Bassersdorf

Damit läuft es in der Sagi wieder rund

In der Sagi von Bassersdorf dreht sich derzeit alles um ein neues Wasserrad. Das alte musste nach fast 40 Jahren ersetzt werden. Unter vollem Körpereinsatz haben Spezialisten dafür gesorgt, dass es im alten Gebälk neuen Schub gibt.

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Fünf Monate lang klaffte an der Aussenfassade der historischen Sagi von Bassersdorf ein grosses Loch. Da, wo seit Jahrhunderten das Wasser des nahen Weihers über eine mehrere Meter hohe Stufe stürzte und in Antriebsenergie umgewandelt wurde, fehlte das Wasserrad.

Seit Dienstag nun dreht sich beim altehrwürdigen Haus im Wisental wieder ein stolzes Wasserrad. Zwar nur ganz zaghaft, wenn die Männer, die daran arbeiten, es von Hand bewegen, aber bis Ende Woche sollte dann wieder das Wasser in die 42 Radschaufeln strömen und es antreiben, wenn auch der ebenfalls erneuerte Zulaufkanal vom Weiher her fertiggestellt sein wird.

In den letzten beiden Tagen haben Wagner Simon Oehrli und sein Mitarbeiter Christian Scheuner aus dem Berner Oberland die übermannshohe Holzkonstruktion Stück für Stück zusammengesetzt. Phasenweise mussten sie dafür hoch ins Gebälk klettern und, an der Decke hängend, die Elemente auf die Achse hieven, einpassen und festschrauben. Stets tatkräftig zur Stelle waren die aktiven Mitglieder der Genossenschaft Pro Sagi Bassersdorf. Dazu zählt namentlich Armin Fürst, langjähriger Präsident und Projektleiter des Vorhabens. «Wir haben schon etwa 300 Helferstunden geleistet mit der Vorbereitung, dem Aufbau und der Reinigung von Teilen.»

Dank grosszügigen Spenden gibts nun Erneuerungsfonds

Im vergangenen Oktober hatten die Sager zusammen mit dem auf Wasserräder spezialisierten Wagner aus Lauenen das alte Konstrukt entfernt. Während die morschen Holzteile entsorgt wurden – historisch waren sie uninteressant –, behielt man die Metallstreben. Denn das neue Antriebsmodul wurde nach den alten Plänen aus den Siebzigerjahren gebaut, als die Bassersdorfer ihre Sagi vor dem Zerfall gerettet hatten. Deshalb passten die frisch verzinkten Streben erneut ins Konzept. Auch fast 40 Jahre später griff man wiederum auf bewährtes Eichen- und Lärchenholz zurück. Das neue Wasserrad wiegt 2,5 Tonnen und ist mit 5,4 Metern Durchmesser exakt gleich gross wie das im vergangenen Oktober entfernte.

Simon Oehrli staunt: «Ich hatte eine super Grundlage dank den vielen Plänen. Nicht alle sind so gut organisiert wie die Bassersdorfer.» Projektleiter Fürst benötigte zweieinhalb Jahre, um das Vorhaben aufzugleisen. Auch da schätzt der Berner die Sager aus dem Zürcher Unterland. «Ich habe schon erlebt, dass für solche Projekte sieben Jahre Vorlaufzeit benötigt wurden», erzählt Oehrli.

Finanziell ist ebenfalls alles gut ausgegangen. Nebst der Gemeinde, die 20 000 Franken beigesteuert hat, spendeten etliche Private und Firmen sogar mehr als die zusätzlich benötigten 25 000 Franken. Das ermöglicht es der Genossenschaft Pro Sagi nun, einen Erneuerungsfonds zu äufnen, damit im Wisental in Zukunft nicht nur das Wasserrad rund läuft.

Erstellt: 21.03.2018, 10:29 Uhr

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