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Coronavirus in der Schweiz+++ Genfer Autosalon will kein Darlehen vom Kanton +++ Unterschiedliche Konzepte für Gottesdienste

Die Absage des Salons hat der Stiftung GIMS einen Verlust von 11 Millionen Franken eingebrockt. Trotzdem verzichtet sie auf Hilfe der Behörden. News aus der Schweiz im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Montag dem 11. Mai fährt der Schweizer ÖV wieder weitgehend nach normalem Fahrplan.
    Auch Schulen und viele Geschäfte haben erstmals seit knapp zwei Monaten geöffnet.
  • Coiffeurgeschäfte, Kosmetikstudios, Gartencenter und Baumärkte öffneten bereits am 27. April.
  • Eine dritte Lockerung ist am 8. Juni vorgesehen.

Wann und wie stark die «Lockdown»-Massnahmen wirken, zeigt der Vergleich des Schweizer Covid-19-Ausbruchs mit anderen Ländern.

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Genfer Autosalon verzichtet auf Darlehen vom Kanton

Die GIMS-Stiftung, wegen der Absage des diesjährigen Genfer Autosalons in der Corona-Pandemie finanziell geschwächt, will keine staatliche Finanzhilfe. Sie verzichtet auf ein von der Genfer Kantonsregierung in Aussicht gestelltes Darlehen .

Die Absage der Geneva International Motor Show (GIMS) hat der Stiftung einen Verlust von rund 11 Millionen Franken eingebrockt. Die Genfer Regierung hatte deshalb Anfang Mai vorgeschlagen, den Organisatoren des Autosalons ein Darlehen von 16,8 Millionen Franken zu gewähren. Ein entsprechender Gesetzesentwurf werde vorgelegt.

Für die Dauer des Darlehens solle die Stiftung ihren 7-Prozent-Anteil am Messekomplex Palexpo im Wert von ebenfalls 16,8 Millionen Franken als Pfand beim Kanton hinterlegen. Diese Bedingung will die Stiftung aber nicht akzeptieren, wie sie am Dienstag mitteilte. Dies würde ihren Statuten widersprechen.

Zum Genfer Autosalon waren im vergangenen Jahr 600'000 Besucher gekommen. Die wirtschaftliche Bedeutung für den Kanton Genf wird auf rund 200 Millionen Franken geschätzt.

Auch der traditionelle Autosalon von Genf wurde zum Opfer des Virus.
Auch der traditionelle Autosalon von Genf wurde zum Opfer des Virus.
(KEYSTONE/Salvatore di Nolfi/28. Februar 2020)
Unterschiedliche Konzepte für Gottesdienste

Die Landeskirchen haben ihre Schutzkonzepte im Hinblick auf die Wiederaufnahme der Gottesdienste am 28. Mai angepasst. Die Konzepte der katholischen und evangelischen Kirche unterscheiden sich vor allem beim Gesang und der Aufnahme der Kontaktdaten.

«Aufgrund der hohen Virenverbreitungsgefahr beim Singen muss vorerst auf das Singen verzichtet werden», heisst es in den Empfehlungen der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) an ihre Mitgliedkirchen und Kirchgemeinden. «Der Gemeindegesang wird reduziert», steht dazu in den am Dienstag veröffentlichten geänderten Bestimmungen des Rahmen-Schutzkonzeptes der Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

Martin Rüsch, reformierter Pfarrer des Grossmünsters in Zürich, hat für die Gottesdienste eine spezielle Lösung gefunden, wie er am Montagabend in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens SRF erklärte. Es gebe Vorsänger, die die Lieder singen. Die Gemeinde soll die Lieder nicht mitsingen, sondern lediglich mitsummen. So sei es trotzdem möglich, am Gemeindegesang teilzunehmen.

Kontakte aufnehmen – Kapazität begrenzen

Auch bei der Registrierung der Kirchgänger zeigen sich Unterschiede. Die Kontaktdaten der Teilnehmenden seien am Eingang zwingend aufzunehmen und 14 Tage lang aufzubewahren, so der eindeutige Passus im Konzept der EKS.

Keine explizite Bestimmung zu diesem Thema findet sich im Schutzkonzept der katholischen Kirche. Die SBK weist aber in der Einleitung zum Konzept darauf hin, dass eine Pflicht zur Nachverfolgung der Infektionskette nur dann gelte, wenn nicht genügend gewährleistet sei, dass die Distanzregeln eingehalten werden könnten.

Der Zugang zu den katholischen Gotteshäusern ist auf maximal ein Drittel der normalen Besucherkapazität begrenzt, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Zudem bleiben die Weihwasserbecken bis auf weiteres leer. Es werden auch keine Kollektenkörbchen durch die Sitzreihen gereicht.

Begräbnisse, Trauungen und Taufen

Ganz allgemein wieder erlaubt sind gemäss Beschluss des Bundesrates kirchliche Begräbnisfeiern. Bei den Katholiken sollen sie so einfach wie möglich gehalten werden. Die räumlichen Verhältnisse der jeweiligen Örtlichkeit sind laut SBK-Schutzkonzept massgebend für die Gesamtzahl der Teilnehmenden. Den Trauerfamilien wird vorgängig die Maximalzahl mitgeteilt.

Lässt sich die Einhaltung der Distanzregeln nicht gewährleisten, so hat die dafür verantwortliche Person nach vorgängiger Information der Trauergemeinschaft eine Präsenzliste der Teilnehmenden zu führen.

Die EKS empfiehlt, sogenannte Kasualien wie Trauungen oder Taufen nach Möglichkeit grundsätzlich zu verschieben. Hier kämen meist grössere Menschengruppen zusammen, die sich gut kennen und nach dem Gottesdienst zu einem Fest treffen. Dies erschwere die Einhaltung von Hygienemassnahmen und Distanzierung.

«Würdigendes Signal des Bundesrates»

Vieles wird aber in den beiden Landeskirchen auch gleich oder ähnlich gehandhabt: So sollen in den Kirchen pro sitzende Person vier Quadratmeter zur Verfügung stehen. Der notwendige Zwei-Meter-Abstand muss mit geeigneten Massnahmen wie der Sperrung jeder zweiten Sitzreihe, versetztem Sitzen in den Bänken oder der Entfernung von Stühlen gewährleisten werden. Bänke und Türfallen werden nach dem Gottesdienst gereinigt. Genutzt werden dürfen nur Räume, die gut durchlüftet werden können.

Dass die Gottesdienste nun früher als geplant wieder durchgeführt werden können, wertet die EKS als «würdigendes Signal des Bundesrates» gegenüber den Kirchen und Religionsgemeinschaften.

SwissCovid App kann während Pilotphase von allen genutzt werden

Während der Pilotphase der Schweizer Corona-Tracing App können auch Personen die App auf Androidgeräten herunterladen, die nicht an dem Pilotprojekt teilnehmen. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

«Das war uns bewusst», hiess es. Und es beeinträchtige die Ziele der Pilotphase nicht. Die Pilot-Version der SwissCovid App für Android wird laut BAG den Pilot-Teilnehmenden über den Google Play Store zum Download bereitgestellt.

Das sei die Voraussetzung, um die Anonymität der Teilnehmenden sicherzustellen. Das bringe es mit sich, dass auch andere Interessierte diese App herunterladen und auf ihren Mobiltelefonen installieren könnten.

Die SwissCovid App des Bundes auf einem Smartphone.
Die SwissCovid App des Bundes auf einem Smartphone.
Foto: Laurent Gillieron/Keystone

Die Schweiz ist das erste Land weltweit, in dem die Gesundheitsbehörde eine Lösung präsentierte, welche die Schnittstelle von Google und Apple für das Proximity-Tracing nutzt. Mit der App ist keine Überwachung der Nutzer möglich. Die Pilotphase der App ist am Montag gestartet.

Lesen Sie auch dazu: Erster Eindruck der Schweizer Corona-App

Baselland hebt Notlage auf

Im Kanton Basel-Landschaft wird die wegen des Coronavirus angeordnete Notlage per 31. Mai aufgehoben. Zum gleichen Zeitpunkt hin beendet die Regierung zudem die Soforthilfe für die Baselbieter Wirtschaft.

Mit dem Rückgang der Neuinfektionen und nach verschiedenen Beschlüssen des Bundesrats zur Lockerung der Corona-Massnahmen seien die Voraussetzungen für eine Weiterführung der seit 15. März geltenden Notlage für den Kanton Basel-Landschaft nicht mehr gegeben, teilte die Baselbieter Regierung am Dienstag mit.

Zudem beendet die Regierung ebenfalls per Ende Mai das Massnahmenpaket zur Unterstützung der Baselbieter Wirtschaft. In einer weiteren Mitteilung begründet die Exekutive diesen Schritt damit, dass der Bundesrat die notrechtlich verordneten Massnahmen schrittweise wieder aufhebe; wichtige bundesrechtliche Anknüpfungspunkte der Corona-Notverordnung des Regierungsrates fielen deshalb weg.

