum Hauptinhalt springen

Canepas Beziehungen

Ein Gespräch am Morgentisch. So könnte es sein, wenn sie oder er vielleicht anders denken.

MeinungFredy Wettstein
Ancillo und Heliane Canepa: Noch die gleiche Meinung zu Trainer Ludovic Magnin (rechts)?
Ancillo und Heliane Canepa: Noch die gleiche Meinung zu Trainer Ludovic Magnin (rechts)?
Keystone

Beziehungen sind nie einfach, und im Fussball besonders, sie haben meistens eine gewisse Laufzeit und werden einseitig gekündigt, einer wird davongejagt. Goran Djuricin, der neue Trainer bei GC, ist zwar nur ein Kurzarbeiter, ein Nothelfer für vorläufig drei Monate, aber vielleicht macht es dies, wenn es so bleibt, für seine Frau einfacher. Sie blieb in Wien, arbeitet für das Rote Kreuz, sie liebt ihren Job und möchte ihn nicht aufgeben, weil ihr Mann wieder mal anderswohin gezogen ist, wie schon oft. Die Djuricins sind seit 28 Jahren verheiratet.

Die Canepas, Ancillo und Heliane, sind es noch länger, bald 47 Jahre. Sie war Stagiaire, er KV-Lehrling, als sie sich in einer Textilmaschinenfabrik in Rüti kennen lernten, und sie haben eine gemeinsame Liebe, die sie eng verbindet, den FC Zürich, der ihnen gehört. Sie verlieben sich manchmal auch gemeinsam in Spieler, von denen sie dann schwärmen, auch zu Trainern haben und hatten sie immer wieder eine besondere Beziehung, eine besonders enge zum jetzigen, Ludovic Magnin. Der FCZ sei ihr Baby, sagen sie, Magnin, stand irgendwo geschrieben, sei ihr Adoptivsohn, er gehört zur Familie.

Sie verteidigen ihn wie ihr eigenes Kind, auch in schwierigen Zeiten, aber Beziehungen sind manchmal auf eine harte Probe gestellt, und es könnte ja sein, dass der eine oder die eine nicht mehr so denkt wie das Gegenüber, denn die Lage ist ernst. Und vielleicht entsteht ja dann am Morgentisch ein solches Gespräch:

Sie (oder er): «Du, wir müssen handeln, dringend!»

Er (oder sie): «Was meinst du damit?»

Sie (oder er): «Es geht doch mit ihm nicht mehr weiter.»

Er (oder sie): «Was redest du da? Warum jetzt?»

Sie (oder er): «Ich verstehe nicht, weshalb du so an ihm festhältst und er eine Vertragsverlängerung bekommen hat.»

Er (oder sie): «Du hast doch auch immer gesagt, er sei der Beste, den wir je hatten.»

Sie (oder er): «Ja, er war es, ist es aber nicht mehr.»

Er (oder sie): «Er bleibt!»

Sie (oder er): «Er muss gehen!»

Dann blieb es ruhig im Hause der Canepas in Wädenswil hoch über dem Zürichsee, nur ihr Schäferhund Kookie wedelt. So könnte es sein, in Beziehungen, wenn man über eine Beziehung, die innig war, nicht mehr einig ist. Das könnte Beziehungen belasten. Und kompliziert werden.

----------

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Apple Podcasts oder direkt hier:

Hier finden Sie alle Folgen an einem Ort.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch