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Coronavirus in der Schweiz+++ Bund soll 2020 Rechnung für Kurzarbeit begleichen +++ Arztbesuche wegen Covid-19 nehmen wieder zu

Damit die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung nicht erhöht werden müssen, beantragt die Regierung dem Parlament einen Nachtragskredit von 14,2 Milliarden Franken. News aus der Schweiz im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Montag dem 11. Mai fährt der Schweizer ÖV wieder weitgehend nach normalem Fahrplan.
    Auch Schulen und viele Geschäfte haben erstmals seit knapp zwei Monaten geöffnet.
  • Coiffeurgeschäfte, Kosmetikstudios, Gartencenter und Baumärkte öffneten bereits am 27. April.
  • Eine dritte Lockerung ist am 8. Juni vorgesehen.

Wann und wie stark die «Lockdown»-Massnahmen wirken, zeigt der Vergleich des Schweizer Covid-19-Ausbruchs mit anderen Ländern.

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Bund soll 2020 Kosten für Kurzarbeitsentschädigung tragen

Der Bund soll im Corona-Jahr 2020 die Kosten für die Kurzarbeit übernehmen, damit die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung (ALV) nicht erhöht werden müssen. Der Bundesrat beantragt dem Parlament dafür einen Nachtragskredit von 14,2 Milliarden Franken.

Zusammen mit den von den Räten in der Sondersession genehmigten 6 Milliarden Franken würde sich die Summe, die der Bund im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie für die ALV zur Verfügung stellt, auf 20,2 Milliarden Franken erhöhen. Das sagte Bundesrat Guy Parmelin am Mittwoch vor den Bundeshausmedien.

Gesuche stabilisiert

Seit Beginn des durch das Coronavirus verursachten Stillstandes Mitte März beantragten ungefähr 190'000 Firmen für rund 1,94 Millionen Personen Kurzarbeitsentschädigung. Das entspricht 37 Prozent der Angestellten im Land. «Die gute Nachricht ist, dass sich die Zahl die Gesuche jetzt stabilisiert hat», sagte Parmelin.

Es seien für den Staat extrem teure Massnahmen ergriffen worden, sagte der Wirtschaftsminister. Damit er seine Investitionsfähigkeit nicht verliere, müsse alles getan werden damit die Unternehmen so bald wie möglich ihre Aktivitäten wieder voll aufnehmen könnten.

Die ALV hat sich wegen der stark zunehmenden Kurzarbeit in erheblichem Ausmass verschuldet. Ohne rasche Zusatzfinanzierung stünde sie Ende Jahr mit mehr als 16 Milliarden Franken in der Kreide, wie der Bundesrat schreibt. Dies würde die im Gesetz verankerte Schuldenbremse auslösen.

Die ALV müsste auf gesetzlichem Weg eine Stabilisierung herbeiführen und der ALV-Beitrag müsste ab 2021 um mindestens 0,3 Prozentpunkte erhöht werden. Dies will der Bundesrat vermeiden. Heute beträgt der Beitrag für Einkommen bis 148'200 Franken 2,2 Prozent des massgebenden Jahreslohnes und für Lohnanteile darüber 1 Prozent.

Der Bundesrat sei sich bewusst, dass die Rückkehr zur Normalität noch lange nicht vollzogen sei, betonte Parmelin. «Es braucht Geduld und Verständnis.» Erste Schritte zurück zur Normalität hat der Bundesrat beim Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung beschlossen.

Änderungen bei Kurzarbeit

Er entschied sich für einen schrittweisen Ausstieg aus Massnahmen, mit denen er beispielsweise Menschen unterstützt, die wegen des grassierenden Virus nicht arbeiten durften. Ab 1. Juni wird der Kreis der Berechtigten für Kurzarbeitsentschädigung beschränkt.

Keine Entschädigung mehr wird es für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie im Geschäft mitarbeitende Ehefrauen, Ehemänner sowie registrierte Partnerinnen und Partner geben. Auch für Lernende kann die Entschädigung für Kurzarbeit nicht mehr beantragt werden.

Diese Neuerung geschehe im Gleichschritt mit der Aufhebung von Massnahmen bei Erwerbsausfällen von direkt oder indirekt betroffenen Selbstständigerwerbenden, schreibt der Bundesrat.

Für Betriebe, die Kurzarbeit anmelden wollen, gilt ab Juni zudem wieder die Voranmeldefrist. Sie war wegen der zunächst für die Betriebe nicht vorhersehbaren Einschränkungen gestrichen worden. Inzwischen seien aber die Folgen der Massnahmen gegen das Virus für die Betriebe besser einzuschätzen, schreibt der Bundesrat.

Unternehmen, denen die Kurzarbeit bewilligt worden ist, müssen sich laut der Mitteilung nicht neu anmelden. Weitere Massnahmen, die per Notrecht wegen Covid-19 eingeführt worden sind, bleiben bis Ende August bestehen.

Etwa kann Kurzarbeit auch für Menschen mit befristeter Stelle und Personal von Temporärfirmen beantragt werden. Auch die zusätzlichen 120 Taggelder der Arbeitslosenversicherung, die Aussteuerungen verhindern soll, werden weiterhin ausbezahlt. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt sei nach wie vor schwierig, sagte Parmelin.

Beim Antrag ans Parlament für den Nachtragskredit handle es sich um einen Antrag «unter höchster Unsicherheit», sagte Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Denn es sei offen, wie stark die Kurzarbeitsentschädigung in Anspruch genommen werde.

Nur Mini-Festakt zur Neat-Fertigstellung und Ceneri-Eröffnung

Das Coronavirus lässt die geplanten Feierlichkeiten zur Neat-Fertigstellung und Eröffnung des Ceneri-Basistunnels von Anfang September gehörig schrumpfen. Die Eröffnungszeremonie findet ohne die 650 geladenen Gäste statt. Das Volksfest für die S-Bahn Ticino wird auf Sommer 2021 verschoben.

Der Bundesrat hat am Mittwoch von der Redimensionierung der Feierlichkeiten Kenntnis genommen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels sei aber nach wie vor für Dezember 2020 vorgesehen.

Leichter Anstieg: BAG meldet 40 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 40 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, etwas mehr als am Dienstag (21). Das teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mit.

Am Dienstag hatte das BAG noch 21 und am Montag 10 neu registrierte Ansteckungen gemeldet.

Insgesamt gab es gemäss den Angaben der Behörde vom Mittwoch 30'658 laborbestätigte Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 357 Ansteckungen.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1630 an. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Landesweit wurden bislang insgesamt 355'393 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 10 Prozent positiv. Eine Person kann mehrere Male getestet worden sein. Das BAG empfiehlt Tests für alle Patienten mit Symptomen von Covid-19.

Insgesamt wurden bisher 3912 Hospitalisationen im Zusammenhang mit einer laborbestätigten Covid-19 Erkrankung gemeldet.

Covid-19 bedingte Arztbesuche nehmen wieder zu

In der vergangenen Woche haben 1,2 Prozent aller Konsultationen in Arztpraxen oder Hausbesuche von Ärzten aufgrund eines Verdachts auf Covid-19 stattgefunden. Gegenüber der Vorwoche nahm diese Konsultationsrate zu.

In der vergangenen Woche meldeten Ärztinnen und Ärzte des Sentinella-Meldesystems 12 Konsultationen wegen Covid-19- Verdacht auf 1000 Konsultationen. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung entspricht dies rund 85 Covid-19 bedingten Konsultationen pro 100'000 Einwohner, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte.

Insgesamt kam es seit dem 29. Februar hochgerechnet zu ungefähr 167'000 Covid-19 bedingten Konsultationen bei Grundversorgern. Die Inzidenz war dabei in der vergangenen Woche bei den 5- bis 14-Jährigen am höchsten. Der Anteil der Patienten mit Covid-19-Verdacht und erhöhtem Komplikationsrisiko war bei den über 65-Jährigen am höchsten.

Zusätzlich zu den Besuchen in den Praxen oder daheim wurden die Sentinella-Ärztinnen und -Ärzte auch telefonisch konsultiert. Ein Fünftel aller gemeldeter telefonischen Konsultationen standen im Zusammenhang mit Covid-19. Laut BAG-Mitteilung war bei 23 Prozent dieser Anfragen eine Selbstisolation zuhause angezeigt.

Stadt Basel greift nach Partynacht durch

Die Basler Regierung kündigt nach der ausufernden Partynacht in der Steinenvorstadt härtere Massnahmen an. Dort ansässige Gastrobetriebe dürfen ihre Boulevardbereiche nicht mehr ausdehnen. Zudem will die Polizei ihre Präsenz vor Ort erhöhen. Und für den Extremfall wird eine totale Sperrung der Strasse ins Auge gefasst.

Die Basler Regierung habe einen dreistufigen Massnahmenplan für die Gastrobetriebe in der Steinenvorstadt beschlossen, um einen Menschenauflauf wie am vergangenen Samstag zu verhindern, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

So macht die Regierung als erste Massnahme die am 12. Mai gewährte Ausdehnung der Aussenbereiche ohne Bewilligung in der Steinenvorstadt per sofort rückgängig. Nachdem am vergangenen Samstag zahlreiche Personen Abstandsregeln missachtet hätten, seien die Voraussetzungen für die Ausdehnung der Aussenbestuhlung nicht mehr gegeben.

Für Restaurants, Cafés und Bar in der Steinenvorstadt gelten wieder die Boulevardflächen gemäss den ordentlichen Bewilligungen.

Die Polizei wird zudem ihre Präsenz in der Steinenvorstadt erhöhen und kontrollieren, ob sich die Gäste künftig an die Abstandsregeln halten. Falls nötig, werden Ermahnungen und Bussen ausgesprochen.

Diese Szenen aus Basel sorgten am vergangenen Wochenende für Unverständnis.
Diese Szenen aus Basel sorgten am vergangenen Wochenende für Unverständnis.

Regierung droht mit Aufhebung der Boulevardfläche

Sollten diese Massnahmen keine Wirkung zeigen, will die Regierung als nächsten Schritt die Öffnungszeiten in der Steinenvorstadt bis 22 Uhr beschränken. Bringe auch diese Massnahme nichts, soll die gesamten Boulevardfläche in der Steinenvorstadt aufgehoben werden – «zumindest dort, wo dies notwendig ist».

Der am Mittwoch veröffentlichte dreistufige Massnahmenplan soll «im Bedarfsfall» auch für andere Orte in der Stadt gelten. Ein neuer Ansteckungsherd mit dem Coronavirus würde gesundheitlich und wirtschaftlich einen Rückfall bedeuten, heisst es in der Mitteilung.

Migros und Coop geben Mitarbeitern eine Corona-Prämie

Die grossen Schweizer Detailhändler zahlen ihren Mitarbeitern derzeit Coronavirus-Prämien aus. Diese Woche hat Coop seine Angestellten informiert, dass sie bei einem Pensum zwischen 50 und 100 Prozent einen Bonus von 500 Franken erhalten. «20 Minuten» liegen mehrere interne Schreiben an die Mitarbeiter vor.

Darin heisst es etwa, Coop habe sich entschieden, mit dem Juli-Lohn eine Sonderprämie auszuschütten – in Anerkennung des ausserordentlichen Einsatzes und der grossen Leistung während der Zeit des Lockdown. Liegt das Pensum zwischen 1 und 50 Prozent, gibts den halben Bonus von 250 Franken. Die gleiche Prämie erhalten Lernende und Angestellte im Stundenlohn mit mindestens 25 Stunden.

Dankeschön an Mitarbeiter

Coop bestätigt, dass man eine Prämie auszahlen werde, wollte den konkreten Betrag aber nicht kommentieren. «Da es sich hierbei um ein Dankeschön an unsere Mitarbeitenden handelt, bitten wir um Verständnis, dass wir keine Details öffentlich kommunizieren», sagt Sprecherin Marilena Baiatu.

Bereits im April hat Coop bekannt gegeben, dass die Mitarbeiter Geschenkkarten erhalten. Zwar gebe es die jedes Jahr, man zog die Verteilung jedoch auf April vor.

Mehr Geld als bei der Konkurrenz

Auch bei Migros erhalten Mitarbeiter eine zusätzliche Zahlung von bis zu 500 Franken, wie der Detailhändler bestätigt. Aldi Suisse schenkt den über 2500 Mitarbeitern in Verkauf und Logistik Gutscheine im Wert von bis zu 400 Franken pro Person. Lidl Schweiz überreicht den über 3500 Mitarbeitern in den Lagern und Filialen Gutscheine im Wert von 350 Franken pro Mitarbeiter – unabhängig vom Pensum.

Die grössten beiden Detailhändler bieten somit den grössten Coronavirus-Bonus. Zudem haben die Mitarbeiter den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den Händlern, die Gutscheine verteilen, ihre Prämie auch bei der Konkurrenz ausgeben können. Dafür sind Coop und Migros aber die Letzten, die den Bonus kommuniziert haben: Aldi und Lidl taten dies bereits Ende März.

Coronavirus lässt illegale Einreisen und Aufenthalte einbrechen

Einreisekontrollen und -beschränkungen wegen des Coronavirus haben die Zahl der illegalen Einreisen und Aufenthalte in der Schweiz einbrechen lassen. Seit deren Einführung nahmen die illegalen Aufenthalte um 55 bis 80 Prozent ab.

Die Schleppertätigkeit nahm im Jahresvergleich um 67 Prozent ab, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EVZ) am Mittwoch mitteilte. Die durch Militär verstärkten Grenzwache registrierte im April zehn mutmassliche Schlepperfälle. Im Vorjahresmonat waren es noch 31 gewesen.

Seit Jahresanfang kamen 94 Schlepperfälle zusammen. Im Vorjahreszeitraum registrierte die EVZ deren 140. Dabei blieben die Zahlen zu Jahresbeginn praktisch auf Vorjahresniveau und brachen im März markant ein.

Die illegale Einwanderung sank im April auf 217 Fälle. Im März waren es 517 gewesen, auch das ein markanter Rückgang gegenüber dem Vormonat. Im April 2019 registrierte die EZV 1116 Fälle. Seit Jahresbeginn 2020 kumulierten sich 2830 rechtswidrige Aufenthalte. 2019 kamen zwischen Januar und April 4598 Fälle zusammen.

An ausländische Behörden übergaben die Grenzwächter im April 63 illegal in die Schweiz eingereiste Personen – nach 466 im Vorjahresmonat. Im März 2020 waren es 215 gewesen.

Die Schweiz veranlasste wie andere Schengen-Staaten weitreichende Einreisebeschränkungen. Der Unterbruch des internationalen Personenverkehrs und die Schliessung kleinerer Grenzübergänge unterbrach die Weiterreise von bereits in Europa weilenden Migranten praktisch, wie die EZV schreibt.

Nestlé spendet Geld für Suche nach Corona-Impfstoff

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé unterstützt die Suche nach einem Impfstoff gegen die Covid-19-Erkrankung. Dazu spendet der Schweizer Konzern eine Million Schweizer Franken an die «Coalition for Epidemic Preparedness Innovation» (CEPI), wie Nestlé am Mittwoch mitteilte.

Die CEPI arbeite darauf hin, in einem Zeitfenster von 12 bis 18 Monaten einen global zugänglichen Impfstoff zu entwickeln. Es seien bereits rund eine Milliarde US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen an die Koalition gespendet worden. Unterstützt werde die Kampagne in der Schweiz auch vom Wirtschaftsdachverband Economiesuisse sowie der Swiss American Chamber of Commerce.

Swiss gleicht Kurzarbeits-Löhne nicht mehr aus

Die Swiss macht ernst mit Sparmassnahmen: Ab Juli gleicht sie den Lohn ihrer Angestellten in Kurzarbeit nicht mehr wie bis anhin auf das gewohnte Lohnniveau aus.

Dies sagte eine Swiss-Sprecherin am Dienstag zu einer entsprechenden Meldung der «Handelszeitung». Die Verhandlungen mit den Kabinen- und Cockpitgewerkschaften sind jedoch noch im Gange.

Obwohl ein Grossteil der Swiss-Angestellten wegen der Coronakrise in Kurzarbeit sind, haben diese bisher noch ihren vollen Lohn verdient. Die Fluggesellschaft hat die Lohneinbussen ausgeglichen, die durch die Kurzarbeit entstehen.

Weiterhin auf Sparkurs: Die Swiss gleicht Löhne von Angestellten in Kurzarbeit ab Juli nicht mehr aus.
Weiterhin auf Sparkurs: Die Swiss gleicht Löhne von Angestellten in Kurzarbeit ab Juli nicht mehr aus.
Foto: Denis Balibouse/Reuters

Doch damit ist bald Schluss. Ab Juli sollen die Angestellten in Kurzarbeit nur noch die normale Kurzarbeitsentschädigung von 80 Prozent des Lohns erhalten, wie die Zeitung schrieb. Ausgenommen seien Löhne von unter 4'000 Franken für ein volles Pensum.

Laut dem Bericht sind die Verhandlungen mit dem Pilotenverband demnächst abgeschlossen. Die Piloten und das Kabinenpersonal müssten allerdings erst noch darüber abstimmen, hiess es weiter.

Die Swiss hatte bereits Anfang Monat angekündigt, dass sie ihre Kosten angesichts der Coronakrise um ungefähr 20 Prozent senken will. Nachdem der Bundesrat ein Hilfspaket in Form von verbürgten Krediten für die Swiss und ihre Schwester Edelweiss im Umfang von 1,275 Milliarden Franken zur Verfügung stellte, teilte Firmenchef Thomas Klühr mit, man wolle alles tun, um Entlassungen zu vermeiden.

BAG meldet noch 21 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 21 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, etwas mehr als am Montag. Dies teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mit.

Am Montag hatte das BAG noch 10 neu registrierte Ansteckungen gemeldet und am Sonntag 15.

Insgesamt gab es gemäss den Angaben der Behörde vom Dienstag 30'618 laborbestätigte Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 357 Ansteckungen.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 mit 1614 an. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Landesweit wurden bislang insgesamt 350'099 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG zehn Prozent positiv. Eine Person kann mehrere Male getestet worden sein. Das BAG empfiehlt Tests für alle Patienten mit Symptomen von Covid-19.

SBB erlassen Mieten während Lockdown

Die SBB kommen ihren Mietern entgegen: Geschäfte, die wegen der Corona-Krise von behördlichen Schliessungen betroffen sind, zahlen für die Dauer des Lockdowns keine Miete. Das sind primär Laden- und Gastrobetriebe in den Bahnhöfen, wie die SBB am Dienstag mitteilten.

Betriebe, die offen bleiben durften, erhalten Mietzinsreduktionen, deren Höhe vom Umsatzrückgang abhängt. Von den Mietzinsreduktionen ausgeschlossen sind Mieterinnen und Mieter von Büro- und Wohnflächen, wie es weiter heisst.

Insgesamt werden die Mietzinse bei über 1200 Mietverträgen für die Lockdownphase angepasst. Je nach Nutzung dauert diese Phase vom 17. März bis 26. April, 10. Mai oder voraussichtlich 8. Juni 2020.

Mit dieser Regelung wollen die SBB ihre «Geschäftsmieterinnen und -mieter unterstützen, zu deren Planungssicherheit und Liquidität beitragen und die teils langjährigen Geschäftsbeziehungen würdigen». Die betroffenen Geschäfte werden in den kommenden Tagen kontaktiert, die Läden müssen die Mietzinsreduktion nicht beantragen.

Wie es weiter heisst, seien die SBB ihren Mietern bereits unmittelbar nach dem Lockdown mit Sofortmassnahmen entgegengekommen. So wurde die Zahlungsfrist für Mietzinse ab März 2020 um 60 Tage verlängert, zudem wurden die Mindestöffnungszeiten für sämtliche Geschäfte aufgehoben.

Eine Ladenpassage am Hauptbahnhof Zürich.
Eine Ladenpassage am Hauptbahnhof Zürich.
Foto: Keystone

Hypothekarzinsen sinken trotz Corona-Krise seit Ende März wieder

Sind die Schweizer Hypothekarzinsen zu Beginn der Corona-Krise noch merklich angestiegen, sanken sie seit Ende März wieder. Entlang der sich erholenden Börsen fallen laut dem Vergleichsdienst Moneyland die Zinsen von Schweizer Festhypotheken seit rund anderthalb Monaten wieder.

Zu Beginn der Corona-Krise Anfang März notierten die Hypothekarzinssätze gemäss dem Hypotheken-Index des Online-Vergleichsdienstes bei durchschnittlich 0,93 Prozent für fünfjährige und 1,02 Prozent für zehnjährige Laufzeiten, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

In Folge der Verschärfung der Corona-Krise stiegen die Hypothekarzinsen dann bis Ende März 2020 an. Für fünfjährigen Festhypotheken stiegen die durchschnittlichen Richtzinssätze auf 1,03 Prozent und diejenigen für zehnjährige Festhypotheken auf 1,26 Prozent, was einer Verteuerung im März von gut 20 Prozent entsprach.

Seit Ende März befänden sich die Hypo-Zinssätze nun aber wieder im Sinkflug. Seither verbilligten sich die fünfjährigen Festhypotheken auf 0,98 Prozent, während die Hypotheken mit zehnjähriger Laufzeit aktuell 1,11 Prozent im Schnitt betragen. Damit ist laut Moneyland rund die Hälfte des Zinsanstiegs vom März 2020 wieder einkassiert worden.

Coop Vitality verbannt Produkte von Corona-Skeptiker

Coop Vitality nimmt Produkte eines Unternehmens aus dem Sortiment, unter anderem, weil dessen Chef Mythen zum Coronavirus verbreitet. Dies berichtet «20 Minuten». Demnach teilt der Gründer und Geschäftsführer des deutschen Biolabels Rapunzel, Joseph Wilhelm, auf der Firmenwebsite regelmässig seine Gedanken mit der Öffentlichkeit.

Viren seien «intelligente Wesen», die ihre Aufgabe «im grossen Spiel der Naturkräfte» erfüllten, sei zu lesen, oder hinter der «Todesangst» vor dem Coronavirus steckten «kommerzielle Interessen». Vor seinem geistigen Auge sieht Wilhelm bereits «Jagdkommandos, die widerstrebige Impfgegner einfangen und zwangsimpfen». Auch aus seiner Ablehnung von Abtreibungen macht der Bio-Unternehmer in seinen regelmässig als «Wochenbotschaften» erscheinenden Texten keinen Hehl.

Auch in den sozialen Netzwerken wurden Wilhelms Texte kritisiert. Seit Montagmittag sind diese auf der Firmenwebseite allerdings nicht mehr abrufbar.

Auch in den sozialen Netzwerken wurden Wilhelms Texte kritisiert. Seit Montagmittag sind diese auf der Firmenwebseite allerdings nicht mehr abrufbar. Quelle: Twitter

In der Schweiz werden Rapunzel-Produkte unter anderem von Farmy, Drogerie Müller und Coop Vitality vertrieben. Coop Vitality könne in keinster Weise hinter Wilhelms Äusserungen stehen, heisst es im «20 Minuten»-Bericht: «Wir distanzieren uns von solchen Aussagen und haben uns entschieden, diese Artikel aus dem Sortiment zu nehmen», wird eine Sprecherin zitiert. Bereits zuvor habe man sich aber Gedanken gemacht, die Produkte mangels Nachfrage nicht länger anzubieten.

Auch die Drogerie Müller, zu der auch der Online-Händler Vital Shop und das Reformhaus Egli gehören, distanziert sich «in aller Form». Gleichzeitig betont die Reformhauskette allerdings auch, dass es sich bei den Äusserungen um eine Privatmeinung handle, die «in keinerlei Zusammenhang mit der Geschäftsbeziehung stehe.» Farmy teilt lediglich mit, dass man Einzelmeinungen nicht kommentieren möchte.

Rapunzel-Chef Wilhelm schreibt in einer Stellungnahme, gewisse Aussagen würden rückwirkend überzogen erscheinen. Allerdings seien seine Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und reduziert und verfälscht wiedergegeben worden.

Swiss verlängert Zeitraum für Umbuchungen

Die Swiss und die anderen Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns, darunter die Lufthansa selbst sowie Austrian Airlines, haben wegen der unsicheren Lage durch die Corona-Pandemie den Zeitraum für kostenlose Umbuchungen von Flugreisen verlängert.

Neu können Reisen mit Datum bis Ende 2021 umgebucht werden, teilte die Gruppe mit. Mit der neuen Regelung reagiere die Lufthansa «auf den Wunsch vieler Kunden, ihre Flüge aufgrund der unsicheren Lage flexibel zu buchen», hiess es in einem Communiqué vom Montag.

Eine Boeing 777 wird in Kloten entladen. (13. Mai 2020)
Eine Boeing 777 wird in Kloten entladen. (13. Mai 2020)
Foto: Arnd Wiegmann/Reuters

Passagiere, die ein Flugticket mit einem bestätigten Reisedatum bis spätestens 30. April 2021 haben, können dieses einmal kostenlos auf ein neues Reisedatum umbuchen lassen. Die umgebuchte Reise kann neu bis Ende 2021 stattfinden. Zuvor waren Umbuchungen nur bis Ende April 2021 möglich.

Die Umbuchung gilt für dieselbe Strecke und dieselbe Reiseklasse. Sie betrifft auf jeden Fall nur Tickets, die bis und mit 30. Juni 2020 neu gebucht werden.

BAG meldet 10 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages noch zehn neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden, deutlich weniger als am Sonntag. Dies teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag mit.

Am Sonntag hatte das BAG noch 15 neu registrierte Ansteckungen gemeldet und am Samstag 58. Am Donnerstag und Freitag waren es 50 respektive 51 gewesen.

Insgesamt gab es gemäss den Angaben der Behörde vom Montag 30'597 laborbestätigte Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gab es 356 Ansteckungen.

Neue Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 meldete das BAG am Montag nicht; es hatte nach wie vor 1603 registriert. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Montagmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schreibt das BAG.

Landesweit wurden bislang insgesamt 345'760 Tests durchgeführt. Davon waren nach Angaben des BAG 11 Prozent positiv. Eine Person kann mehrere Male getestet worden sein. Das BAG empfiehlt Tests für alle Patienten mit Symptomen von Covid-19.

Erholung des Automarktes erst in zehn Jahren erwartet

Seit einer Woche sind die Showrooms der Autohändler wieder offen. Doch die Kunden halten sich mit Autokäufen noch weitgehend zurück. Zu gross ist die Verunsicherung durch die Krise.

Laut einem Experten dürfte die Erholung des europäischen Automarktes ganze zehn Jahre dauern. «Unser Gefühl ist, dass die Markenhändler diese Woche nicht gerade überrannt worden sind», sagte Christoph Wolnik vom Verband Auto-Schweiz, der die Generalimporteure und Markenhändler repräsentiert.

Sofern man das bisher beurteilen könne, seien die Schweizer Konsumenten noch nicht in Stimmung, wieder Neuwagen zu kaufen. Aber genau lasse sich das erst beurteilen, wenn die Immatrikulationszahlen der ersten Wochen nach der Wiedereröffnung verfügbar seien.

Das Fazit nach einer Woche ist auch beim Verband freier Autohändler Schweiz (VFAS) «verhalten positiv», wie Geschäftsführer Stephan Jäggi sagte. «Man merkt die grosse Verunsicherung der Konsumenten, die sich um die eigene finanzielle Zukunft Sorgen machen und dementsprechend zurückhaltend sind.»

Für die Schweizer Autobranche dürften schwierige Zeiten anbrechen wegen der Corona-Krise.
Für die Schweizer Autobranche dürften schwierige Zeiten anbrechen wegen der Corona-Krise.
Foto: Keystone

Denn das Auto ist gemäss Wolnik nach einer Immobilie noch immer die zweithöchste Investition, die man im Privatleben tätigt. Für eine Erholung der Autobranche brauche es deshalb vor allem eine gesamtwirtschaftliche Erholung und eine positive Entwicklung im Arbeitsmarkt: «Wenn die Leute das Gefühl haben, sie verlieren ihren Job, werden sie auch kein neues Auto kaufen.»

Autobranchen-Experte Ferdinand Dudenhöffer rechnet damit, dass die Autoverkäufe in Europa erst in zehn Jahren wieder das Niveau von vor der Krise erreichen. «Deshalb entstehen grosse Überkapazitäten und es ist mit Firmenschliessungen, Übernahmen oder Verkäufen sowie mit Stellenstreichungen im Autobereich und auch andernorts zu rechnen», so der Professor am Institut für Customer Insight der Universität St. Gallen.

Corona-Krise trübt Quartalsergebnis der Post

Die Schweizerische Post hat im ersten Quartal 2020 ein tieferes Ergebnis als im Vorjahr erzielt. Der Konzerngewinn fällt um 46 Millionen Franken kleiner aus, das Betriebsergebnis liegt 57 Millionen unter dem Wert von 2019. Schuld sei die Corona-Krise, sagt die Post.

Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie hätten sich bereits in den ersten drei Monaten gezeigt und würden sich voraussichtlich erheblich auf das Jahresergebnis der Post auswirken, heisst es in einer Medienmitteilung vom Montag.

Der Konzerngewinn im ersten Quartal betrug 84 Millionen Franken erwirtschaftet, 46 Millionen weniger als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis (Ebit) im ersten Quartal betrug 115 Millionen Franken, 57 Millionen weniger als 2019.

Die aktuelle Paketzunahme kompensiert die negativen Effekte in den anderen Geschäftsbereichen der Post nicht einmal ansatzweise.
Die aktuelle Paketzunahme kompensiert die negativen Effekte in den anderen Geschäftsbereichen der Post nicht einmal ansatzweise.
Foto: Keystone

Der Ergebnisrückgang gründet insbesondere auf zwei Faktoren: der anhaltenden Tiefzinssituation und dem damit verbundenen tiefen Zinserfolg (minus 18 Millionen Franken) von Postfinance sowie dem Mengenrückgang im Briefgeschäft (minus 5,6 Prozent) bei den adressierten Briefen.

Die Paketmenge nahm im gesamten ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zu. Die vermehrten Bestellungen auf Online-Handelsplattformen als Folge der Corona-Pandemie waren bereits deutlich spürbar. So wurden allein im März 16,9 Prozent mehr Pakete verarbeitet als vor Jahresfrist.

Zwar wurden während der ausserordentlichen Lage an Spitzentagen im April täglich über 800'000 Pakete verarbeitet. Die Paketzunahme kompensiere aber die negativen Effekte in den anderen Geschäftsbereichen nicht einmal ansatzweise, schreibt die Post.

Ständeratskommission begrüsst Medienförderung

Der Bundesrat will Zeitungen, Radio- und TV-Stationen sowie Nachrichtenagenturen künftig stärker unterstützen. Die Ständeratskommission ist grundsätzlich damit einverstanden, beantragt aber Anpassungen am Massnahmenpaket zu Gunsten der Medien.

Mit 11 zu 2 Stimmen trat die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats (KVF) auf die Vorlage ein, wie die Parlamentsdienste am Montag mitteilten. Eine intakte Medienlandschaft sei aus demokratie- und staatspolitischer Sicht für die Schweiz unverzichtbar.

Das geschnürte Massnahmenpaket sieht neben einem Ausbau der indirekten Presseförderung eine Unterstützung von Onlinemedien sowie allgemeine Massnahmen zugunsten der elektronischen Medien vor. Die Vorlage sei ausgewogen, findet eine Kommissionsmehrheit. Eine Minderheit beantragt Nichteintreten.

Zeitungen im Regal eines Kiosks.
Zeitungen im Regal eines Kiosks.
Foto: Christian Beutler/Keystone

Prioritäre Hilfe für die Kleinen

In der Detailberatung nahm die Kommission Anpassungen am Entwurf des Bundesrats vor. Einstimmig beantragt sie ihrem Rat, die Zustellermässigungen an die Auflage zu koppeln. Je höher die Auflage einer Zeitung oder einer Zeitschrift ist, desto tiefer sollen die Ermässigungen sein.

Die Kommission unterstütze die Ausweitung der Zustellermässigung auf alle Medienhäuser im Grundsatz, heisst es in der Mitteilung. Um aber weiterhin die lokale und regionale Presse verstärkt zu unterstützen, solle ein an die Auflage geknüpfter gradueller Ansatz eingeführt werden.

Bei der Förderung der Onlinemedien stärkt die Kommission dem Bundesrat vollumfänglich den Rücken. Demnach sollen nur Onlinemedien unterstützt werden, welche ihr Angebot auch über Gegenleistungen ihrer Nutzerinnen und Nutzer finanzieren. Mit 9 zu 3 Stimmen wurde ein Antrag abgelehnt, welcher eine Öffnung der Unterstützung auf kostenlose Angebote forderte. Eine Minderheit hält an diesem Antrag fest.

Teilung der Vorlage diskutiert

Im Raum steht eine Teilung der Vorlage. Gemäss einem Antrag soll der Ausbau der indirekten Presseförderung und die Unterstützung zugunsten der elektronischen und Onlinemedien in zwei Entwürfe aufgeteilt werden. Die Ständeratskommission hat sich nur knapp – mit 7 zu 6 Stimmen – dagegen ausgesprochen.

Die Mehrheit sei der Ansicht, dass Print und Online in der heutigen Medienwelt eine Einheit darstellten und deren Förderung deshalb auch gemeinsam zu diskutieren sei. Eine Minderheit stehe für eine Teilung aus, um die Beratung der indirekten Presseförderung möglichst rasch abzuschliessen.