Bisher 36 Millionen Soforthilfe bewilligt

Das Massnahmenpaket der Baselbieter Regierung umfasst nicht rückzahlbare Soforthilfen für Unternehmen und indirekt betroffene Selbstständige, Garantien für Überbrückungskredite von Banken und Beiträge für Lehrbetriebe. Bis heute seien 36 Millionen Franken an Soforthilfe für Baselbieter Unternehmen und 800'000 Franken für Lehrbetriebe bewilligt worden, heisst es im Communiqué weiter.

Gesuche für Soforthilfebeiträge müssen gemäss Mitteilung bis spätestens am 31. Mai bei der Standortförderung eingereicht werden. Unvollständig eingereichte Gesuche würden nicht mehr berücksichtigt. Bei den Unterstützungsbeiträgen an Lehrbetriebe erfolgt die letzte Zahlung für den Monat Mai im selben Monat.

Zudem wird ebenfalls per 31. Mai der kantonale Pandemieplan deaktiviert. Die Aufgaben des Kantonalen Krisenstabs werden in die ordentlichen Verwaltungsstrukturen überführt, wie die Regierung weiter mitteilte.

BAG meldet 15 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 15 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Montag waren zehn Fälle gemeldet worden, am Sonntag elf und am Samstag 18.

Insgesamt gab es 30'761 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1648 an, eines mehr als am Vortag. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2, den Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 375'115. Bei 10 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Salathé: Lockerung der Abstandsregeln möglich

Epidemiologe Marcel Salathé spricht sich für eine Lockerung der Abstandsregeln ausserhalb geschlossener Räume aus. In einem Interview mit SRF sagt Salathé, der Abstand per se sei wichtig - nicht die konkrete Distanz. Zudem sei die Ansteckungsgefahr im Freien deutlich geringer. «Ich kann mir vorstellen, dass die Regel nun gelockert wird, auch in Anbetracht der tiefen Zahlen und dem schönen Wetter.»

Ganz abschaffen würde Salathé als Mitglied der Covid-19 Task Force des Bundes die Abstandsregeln aber nicht. «Gleich wieder in eine ‹Sardinen-Situation› zurückzukehren, das wäre nicht gut», sagt er im Interview.

Marcel Salathé ist Mitglied der Covid-19 Task Force des Bundes.
Marcel Salathé ist Mitglied der Covid-19 Task Force des Bundes.
Foto: Peter Schneider/Keystone

Magazin Surprise wieder auf der Strasse erhältlich

Nach knapp elf Wochen Verkaufsverbot nimmt das Strassenmagazin Surprise am Freitag den Verkauf in der ganzen Schweiz wieder auf. Der Verein hat ein Sicherheitskonzept erarbeitet, wie das Heft ohne Corona-Ansteckungsgefahr unter die Leute gebracht werden kann.

Die Vorbereitungen für den Verkaufsstart würden an den Vertriebsstandorten Zürich, Basel und Bern auf Hochtouren laufen, teilte der Verein am Dienstag mit. Die rund 450 Armutsbetroffenen, welche das Heft an einem dieser Vertriebsstandorte abholen und dann an über hundert Standorten verkaufen, erhalten alle ein Starterkit mit Masken, Desinfektionsmittel, Merkblättern und Handschuhen.

Der Verkauf wird bis auf weiteres kontaktlos ablaufen, allerdings immer noch mit Bargeld. Die Käuferinnen und Käufer legen das Bargeld in einen Kessel, aus dem sie auch das Heft herausnehmen. Die Kundschaft wird mit einem Schild darüber informiert.

Verein vor massiven Problemen

Der Verkaufsstopp stellte den Verein Surprise vor massive Probleme. Er finanziert sich zu 65 Prozent über den Heftverkauf, der Rest sind Spenden. Während des Corona-bedingten Verkaufsverbots hatte der Verein eine monatliche Einkommenslücke von 250'000 Franken.

Gleichzeitig habe er aber auch viele Spenden erhalten, schreibt der Verein weiter. Damit konnte er den Verkäuferinnen und Verkäufern einen Lohnausfall zahlen.

Die langfristigen Folgen der Corona-Massnahmen auf den Strassenverkauf sind für den Verein noch nicht abschätzbar. Das Verhalten der Kundinnen und Kunden in den kommenden Wochen und der weitere Verlauf der Pandemie werden entscheidend sein.

Im Tessiner Kantonsrat ging es teils hoch zu und her

Den ersten Sessionstag nach der Zwangspause hat der Tessiner Grosse Rat dem Thema Covid-19 gewidmet. In teils emotionalen Statements blickten Parlamentarier zurück auf die schwierigen Wochen des Südkantons und übten Kritik an der Regierung. Insbesondere die dritte Verlängerung des Notstands sorgte für Unbehagen.

