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Coronavirus weltweit+++ Deutschland will noch 2020 mit Impfen beginnen +++ USA lassen Remdesivir zur Behandlung zu

Prominentester Patient, der mit Remdesivir behandelt wurde, ist US-Präsident Donald Trump. Frankreich verschärft seine Massnahmen, in den Niederlanden ist jedes zweite Intensivbett von einem Covid-Patienten belegt. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In vielen Ländern grassiert Covid-19 so stark wie im Frühjahr, fast ein Drittel aller Neuinfektionen entfällt auf Europa.

  • Die USA bleiben mit über 8 Millionen Infizierten punkto Gesamtzahlen das am stärksten betroffene Land.

  • Weltweit haben sich bisher mehr als 40 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt.

  • Mehr als eine Million Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.

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Erneut über 11'000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland liegt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge über 11'000. In den letzten 24 Stunden wurden 11'242 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Das liegt leicht unter dem Rekordwert vom Vortag als die Zahl mit 11'287 Neuinfektionen erstmals über die Schwelle von 11'000 hochschnellte.

«Die Lage ist ernst» sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im ZDF. Eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden, bleibe das oberste Ziel.

Deutschland stellt Weichen für Impfungen

Die deutsche Regierung schafft laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung die Voraussetzungen für Corona-Impfungen noch in diesem Jahr. Das Gesundheitsministerium forderte diese Woche die Landesregierungen auf, bis zum 10. November Adressen von Impfzentren zu nennen.

60 solcher Zentren sollten entstehen, die dann etwa mit für den Impfstoff notwendigen, leistungsfähigen Kühlgeräten ausgestattet seien, die in vielen Arztpraxen fehlten.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn habe Anfang der Woche in einer Videokonferenz der Gesundheitsminister gesagt, die Mainzer Firma Biontech stehe kurz vor der Zulassung eines Impfstoffes, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Teilnehmer der Konferenz. Spahn halte es für möglich, dass mit ersten Impfungen noch vor Ende des Jahres begonnen werden könnte.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. (21. Oktober 2020)
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. (21. Oktober 2020)
Foto: Markus Schreiber (Reuters)
USA lassen Remdesivir zu

Die US-Arzneimittel-Behörde FDA lässt das Antivirus-Medikament Remdesivir als erstes und bislang einziges Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patienten zu. Die Arznei des US-Herstellers Gilead hatte bislang nur eine vorläufige Not-Zulassung. Der prominenteste Patient, der mit Remdesivir behandelt wurde, ist US-Präsident Donald Trump.

Wirkung gegen Covid-19 ist sehr umstritten: Eine Ampulle des Antivirus-Medikaments Remdesivir. (Symbolbild)
Wirkung gegen Covid-19 ist sehr umstritten: Eine Ampulle des Antivirus-Medikaments Remdesivir. (Symbolbild)
Foto. Ulrich Perrey (Reuters)
Ausgangsperre gilt jetzt für 46 Millionen Franzosen

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium des Landes meldet mit 41'622 Neuinfektionen die höchste bislang verzeichnete Zahl an einem Tag. Damit sind insgesamt 999'043 Fälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle steigt um 162 auf 34'210

Frankreich dehnt die nächtliche Ausgangssperre nun auf rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes aus. Insgesamt seien ab Samstag 46 Millionen Menschen davon betroffen, sagte Frankreichs Premier Jean Castex am Donnerstag. Die Ausgangssperre gelte dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. «Die Situation ist ernst, sie ist ernst in Europa, sie ist ernst in Frankreich», warnte Castex und drohte zugleich mit noch schärferen Massnahmen. Der Monat November werde hart.

Die Regierung droht mit schärferen Massnahmen: Eine Kellnerin wartet vergeblich auf Kundschaft. (21. Oktober 2020)
Die Regierung droht mit schärferen Massnahmen: Eine Kellnerin wartet vergeblich auf Kundschaft. (21. Oktober 2020)
Foto: Getty Images

In Frankreich leben knapp 67 Millionen Menschen. Bisher gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre im Grossraum Paris und acht weiteren Metropolen. Ohne triftigen Grund dürfen sich Menschen dort seit dem Wochenende zwischen 21 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht auf der Strasse aufhalten.

Rasanter Anstieg in den Niederlanden setzt sich fort

In den Niederlanden ist die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Corona-Neuinfektionen erstmals auf mehr als 9000 gestiegen. 9283 Fälle seien in diesem Zeitraum registriert worden, 526 mehr als am Vortag, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Donnerstag mit.

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steigt in den Niederlanden schnell. Inzwischen ist fast jedes zweite Intensivbett mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt.

Moderna hat genügend Versuchspersonen für letzte Phase der Impfstoffstudie

Der US-amerikanische Impfstoffhersteller Moderna hat das Anmeldeverfahren für die klinische Phase 3 ihres Corona-Vakzins beendet, wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Medienmitteilung bekannt gab.

Insgesamt hätten sich 30'000 Freiwillige für die letzte klinische Testphase registriert, 25'650 davon hätten bereits eine zweite Dosis des Vakzins erhalten. Das Unternehmen hatte das Anmeldeverfahren nach eigenen Angaben im September verlangsamt, um mehr Minderheiten in der Gesamtmenge der Versuchspersonen vertreten zu haben.

Eine Person wird in Madrid gegen die Grippe geimpft. (Symbolbild)
Eine Person wird in Madrid gegen die Grippe geimpft. (Symbolbild)
Foto: Pablo Blazquez Dominguez (Getty Images)

In den nächsten zwei Monaten wird der Impfstoff auf seine Sicherheit überprüft. Überwiege der potenzielle Nutzen des Vakzins die möglichen Risiken, würde eine Notfallzulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde beantragt, heisst es in der Mitteilung.

4,5 Millionen Dosen für die Schweiz

Die Schweiz hat im August einen Vertrag mit Moderna über 4,5 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Impfstoff die klinische Testphase erfolgreich durchläuft und für den Schweizer Markt zugelassen wird. Weil voraussichtlich zwei Dosen nötig sein werden, könnten 2,25 Millionen Menschen damit geimpft werden.

Der Impfstoff von Moderna ist genbasiert und beruht auf einer neuartigen Technologie. Noch ist unklar, ob er sicher und effizient ist. Den Hauptwirkstoff der Impfung produziert der Schweizer Konzern Lonza in Auftrag von Moderna in seinen Werken in den USA und in Visp VS.

Schweden verschärft Regeln für Nachtclubs

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen führt die schwedische Regierung strengere Regeln für Nachtclubs ein. Die Zahl der Besucher wird auf 50 begrenzt. «Die Partys in den Nachtclubs sind jetzt vorbei», sagt Ministerpräsident Stefan Löfven. Gleichzeitig lockert Schweden die Auflagen für Sportveranstaltungen und andere Events, bei denen die Zuschauer weit auseinander sitzen können. Ab dem 1. November dürften bis zu 300 Personen teilnehmen, bislang sind es maximal 50.

RKI: Situation «sehr ernst», Ansteckungen im privaten Umfeld

Der Präsident des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, ist besorgt über die jüngste Entwicklung in der Corona-Krise in Deutschland: «Inzwischen ist die Situation insgesamt sehr ernst geworden», sagt Wieler. Aber er fügt hinzu: «Derzeit haben wir noch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.» Voraussetzung dafür sei aber die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln.

Im Vergleich zur ersten Welle der Pandemie im Frühjahr nehme derzeit die Ausbreitung des Virus in privaten Haushalten deutlich zu. Ursache sei, dass sich Menschen vor allem bei privaten Begegnungen ansteckten und das Virus mit nach Hause brächten. Dies gelte es, mit Einhaltung der Hygieneregeln zu verhindern.

Ansteckungen im öffentlichen Nahverkehr oder auch in Hotels seien dagegen eher seltener, erläuterte Wieler. Eine Veranlassung für einen Kurswechsel in Deutschland angesichts der steigenden Zahlen bei den Neuinfektionen sehe er nicht.

US-Behörde verschärft 15-Minuten-Regel

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat neu definiert, was ein «enger Kontakt» im Zusammenhang mit Covid-19 ist. Bislang galt, wie in der Schweiz, dass eine Quarantäne nur nötig ist, wenn man länger als 15 Minuten in der Nähe (weniger als 1,8 Meter, resp. weniger als 1,5 Meter in der Schweiz) einer infizierten Person war.

Neu gelten auch kleinere Zeitabschnitte, die sich innert 24 Stunden auf über 15 Minuten kumulieren, als Faktor für eine potentielle Ansteckung. Wer also im Verlauf eines Tages mehrmals kurzen Kontakt zu einer infizierten Person hatte, beispielsweise an der Kaffeemaschine, im Lift, in einer Besprechung, der ist gemäss CDC nun ebenfalls gefährdet.

Die neue Anweisung erteilte das CDC nach einem Bericht aus einem Gefängnis in Vermont. Dort hatte sich ein Wärter mit Covid-19 angesteckt, der mehrere sehr kurze Kontakte zu infizierten Gefangenen hatte. In einem Fall konnten via Videomaterial 22 Kontakte mit weniger als 1,8 Metern Abstand festgestellt werden, mit einer Gesamtdauer von 17 Minuten. Der Wärter trug während der Kontakte stets eine Schutzmaske, die Gefangenen aber nicht immer.

10'000 Fälle in Deutschland

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10'000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11'287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Ausgangssperre auch in Rom

In der italienischen Region Lazio, zu der die Hauptstadt Rom gehört, wird wegen der erneuten starken Ausbreitung des Coronavirus eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Das entsprechende Dekret wurde am Mittwochabend von Gesundheitsminister Roberto Speranza und Regionalpräsident Nicola Zingaretti unterzeichnet.

Die Ausgangssperre tritt am Freitagabend in Kraft und gilt für 30 Tage. Zwischen 23.00 Uhr und 05.00 Uhr ist das Verlassen des Hauses oder der Wohnung nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Lazio ist bereits die dritte italienische Region, in der eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde. In den vergangenen Tagen war die drastische Massnahme bereits für die Regionen Lombardei und Kampanien beschlossen worden. Ausnahmen von den Ausgangssperren sind aus medizinischen oder beruflichen Gründen möglich.

Mehr als 155'000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 24'818 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf fast 5,3 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 566 auf 155'403 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA und Indien weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

US-Gesundheitsminister macht Hoffnung auf US-weite Impfung bis April

US-Gesundheitsminister Alex Azar geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass bis zum April alle US-Amerikaner eine Corona-Impfung erhalten könnten. Eines der Mittel, das die US-Regierung finanziell unterstütze, könne demnach schon Ende des Jahres für besonders gefährdete Menschen zur Verfügung stehen, sagte Azar am Mittwoch. Für Ende Januar rechnet der Minister damit, dass genug Dosen für Risikogruppen wie Senioren zur Verfügung stehen. Ende März oder April dann solle ein funktionierender Impfstoff für alle Amerikaner zur erhältlich sein.

Die Vereinigten Staaten unterstützen sechs Hersteller, die an einer Impfung forschen und lassen diese gleichzeitig bereits grosse Mengen produzieren, falls sich einer der Stoffe als wirksam und sicher erweist und die Zulassung erhält. Unter diesen Firmen sind auch zwei der aussichtsreichsten Kandidaten derzeit: die Wirkstoffe der Biologie-Unternehmens Moderna sowie vom Pharmariesen Pfizer in Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Biontech. Beide Mittel befinden sich in der dritten und letzten Erprobungsphase mit Zehntausenden Probanden.

Toter bei Corona-Impfstoff-Studie von AstraZeneca in Brasilien

Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Dies bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zuvor hatten brasilianische Medien darüber berichtet. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag darüber informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden.

Dem Fernsehsender «CNN Brasil» zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung «O Globo» berichtete dagegen unter Berufung auf Quellen, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen habe. Offiziell äusserten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa. AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff im September vorübergehend gestoppt – offenbar nicht zum ersten Mal. Das Vakzin AZD1222 zählte bis dahin zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen. Sollte sich ein Zusammenhang des Todes des Freiwilligen mit dem Impfstoff herausstellen, wäre dies ein schwerer Schlag für das Projekt.

Der Impfstoff wird derzeit von der europäischen Arzneimittel-Behörde EMA in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Mit AstraZeneca hat die EU bereits einen Rahmenvertrag über die Lieferung von Impfdosen geschlossen.

Foto: Keystone
Spanien überschreitet als erstes EU-Land die Millionen-Schwelle

In Spanien überschreitet die Zahl der Coronafälle zum ersten Mal in Europa die Schwelle von einer Million. Das geht aus am Mittwoch veröffentlichten Daten des Gesundheitsministeriums hervor.

Neuer Höchststand in Italien bei Infektionen

Italien hat bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Mittwoch einen neuen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten knapp 15'200 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Am 16. Oktober hatte das Land mit seinen 60 Millionen Einwohnern erstmals seit Beginn der Pandemie im Februar die Marke von 10'000 überschritten. Ausserdem wurden am Mittwoch 127 Covid-19-Tote gemeldet.

Die Dynamik der zweiten Corona-Welle sorgt in Italien zunehmend für Angst vor ernsten Engpässen in den Krankenhäusern. Ministerpräsident Giuseppe Conte forderte die Italiener in einer Rede im Senat in Rom auf, alle nicht notwendigen Reisen zu unterlassen. Es gelte einen grossen Lockdown wie im Frühjahr zu vermeiden. Besonders schwer getroffene Regionen wie die Lombardei haben inzwischen begrenzte Verschärfungen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich fast 450'000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der bekannten Todesfälle stieg auf 36'832.

Gesundheitsminister Spahn positiv auf Coronavirus getestet

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich als erstes Mitglied der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsministerium in Berlin mitteilte, wurde er am frühen Mittwochnachmittag positiv auf das Virus getestet.

Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, hiess es in der Mitteilung. «Bislang haben sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt. Alle Kontaktpersonen werden aktuell informiert.» Fotos zeigen, dass Spahn am Mittwochvormittag im Kanzleramt an der Kabinettssitzung teilnahm. Auf den Bildern ist Spahn mit einem Mund-Nasen-Schutz zu sehen.

Wie ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin auf Anfrage mitteilte, muss das Bundeskabinett deswegen nicht in Quarantäne. Das Kabinett tage unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, die darauf abzielten, dass auch im Falle der Teilnahme einer Person, die später coronapositiv getestet werde, eine Quarantäne anderer oder gar aller Teilnehmer nicht erforderlich werde.

Immer wieder mussten sich zuletzt deutsche Spitzenpolitiker wegen Risikobegegnungen in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Corona-Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fielen seither negativ aus.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn.
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn.
Foto: Markus Schreiber (Keystone)

Frankreich will Notstand verlängern

Frankreich will wegen der sich verschärfenden Coronavirus-Pandemie den Gesundheits-Notstand bis zum 16. Februar des kommenden Jahres verlängern. Ein Regierungssprecher kündigt an, am Donnerstag sollen die Warnungen im mehreren Regionen hochgestuft werden. Das bedeute, dass mehrere Departements Ausgangssperren erlassen müssten.

Rekordanstieg bei Neuinfektionen in den Niederlanden

Die Niederlande erreichen mit 8.500 Fällen einen Höchststand an Neuinfektionen, teilt das Nationale Institut für Öffentliche Gesundheit mit. Erst vor einer Woche wurden von der Regierung in Den Haag neue Massnahmen zur Eindämmung der Viruspandemie beschlossen.

Tschechien schliesst Geschäfte und verhängt Lockdown

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Massnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen.

Von Donnerstagmorgen an müssen fast alle Geschäfte schliessen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch bekanntgab. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken.

Zudem werden Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr verhängt: Die Regierung hat angeordnet, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die «absolut notwendige Zeit» begrenzen müssen. Das gilt nicht für den Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Familienbesuche. Erlaubt sind auch Spaziergänge in Parks und der freien Natur.

Eine Frau geht in Prag an einem geschlossenen Restaurant vorbei. (20. Oktober 2020)
Eine Frau geht in Prag an einem geschlossenen Restaurant vorbei. (20. Oktober 2020)
Foto: David W Cerny (Reuters)
Slowenien und Kroatien melden Rekorde bei Neuinfektionen

Slowenien und Kroatien verzeichnen Höchstwerte bei den Neuinfektionen. In Slowenien steigen die Ansteckungszahlen binnen 24 Stunden um 1503 auf 15.982. Hier starben insgesamt 200 in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

In Kroatien klettert die Zahl der Infektionen um 1424 auf 28.287, bislang starben 393 Menschen.

sda/reuters/red

2118 Kommentare
    Hans Bodmer

    "Deutschland will noch 2020 mit Impfen beginnen..." dabei ist der Impfstoff gerade mal in der Phase-3-Studie. Angeblich arbeiten die Entwickler mit Hochdruck an der Lancierung des Impfstoffs. ""Bis Ende Oktober könnten wir wissen, ob unser Impfstoff wirkt oder nicht", teilte Pfizer-Chef Albert Bourla... schriftlich mit." und "Sie hätten ihr Projekt "Lightspeed" genannt, um zu zeigen, dass sie so schnell wie möglich arbeiteten, sagte S. Poetting aus dem Vorstand von BioNTech auf einer Pressekonferenz Anfang Oktober. (Quelle: tagesschau de) Wie war das nochmal mit dem Weltrekord der Impfzulassung? 5 Jahre von der Entwicklung bis zum Impfstart (?) und nun will man einen Impfstoff mit stark abgekürzten Verfahren ("teleskopiert") innerhalb von wenigen Monaten auf den Markt "raushauen"? Hochmut komm ja bekanntlich vor dem Fall, aber ich habe natürlich auch ein gewisses Verständnis dafür, dass sich Biontech & Pfizer dieses Multimilliardengeschäft für deren ebenfalls multimilliardenschweren Hauptaktionäre - Namen sind bekannt - auf keinen Fall entgehen lassen will. Und sollte etwas schief gehen, steht im Kleingedruckten im Einverständnis der Regierungen ja sicher, dass man jegliche Haftung vollumfänglich ablehnt.