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Kolumne StadtverbessererDänk ad Glänk!

Über Busse lässt sich herrlich fachsimpeln. Über Doppelgelenkbusse doppelt gut.

Faltenbalg, du Wunderland! Bald gibt es auch in Winterthur Busse mit doppeltem Knick.
Faltenbalg, du Wunderland! Bald gibt es auch in Winterthur Busse mit doppeltem Knick.
Foto: PD

Als Kind gab es für den Stadtverbesserer nur einen Ort, an dem er Bus fahren wollte: direkt über dem Gelenk. Da, wo sich in engen Kurven die metallenen Bodenplatten übereinanderschoben und die faltigen Wände sich zusammenzogen, als wollten sie ihn verschlingen. Und jetzt das: Winterthur testet Busse, die gleich zwei solche Abenteuerzonen aufweisen.

Über Busse lässt sich herrlich fachsimpeln. Wer dachte, Bahnfreunde hätten die Detailverliebtheit gepachtet, der sollte sich den Wikipedia-Eintrag zu Oberleitungsbussen anschauen. Er weist eine irrwitzige Anzahl von Fotos und Diagrammen auf («Bewegliches Herzstück einer Auslaufweiche», «Automatisches Abdrahten in Riga») und belegt seine Fakten in nicht weniger als 369 Einzelnachweisen.

Ziehharmonikabus, Knickbus, Schlenki – schon die einfache Variante hat viele Namen.»

Auch die Leser dieser Zeitung hatten viele Fragen zum künftigen Winterthurer Doppelgelenker: Hess oder Solaris? Schwenkt er weiter aus als ein normaler Gelenkbus? Dieser wird übrigens, glaubt man Wikipedia, je nach Gegend auch Ziehharmonikabus, Knickbus oder Schlenki genannt.

Noch während der Stadtverbesserer grübelt, ob der neue Bus dann ein Doppelschlenki wäre, entdeckt er im Pendlerblatt seines Vertrauens einen alten Bekannten. Er hat mit Bitcoins ein Vermögen gemacht und posiert im Schlabbershirt vor seinem neuen Tesla. Der Stadtverbesserer ist nicht neidisch. Er ist in Zürich bereits Doppelschlenki gefahren und weiss: Mit einem schlecht gelaunten Chauffeur ist die Beschleunigung mindestens genauso umwerfend.