Die Verlängerung des Notstands bis Ende Juni sei sinnvoll, erklärte Regierungspräsident Norman Gobbi zum Auftakt der Session «extra muros» im Luganeser Palazzo dei Congressi. Der zum dritten Mal verlängerte «stato di necessità» gebe dem Tessiner Krisenstab «Manövrierfreiheit».

Dank dem Notstand könne der kantonale Führungsstab die während der Krise geschaffene Infrastruktur aufrechterhalten und im schlechtesten Fall rasch reagieren, sagte Gobbi. Dies betrifft unter anderem die sechs ambulanten Untersuchungszentren in Locarno, Tre Valli, Mendrisio, Lugano, Agno und Giubiasco.

Bereits im Vorfeld der Session war die Verlängerung des Notstands kritisiert worden. Nachdem die Regierung den Notstand als erster Kanton der Schweiz am 11. März ausgerufen hatte, verlängerte er diesen Status drei Mal, und zwar am 27. März, 15. April und 13. Mai.

SVP fordert Beschränkung des Notstands

Insbesondere die dritte Verlängerung bescherte dem Tessiner Regierungsrat Kritik. Für Grünen-Sprecher Nicola Schoenenberger ist dieser Akt eine Art Misstrauensantrag der Regierung an die Tessiner Bevölkerung: «Non è certo un segnale di fiducia nella popolazione.» – «Das ist ganz bestimmt kein Zeichen des Vertrauens in die Bevölkerung.»

Die SVP-Fraktion geht einen Schritt weiter und fordert in einer Parlamentarischen Initiative die zeitliche Beschränkung des Notstands auf zwei Monate. Zudem verlangt sie, dass jede Verlängerung dieses Status' durch den Kantonsrat bewilligt werden müsse. Insgesamt standen an diesem Montagnachmittag 33 Motionen sowie unzählige Interpellationen auf dem Programm.

Emotionale Statements und Rückblicke

Doch die ersten Stunden zwischen 14 und 20 Uhr waren individuellen Statements von Ratsmitgliedern, Rückblicken und Debriefings gewidmet. Nach Regierungspräsident Gobbi sprachen auch die Regierungsräte Raffaele De Rosa, Manuele Bertoli und Christian Vitta, bevor sich Kantonsarzt Giorgio Merlani und Krisenstab-Leiter Matteo Cocchi zu den vergangenen Wochen und Monaten äusserten. Vitta appellierte an den Zusammenhalt der Bevölkerung, Merlani rief dazu auf, trotz Entspannung der Lage nicht in die alten Gewohnheiten «zurückzukippen».

Danach folgten zum Teil emotionale Voten der Fraktionssprecher. Sergio Morisoli von der SVP las den detaillierten Augenzeugenbericht eines Arztes vor, der das Sterben einer an Covid-19 erkrankten Frau begleitet hatte. Das Schlimmste an diesem Virus sei, dass die Menschen alleine sterben müssten, sagte ein sichtlich bewegter Morisoli. Auch andere Kantonsrätinnen und -räte äusserten ihr Mitgefühl gegenüber all jenen, die einen Menschen verloren hatten.

Dieses Bedürfnis vieler Ratsmitglieder, Rückschau zu halten, zeigte nicht zuletzt die Verfassung einer Bevölkerung, die in den vergangenen Wochen offensichtlich eine «andere» Krise erlebt hat als die Deutschschweiz.

Mehrheit der Bevölkerung plant Ferien in der Schweiz

Rund 83 Prozent der 1700 befragten Frauen und Männer aus allen Kantonen planen Ferien für dieses Jahr. Am beliebtesten sind aber nicht etwa Reisen ans Meer oder in eine pulsierende Metropole, sondern nach Graubünden oder ins Berner Oberland, teilte die Zürcher Agentur mindnow am Montag mit.

71 Prozent der Befragten repräsentative Online-Umfrage sind der Meinung, Ferien sollten in der Schweiz gebucht werden, um die heimische Tourismusbranche zu unterstützen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Grenzkantone Genf und Tessin sprachen sich mit je 95 Prozent besonders häufig für Ferien im eigenen Land aus. Der Kanton Schwyz landetet mit 58 Prozent auf dem letzten Platz.

Graubünden am beliebtesten

Die beliebtesten Ferienziele der Schweiz sind Graubünden (44 Prozent), das Berner Oberland (34,5 Prozent) und das Wallis (31 Prozent). Das Tessin belegt mit 30,5 Prozent den vierten Platz.

Attraktion bei Pontresina: Den Steinböcken sind die nahen Touristen völlig egal.
Attraktion bei Pontresina: Den Steinböcken sind die nahen Touristen völlig egal.
(Keystone/Gian Ehrenzeller/24. Mai 2019)

Insgesamt gaben 64 Prozent aller Befragten an, dass sie dieses Jahr mit dem Auto verreisen. 48 Prozent hätten aber kein Problem, bereits heute in ein Flugzeug zu steigen.

