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Kampf gegen Corona«Dann soll die Polizei halt kommen!»

Fremde Menschen in Quarantäne schicken – bis einer ausrastet: Unser Autor war fürs Contact-Tracing im Einsatz. Eine Reportage.

Seit Mitte Oktober im Einsatz: Der Zivilschutz arbeitet in Schaffhausen für das Contact-Tracing. Eine «Übergangslösung», wie es heisst.
Seit Mitte Oktober im Einsatz: Der Zivilschutz arbeitet in Schaffhausen für das Contact-Tracing. Eine «Übergangslösung», wie es heisst.
Foto: Joseph Khakshouri

Der Geruch von Desinfektionsmittel hängt in der Luft, als ich an diesem Morgen fremde Menschen von der Arbeit nach Hause schicke; ich beende ihre Ferien und vermiese ihnen das Wochenende. Per Telefon und von Amtes wegen.

Und das bereits seit mehreren Wochen. Denn seit Mitte Oktober arbeite ich fürs Schaffhauser Contact-Tracing – als Angehöriger des Zivilschutzes, den mein Wohnkanton angesichts der verschärften Situation zur Unterstützung aufgeboten hat, als «Übergangslösung», wie es heisst.

Mit Kampfstiefeln und Uniform im Untergrund

An zwei bis drei Tagen in der Woche stapfe ich mit meinen Kampfstiefeln und in der vollständigen Zivilschutzuniform zum kantonalen Gesundheitsamt, setze mir ein Headset auf – und führe ein Telefongespräch nach dem anderen: teils bis zu 15 an einem Tag. Ich spreche mit Menschen, die einen Test gemacht haben, die also bereits wissen, was nun auf sie zukommt. Und dann mit ihren Arbeitskollegen, Partnerinnen und Freunden, mit denen sie Kontakt hatten – und die sich nun ebenfalls zehn Tage zu Hause von der Aussenwelt abschotten müssen.

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