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Vollendung der NeatCeneri-Basistunnel gehört ab heute Nacht den SBB

20 Minuten schneller im Süden: Bis zur Öffnung für die regulären Passagierzüge nimmt die Bahn noch Tests vor und übt auch mögliche Störungen.

Das Viadukt vor dem Basistunnel bei Camorino.
Das Viadukt vor dem Basistunnel bei Camorino.
Foto: Stefano Schröter

In der Nacht auf Dienstag geht der Ceneri-Basistunnel von der Erbauerin Alp Transit Gotthard AG (ATG) an die Beitreiberin SBB über. In mehr als 2000 Testfahrten haben die ATG rund 40'000 Zugkilometer absolviert. Am kommenden Freitag wird der Tunnel als letztes Element der Neat offiziell eingeweiht.

«Üben, üben, üben»: So lautet das Programm der SBB bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember, wie Daniel Salzmann am Montag vor den Medien erklärte.

Im Fokus stehe während des Probebetriebs einerseits das Durchspielen von Störungen. Andererseits gehe es in den kommenden drei Monaten darum, gleichzeitig schnelle Fernverkehrs- und langsame Güterzüge durch den Ceneri-Basistunnel fahren zu lassen, erklärte der Leiter der Projektorganisation Nord-Süd Achse Gotthard der SBB weiter.

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In einem ersten Schritt würden die SBB ab dem 14. September den nächtlichen Güterverkehr probieren. Tagsüber würden in dieser Zeit bereits Personenzüge durch den Tunnel verkehren. Diese müssten jedoch entweder in Bellinzona oder Lugano zehn Minuten warten, um den aktuellen Fahrplan nicht durcheinander zu bringen.

Danach folge die nächste Phase des Probebetriebs. In dieser würden in rund 4000 bis 5000 Fahrten «verschiedenste Züge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten fahren», erklärte Salzmann. «Diese Phase ist ein wichtiger Beitrag für eine funktionierende S-Bahn im Tessin.»

Im Oktober müssten die SBB dann weitere «grosse Tests» absolvieren, um die Bewilligung für die Inbetriebnahme zu erhalten, erklärte der CEO der ATG Dieter Schwank.

Bis zu 275 Kilometer pro Stunde

Der kommerzielle Betrieb des Tunnels startet mit dem neuen Fahrplan am 13. Dezember. Insgesamt kostet der Unterhalt des Ceneri-Basistunnels mehr als zehn Millionen Franken pro Jahr, wie Daniel Salzmann festhielt.

Den Testbetrieb im Ceneri-Basistunnel startete die ATG bereits im vergangenen März. Nach einer Coronavirus-bedingten Unterbrechung von vier Wochen hätten die Testfahrten am 20. April fortgesetzt werden können, sagte Schwank. Dies sei den Tessiner Behörden zu verdanken, die trotz Coronavirus-Pandemie eine Weiterführung des Testbetriebs ermöglicht hätten.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Ceneri-Basistunnel kurz und bündig im Video.
Video: merlovideo

Um die Geschwindigkeit proben zu können, seien Züge der Deutschen Bahn eingesetzt worden, erklärte Schwank weiter. Diese passierten den neuen Tunnel mit bis zu 275 Kilometern pro Stunde. Im Juni habe die ATG zudem das Sicherheitssystem einschliesslich Evakuierung getestet. Vor der Übergabe des Tunnels an die Betreiberin SBB wurde dieser noch vollständig geputzt, wie Bilder an der Medienkonferenz zeigten.

Treffen der Verkehrsminister

Während am 4. September der Tunnel offiziell eröffnet wird, treffen sich am Tag zuvor auf Einladung von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga Delegationen aus den Verkehrsministerien der Nachbarländer in Locarno. Gesprächsthemen seien der alpenquerende Schienengüterverkehr, internationale Personenzüge sowie eine umweltfreundliche Verkehrspolitik, erklärte Gregor Saladin, Co-Projektleiter der Feierlichkeiten.

Am 4. September findet die Feier zur Fertigstellung der Neat und der Einweihung des Ceneri-Basistunnels in Camorino bei Bellinzona statt. Die Eröffnungsansprachen werden Bundespräsidentin Sommaruga, Aussenminister Ignazio Cassis und der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi halten. Während der Zeremonie wird der erste Güterzug durch den Ceneri-Basistunnel fahren.

SDA/oli

28 Kommentare
    Hugo N.

    "Vollendung der Neat"? Wohl kaum... Der Lötschberg-Basistunnel gehört auch zum NEAT-Netz und ist noch lange nicht fertig. Der Tunnel muss möglichst rasch auf Doppelspur ausgebaut werden um die Sünden von Otto Stich (SP) zu bereinigen, anschliessend muss dort noch der geplante Westast Richtung Sion erstellt werden.

    Erst dann ist die NEAT fertig!

    Dass danach immer noch die Zufahrten in Deutschland und Italien fehlen ist ein Versagen dieser Regierungen und der EU, also nicht unsere Baustelle...