Der lange Lockdown zeigt auch bei der Feriengestaltung seine Auswirkungen. Am meisten sehnen sich die Schweizerinnen und Schweizer nach Wellness und Sportferien. 17 Prozent der Befragten möchten dieses Jahr Ferien auf dem Campingplatz machen. Noch sind Plätze aber geschlossen.

BAG meldet 10 Neuansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages zehn neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Am Sonntag waren elf Fälle gemeldet worden, am Samstag 18 und am Freitag 13.

Insgesamt gab es 30'746 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mitteilte. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Über die Auffahrtstage hatten die meisten Kantone ihre Zahlen bis Montagmittag nicht aktualisiert.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montagmittag 1906, das sind zwei mehr als noch am Vortag gemeldet waren. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1642 an, eine mehr als am Vortag. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2, dem Erreger von Covid-19, belaufen sich bisher insgesamt auf 372'146. Bei 10 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Kurzarbeit verlängern

Der Arbeitgeberverband fordert eine Verlängerung der Kurzarbeit für gewisse Branchen. Dies schreibt SRF und bezieht sich auf ein Treffen von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Vertretern der Kantone und den Bundesräten Alain Berset und Guy Parmelin. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes, Valentin Vogt, erklärt: «Es geht hier jetzt darum, Sicherheit für diese Branchen zu schaffen, damit sie wissen, dass wenn es notwendig wird, dass sie die Möglichkeit dazu haben.»

Auch die Frist für die Rückzahlung von Coronakrediten solle gemäss dem Präsidenten des Gewerkschaftsbundes, Pierre-Yves Maillard, verlängert werden, um Konkurse nicht zu verschieben, sondern zu verhindern. Er denke dabei an eine Frist von 15 bis 25 statt der momentanen 5 bis 7 Jahre.

Unternehmen sollen weiterhin finanzielle Unterstützung beantragen können: Angesammelte Anträge auf Kurzarbeit im Kanton Waadt.
Unternehmen sollen weiterhin finanzielle Unterstützung beantragen können: Angesammelte Anträge auf Kurzarbeit im Kanton Waadt.
Foto: Jean-Christophe Bott

Imprägniermittel gegen Sars-CoV-2

Ein neuartiger Wirkstoff kann Coronaviren auf Schutzmasken abtöten. Nun wurde an der Hochschule für Life Sciences FHNW ein Verfahren entwickelt, um viele Tonnen dieses Mittels zu produzieren, wie die FHNW am Montag mitteilte.

Der neue Wirkstoff wurde vom ETH-Spin-​off namens «HeiQ Materials» entwickelt. Als Imprägniermittel aufgetragen verwandelt er beispielsweise Masken in Virenkiller. Zu Beginn der Coronakrise liess sich das Mittel jedoch nicht in grossen Mengen herstellen. Gemäss der FHNW ist dies Forschenden nun gelungen.

Am «Process Technology Center» der Hochschule entwickelten die Ingenieure um Wolfgang Riedl in nur vier Wochen ein neues Verfahren, mit dem sich mehrere Tonnen des neuen Mittels herstellen lassen. «Wir mussten schnell machen. Aber wir waren innerhalb von drei Tagen betriebsfähig und konnten mit der Entwicklung des Herstellungsprozesses beginnen», liess sich Riedl in der Mitteilung zitieren. Das Produktionsverfahren dient nun als Blaupause für Grossproduktionen in der Schweiz, den USA, Australien und China.

Forschende der FHNW haben ein Verfahren entwickelt, um ein Imprägniermittel gegen Viren in grossen Mengen herzustellen. Mit dem Mittel lassen sich etwa Masken behandeln. (Symbolbild)
Forschende der FHNW haben ein Verfahren entwickelt, um ein Imprägniermittel gegen Viren in grossen Mengen herzustellen. Mit dem Mittel lassen sich etwa Masken behandeln. (Symbolbild)
Foto: Keystone

Für das neue Imprägniermittel werden winzige Silberpartikel neben Fetttröpfchen auf den Stoff gewalzt. Diese Barriere reisst Bestandteile aus der Hülle der Viren heraus, was diese inaktiv macht und so für Menschen ungefährlich.