Die weitere Beratung des Medienpakets wird die Kommission Ende Mai führen. Die Vorlage soll in der Sommersession erstmals in der kleinen Kammer diskutiert werden.

Schweizer Ärzte hamsterten «Corona-Wundermittel»

Toilettenpapier, Spaghetti und Konservendosen: Viele Schweizer rüsteten sich Anfang März mit Hamsterkäufen für die Corona-Krise. Wie CH Media berichtet, erfasste die Angst vor Versorgungsengpässen auch Schweizer Ärzte. Nach Angaben der Kantonsapothekervereinigung bestellten Ärzte zu Beginn der Corona-Krise vermehrt das Arzneimittel Hydroxychloroquin. Dieses wird normalerweise zur Behandlung von Patienten mit rheumatischen Krankheiten eingesetzt.

Im März wurde das Medikament jedoch als mögliche Waffe gegen Covid-19 gehandelt. Auch US-Präsident Donald Trump lobte das Arzneimittel regelmässig als «Wundermittel». Obschon die Risiken und Nebenwirkung des Präperats bei Corona-Erkrankungen noch unklar sind, verdoppelte sich die Anzahl der Bestellung des Medikaments im März in der Schweiz - von durchschnittlich 10'000 auf knapp 20'000.

Dem Bericht zufolge bestellten die Ärzte das Mittel «mutmasslich für sich und ihre Familien». Auch die US-Behörden stellen in mehreren Bundesstaaten Bestellungen von medizinischen Fachpersonen für den Eigenbedarf fest.

So entstand in der Schweiz ein Engpass, der zwei bis vier Wochen anhielt. Patienten mit chronischen Krankheiten hatten das Nachsehen. Zeitweise kamen sie nicht mehr an ihre Medikamente.

Dem Bericht zufolge musste schliesslich das Bundesamt für Gesundheit eingreifen. Das BAG führte eine schweizweite Formularpflicht ein. Im einem Schreiben vom 9. April appellierte der Bund an Ärzte und Apotheker, das Prepärat nicht mehr an Patienten ausserhalb der zugelassenen ­Indikationen zu verschreiben.

Der Ärzteverband FMH gibt auf Anfrage von CH Media an, keine Kenntnis von den Hamsterkäufen zu haben. Die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin im Kampf gegen Covid-19 wird durch inzwischen neue Studien stark in Frage gestellt.

Reiseveranstalter verlängern Reisestopps ins Ausland

Die Schweizer Reiseanbieter Tui, Hotelplan und DER Touristik streichen den grössten Teil der Reisen ins Ausland bis am 14. Juni. Die betroffenen Kunden können ihre Reise umbuchen oder erhalten ihr Geld zurück, wie die Veranstalter am Montag mitteilten.

Zum Entscheid beigetragen habe gemäss einer Sprecherin von Tui Suisse auch die Ankündigung des Bundesrates von vergangener Woche, dass die Schweizer Grenzen voraussichtlich erst Mitte Juni wieder für touristische Reisen geöffnet werden. Mittlerweile seien bereits die meisten betroffenen Kunden über die Annullierung ihrer Reisen informiert worden.

Tui hat zudem die Umbuchungsphase für Reisen verlängert. Gebuchte Reisen bis einschliesslich August können kostenlos auf ein neues Datum und gegebenenfalls auf ein anderes Ferienziel umgebucht werden.

Tui Suisse sagt sein Reiseprogramm neu bis einschliesslich 14. Juni ab.
Tui Suisse sagt sein Reiseprogramm neu bis einschliesslich 14. Juni ab.
Foto: Keystone

Bei Schweden wird abgeklärt

Bei Hotelplan Suisse heisst es auf Anfrage, man beobachte die Situation laufend. Es zeige sich aber, dass bis Mitte Juni viele touristische Destinationen ihre Grenzen noch geschlossen halten. Dadurch seien Ferienreisen vielfach schlicht nicht möglich, was zu diesem Entscheid geführt habe.

Es werde in den kommenden Tagen und Wochen entschieden, ob einzelne Destinationen wieder besucht werden könnten. Hätten Kunden eine Reise in ein Land wie Schweden gebucht, in dem die Einreise grundsätzlich möglich sei, werde abgeklärt, ob die Kunden ihre Reise dennoch antreten möchten, hiess es im Communiqué.

Auch DER Touristik Schweiz, der unter anderem die Kuoni-Reisebüros angehören, gibt auf Anfrage an, dass Einreisebeschränkungen sowie ein geringes Angebot an Flügen bis Mitte Juni touristische Reisen derzeit noch kaum zulassen. Bei einigen wenigen Destinationen würden die Optionen allerdings individuell angeschaut, so ein Sprecher. Bereits einbezahlte Kundengelder könnten an eine kostenlose Umbuchung angerechnet oder zurückgefordert werden.

red/sda/reuters