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OnlinerieseChina startet Kartell-Untersuchung gegen Alibaba

Der chinesische Onlineriese steht im Verdacht monopolistischer Praktiken. Der Kurs von Alibaba ist eingebrochen.

Anfang November hat der Finanzarm der Alibaba Group überraschend den Börsengang abgesagt. (Archivbild)
Anfang November hat der Finanzarm der Alibaba Group überraschend den Börsengang abgesagt. (Archivbild)
Reuters/Aly Song

Die chinesischen Behörden haben gegen den Onlineriesen Alibaba eine Untersuchung wegen möglicher Verstösse gegen das Wettbewerbsrecht eingeleitet. Der chinesische Konzern stehe im Verdacht «monopolistischer Praktiken», teilte die Behörde für Marktregulierung am Donnerstag mit. Die Behörde will laut chinesischen Staatsmedien zudem im Rahmen ihrer Aufsichtsaufgaben mit Ant, dem Finanzarm von Alibaba, Gespräche führen.

Der Kurs des Konzerns brach nach der Mitteilung der Aufsichtsbehörde zum Handelsbeginn in Hongkong um mehr als drei Prozent ein.

Börsengang abgesagt

Anfang November hatte Ant überraschend seinen Börsengang abgesagt. Hintergrund war offenbar Druck durch die chinesischen Aufsichtsbehörden. Mit einem Volumen von umgerechnet fast 30 Milliarden Euro sollte der Ant-Börsengang in Shanghai und in Hongkong der grösste aller Zeiten werden.

Zu Ant gehört Alipay, der führende Online-Bezahldienst in China. Gegen Alipay war vor Absage des Börsengangs Kritik aus dem staatlich kontrollierten Bankensektor laut geworden. Alibaba-Gründer Jack Ma war von den Behörden einbestellt worden.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen monatlich mehr als 700 Millionen Menschen in China Alipay. Jährlich werden demnach umgerechnet mehr als 14,4 Billionen Euro über den Dienst transferiert. Alipay vergibt aber auch Kredite an Haushalte und kleinere Unternehmen, bietet Vermögensverwaltung und Versicherungen an – und erstreckt sich damit in den staatlich kontrollierten Finanzsektor.

AFP/chk

10 Kommentare
    Sacha Meier

    Das Problem verstehe ich nicht. Oligopole und Monopole sind doch der ganz grosse Renner in der modernen, neofeudalistischen Wirtschaftswelt. Der KMU ist längst out, weil bekanntlich Wettbewerb das Geschäft begräbt. Sieht man etwa beim westlichen FAMANG-Oligopol, wie beim chinesischen Pendent und auch in der Schweiz mit dem Oligopol der beiden orangen Grossverteiler, dem Fernmeldeoligopol, sowie den gefühlt 1001 Kartellen. In China ist sogar die Politik monopolisiert. Da kann es sich beim Alibaba-Konzern kaum um eine Frage des Wettbewerbs handeln. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich Jack Maa noch weiter mit der KPCh überworfen hat und partout nicht anerkennen will, wer ihn wirklich gross gemacht hat. Geld kommt nun einmal vor Politik. Darum wäre Herr Maa sicher gut beraten, sich bei Xi Jin-Ping persönlich für seine Kritik am chinesischen Regierungssystem zu entschuldigen und ihm seine absolute Ergebenheit und Loyalität zuzusichern. Auch im dynastischen China konnten die Kaufleute nur dann gute Geschäfte machen, wenn sie sich gut mit dem Kaiser stellten.