Laut einer Mitteilung der ETH Zürich von Anfang April führte das Spin-off noch keine direkten Tests zur Wirksamkeit gegen Sars-​CoV-2 durch. Allerdings testeten die Unternehmer ihre neue Technologie mit einem anderen Coronavirus (229E), das seit Jahren weltweit unter Menschen zirkuliert und der Membranstruktur von Sars-​CoV-2 sehr ähnlich ist. Demnach erhöhte sich die Schutzwirkung der behandelten Masken im Vergleich zu unbehandelten in Tests deutlich: Die Zahl an infektiösen 229E-​Viruspartikeln reduzierte sich um 99,99 Prozent.

Inzwischen sind laut der FHNW-Mitteilung Hunderttausende von Masken, die mit dem antiviralen Mittel behandelt wurden, auf den Markt gebracht worden. In den nächsten zwei Wochen wird eine weitere Charge von zwei Millionen behandelter Masken weltweit verteilt.

Schutzkonzept Erotikgewerbe

Das Arbeitsverbot im Erotikgewerbe soll ab dem 8. Juni aufgehoben werden: Dies fordert Prokore, der nationale Zusammenschluss der Beratungsstellen für Sexarbeitende. Um die Sicherheit von Sexarbeitenden und Kunden zu gewährleisten, legt Prokore ein Schutzkonzept vor.

Das Schutzkonzept für personenbezogene Dienstleistungen mit Körperkontakt im Erotikgewerbe sei in Konsultation mit Sexarbeitenden, Betrieben, Plattformen, Fachstellen und der Aidshilfe Schweiz entwickelt worden, schreibt Prokore in einer Mitteilung vom Montag. Danach sei es beim Bundesamt für Gesundheit sowie der Verbindungsstelle Zivilgesellschaft eingereicht worden.

Wie bei anderen personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt, die bereits seit dem 27. April gestattet sind, könnten im Erotikgewerbe Standardschutzmassnahmen eingehalten und umgesetzt werden, betont der Verband. Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen gebe es keine Notwendigkeit für eine weitere Gewerbebeschränkung. Eine solche sei unverhältnismässig und widerspreche dem Gleichbehandlungsgebot.

Safe Sex und genügend Abstand

Sexarbeitende sowie Betreibende könnten und wollten die Vorgaben des BAG umsetzen. So soll gemäss dem vorgelegten Konzept nach jedem Kunden die Bettwäsche und Handtücher gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Zudem muss das Zimmer für mindestens 15 Minuten durchgelüftet werden.

Bei allen sexuellen Dienstleistungen müssen Safe-Sex-Richtlinien eingehalten werden. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird bei allen Dienstleistungen empfohlen.

Beim Geschlechtsverkehr sollen Stellungen praktiziert werden, bei denen die Tröpfchenübertragung gering ist. Zudem werden keine gesichtsnahen Dienstleistungen praktiziert. Während der Dienstleistung muss gemäss dem Schutzkonzept zwischen den Köpfen der beiden Personen ein Abstand von mindestens einer Unterarmlänge eingehalten werden. Dienstleistungen mit zwei oder mehr Kunden werden nicht angeboten.

Alle Kunden und Kundinnen werden darauf hingewiesen, dass für die Rückverfolgung von Infektionsketten Kundenkontaktdaten aufgenommen und für vier Wochen aufbewahrt werden. Zudem soll zwischen den wartenden Kunden ein Abstand von zwei Metern gewährleistet werden.

Kontrollen möglich

Das Argument, dass Schutzmassnahmen im Erotikgewerbe nicht kontrolliert werden können, treffe nicht zu, argumentiert Prokore. Betriebe, Studios, Wohnungen und Strichzonen können von der Polizei auf die Einhaltung von Schutzmassnahmen kontrolliert werden.

Der Akt der sexuellen Dienstleistung selbst kann aus Gründen der Privatsphäre nicht überprüft werden. Dies sei jedoch auch bei Arztbesuchen, Therapiesitzungen oder Besuchen von Massagepraxen der Fall.

Neue Zahlen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 11 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, sieben weniger als am Samstag. Insgesamt gab es 30'736 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Sonntag mitteilte.

Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntagmittag 1904, einer mehr als noch am Vortag gemeldet waren. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit unverändert mit 1641 an. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Sonntagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Landesweit wurden bislang insgesamt 370'464 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 10 Prozent positiv.

Gastrosuisse-Präsident fordert weitere Lockerungen

Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer fordert weitere Lockerungen für das Gastgewerbe. Zwei Meter Abstand, nicht mehr als vier Personen an einem Tisch und Sperrstunde ab Mitternacht seien zu streng.

Viele Wirte litten unter diesen Vorschriften, einige hätten bereits wieder schliessen müssen, sagte Platzer, selbst Gastwirt, in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens vom Samstagabend.

Platzer schlägt dem Bundesrat vor, den Mindestabstand in Gastrobetrieben zu verringern. Als Beispiel gibt er Österreich an, wo von den Behörden nur ein Meter gefordert werde.

Hält die Auflagen für das Gastgewerbe für zu streng: Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer.
Hält die Auflagen für das Gastgewerbe für zu streng: Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer.
Foto: Keystone

Der Epidemiologe Christian Althaus von der Universität Bern – auch Mitglied der vom Bundesrat einberufenen wissenschaftlichen Covid-19 Task Force – warnt allerdings in derselben Sendung vor einer allzu raschen Lockerung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Ausbreitung. Man müsse erst einmal die weitere Entwicklung der Fallzahlen bei den Neuansteckungen abwarten, sagte er.

Nur 40 Prozent des Umsatzes

Die Umsätze der Gastrobetriebe seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown liegen durchschnittlich 60 Prozent unter den Vorjahreswerten. 40 Prozent von über 3000 befragten Betrieben wissen nicht, ob sie im Juni noch offen bleiben können oder wollen.

Diese Befunde ergab eine Online-Umfrage des Branchenverbandes Gastrosuisse bei insgesamt 3172 Mitgliedern, wie er am Sonntag mitteilte. Der Verband spricht von erstmaligen verlässlichen Zahlen über die Wiedereröffnung unter den strengen Covid-19-Schutzauflagen.

Laut der Umfrage gehen 9 von 10 Betrieben davon aus, dass sie einen Verlust erwirtschaften. Wie sich Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer in der Mitteilung zitieren lässt, liegen die Umsätze durchschnittlich 60 Prozent hinter den Vorjahreswerten.

60 Prozent sollen geimpft werden

Der Wettlauf der Nationen bei der Suche nach einem Impfstoff hat längst begonnen. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat der Bund für den Kauf von rund 10 Millionen Impfdosen 200 Millionen Franken reserviert. Dies sollte genügen, um 60 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus zu schützen. Dies gehe laut Zeitung aus dem Corona-Nachtragskredit des Bundesrates hervor.

Man rechne mit zwei Injektionen pro Person. «In der ersten Phase sollen Kinder vom Impfregime ausgenommen werden», sagt Nora Kronig vom Bundesamt für Gesundheit. Diese sind von Corona kaum betroffen.

Darüber hinaus wolle der Bund laut «NZZ am Sonntag» in Firmen investieren, die solche Impfstoffe entwickeln und produzieren. Eine Arbeitsgruppe solle für rund 100 Millionen Franken Vorverträge abschliessen, würden Insider berichten. Eine wichtige Rolle würden dabei auch Firmen in der Schweiz einnehmen, etwa Lonza mit ihrer Produktionsstätte in Visp oder die Impfstoffsparte von Johnson & Johnson in Bümpliz.

Nur kleine Demos gegen Lockdown

Am Samstag haben in Bern, Zürich und Basel erneut über hundert Menschen gegen die einschränkenden Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung des Coronavirus demonstriert. Allerdings waren es deutlich weniger als noch eine Woche zuvor: in Bern und Zürich einige Dutzend, in Basel geschätzte rund 30 Personen.

An den ersten beiden Mai-Samstagen hatten jeweils hunderte Menschen in Bern gegen die Coronavirus-Massnahmen des Bundesrates demonstriert. Am vergangenen Samstag erstickte die Polizei erstmals jeglichen Demo-Versuch im Keim. Dabei geht die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus seit etwa einer Woche stark zurück und lag an diesem Samstag noch bei 18.

Die Begriffe sind verwirrend

An diesem regnerischen Samstag war die Ausgangslage für Kritiker der bundesrätlichen Einschränkungen insofern anders, als die Landesregierung neuerdings Kleinstdemonstrationen zulässt. Demnach dürfen maximal fünf Personen gemeinsam für ein Anliegen demonstrieren.

Die einzelnen Gruppen dürfen aber räumlich oder thematisch keinen Zusammenhang haben. Die Kantonspolizei Bern deutete die Vorgabe auf Twitter so: «Wenn mehr als fünf Personen im selben Gebiet demonstrieren, ist das nach wie vor verboten.» Der Begriff «Gebiet» wurde nicht näher definiert.

In Zürich löste die Stadtpolizei nach eigenen Angaben verbotene Kundgebungen mit insgesamt rund 80 Teilnehmern auf dem Sechseläutenplatz und auf dem Stadthausquai auf, führte Kontrollen durch, wies Personen weg und zeigte 39 an, die «gegen die Covid-19-Verordnung verstiessen». Fünf Personen wurden demnach auf eine Wache gebracht.

«Mündige Bürger schützen sich selbst»

In Basel versammelten sich am frühen Nachmittag etwa 30 Personen bei zeitweise strömendem Regen vor dem Rathaus, um gegen die behördlichen Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie zu demonstrierenden. «Mündige Bürger schützen sich selbst», hiess es etwa auf einem Plakat.

Nachdem eine Polizeipatrouille aufgetaucht war und ein Polizist die Demonstrierenden zum Verlassen des Marktplatzes aufgefordert hatte, löste sich die Kundgebung gegen 15 Uhr auf. Einzelne zogen weiter in Richtung Barfüsserplatz und sangen das Lied «Die Gedanken sind frei». Zu einer Menschenansammlung kam es auf dem Barfüsserplatz nicht.

18 neue positive Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 18 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, fünf mehr als am Freitag. Insgesamt gab es 30'725 laborbestätigte Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag mitteilte.

Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 358 Ansteckungen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 in allen Kantonen zusammen betrug nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstagmittag 1903, einer mehr als noch am Vortag gemeldet waren. Keystone-SDA analysiert die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten.

Keine weiteren Todesopfer

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit unverändert mit 1641 an. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Samstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Landesweit wurden bislang insgesamt 367'037 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 10 Prozent positiv.

Einen ersten Corona-Fall hat die Super League vermeldet. Es handelt sich dabei um einen Spieler des FC Lugano. Hier gehts zum Artikel.

Behörden schliessen erste Bar

Das Basler Gesundheitsdepartement macht die Bücheli-Bar in der Steinenvorstadt dicht, weil sie gegen die Auflagen der Covid-19-Verordnung verstossen hat.

Der Betrieb hat eine entsprechende Verfügung des Gesundheitsdepartements auf Facebook publiziert. Darin wird festgehalten, dass der Betrieb zweimal von der Polizei wegen der Musik gerügt wurde. Beim ersten Mal, am Mittwochabend, habe die Bar die Musik auf Druck der Polizei abgestellt. Am Donnerstag habe die Polizei erneut festgestellt, dass «Musiklärm» via offene Fenster und Türen auf die Strassen gedrungen sei.

Die Situation in der Steinenvorstadt machte am letzten Wochenende schweizweit Schlagzeilen: Sogar die Tagesschau berichtete über die Menschenmassen, die die Ausgangsmeile bevölkerten und die Abstandsregeln missachteten. Die Politik reagierte in den Tagen danach und nahm für die Steinenvorstadt die kurz zuvor erlaubte Erweiterung der Boulevardflächen wieder zurück. Zudem drohte die Regierung mit einer Schliessung der Beizen bereits um 22 Uhr, falls sich die Situation nicht bessere. Die Polizei verstärkte ausserdem die Präsenz in der Strasse. Die Massnahmen zeigten Wirkung: Die Abstandsregeln wurden fortan eingehalten. (BaZ)

200 Personen feiern auf Klosterplatz in St. Gallen

Die Stadtpolizei St. Gallen hat in der Nacht auf Samstag den Klosterplatz geräumt. Zuvor war es zwischen verschiedenen Jugendgruppierungen zu Provokationen und Auseinandersetzungen gekommen Ein 18-Jähriger wird angezeigt, wie die Polizei mitteilte.

Eine Polizeipatrouille hatte um 00.30 Uhr 150 bis 200 vorwiegend jüngere Personen in verschiedenen Gruppen auf dem Klosterplatz bemerkt. Viele der jungen Leute hatten Alkohol getrunken und provozierten sich gegenseitig, einige sollen sich gerauft haben, wie es in der Mitteilung heisst. Die Situation habe sich jedoch beruhigt als die Polizei eintraf.

Mann schubst und bespuckt Polizist

Bei der anschliessenden Kontrolle einiger Personen schubste ein junger Mann einen Polizisten und bespuckte diesen. Anschliessend formierten sich einige Personen gegen die Polizisten, so dass weitere Patrouillen zur Unterstützung hinzugerufen wurden.

Weil der Lärm und die Provokationen nicht aufhörten, entschied die Polizei, den Klosterplatz zu räumen. Die Räumung sei abgesehen von Beschimpfungen gegen die Polizei problemlos verlaufen, schreibt die Stadtpolizei weiter.

18-Jähriger abgeführt

Der 18-Jährige, der den Polizisten geschubst und bespuckt hatte, konnte während der Räumung angehalten werden und wurde auf den Polizeiposten gebracht. Er wird wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie wegen Beschimpfung bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Zwei weitere Personen, ein Beteiligter einer Pöbelei unter den Gruppierungen und eine Person, die sehr stark provozierte, wurden für eine Kontrolle auf den Posten gebracht. Sie wurden ohne weiteren Massnahmen wieder entlassen.

(red/sda/reuters)