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Kommentar zu KinderabzügenDas Volk will keine Steuergeschenke für Gutverdiener

Das überraschend deutliche Nein zu den höheren Kinderabzügen bietet die Chance für eine zeitgemässe Familienbesteuerung. Eine, die Frauen eine Erhöhung des Erwerbspensums ermöglicht.

Die Kinderabzüge für Eltern werden bei der direkten Bundessteuer nicht auf 10’000 Franken erhöht.
Die Kinderabzüge für Eltern werden bei der direkten Bundessteuer nicht auf 10’000 Franken erhöht.
Foto: Franziska Rothenbühler

Da haben sich die bürgerlichen Parteien tüchtig verrechnet. Sie dachten, das Volk winke eine Steuersenkung zum Nutzen einer kleinen Minderheit durch, wenn man sie als Mittelstandsvorlage kaschiert. Doch in einer Zeit, in der der Bund Dutzende Milliarden zur Bewältigung der Corona-Krise aufwerfen muss, ist ein Steuergeschenk von fast 400 Millionen an gut verdienende Eltern fehl am Platz.

Das hat offensichtlich die Stimmenden bis weit ins bürgerliche Lager dazu bewogen, die Steuervorlage abzulehnen (die aktuellsten Zahlen und Nachrichten im Ticker). Hauptverantwortlich für das Scheitern ist die CVP. Aus ihrer Küche kam der Antrag, die vernünftige Erhöhung des Krippenabzugs mit höheren allgemeinen Kinderabzügen völlig zu überladen.

Die individuelle Besteuerung von Ehepartnern würde steuerliche Hindernisse beseitigen.

Das Nein bietet dem Parlament die Chance für eine zeitgemässe Familienbesteuerung. Rasch kann es in einem ersten Schritt die Erhöhung des Krippenabzugs vornehmen. Dann braucht es eine grundlegende Steuerreform: Statt weitere Energie in die Abschaffung der Heiratsstrafe zu investieren, ist es Zeit für die Individualbesteuerung anstelle der heutigen gemeinsamen Besteuerung der Ehepaare. Die individuelle Besteuerung der Ehepartner beseitigt die steuerlichen Hindernisse, die heute manche Frauen davon abhalten, ihr Erwerbspensum zu erhöhen.

24 Kommentare
    müllermallersdorf

    die jewilige familiensituation sollte auf grund von steuererklärung und miete individuell behandelt werden. es kann nun wirklich nicht angehen, dass iregendwelche gutverdienerpaare ein haushalteinkommen von 8000 und mehr kassieren, dazu noch kinderzulagen, womöglich in einer genossenschaftswohnung für schlappe 1500 eine 5zimmerwohnung belegen. dann auf kosten der allgemeinheit ihr familienglück zelebrieren, während alleinerziehende mütter 100 prozent im miminum arbeiten müssen, um nur das nötigste sicher zustellen. ihr kinder fremd betreuen lassen MÜSSEN und nicht wählen können, ob sie lieber zu hause bleiben oder nicht. die kommen hier nämlich nicht vor. das gleiche gilt für die papiferien! wäre schön gewesen, wenn im gegenzug zu den papiferien, alleinerziehende einfach zwei woch mehr mutterschaftsurlaub bekommen würden. aber die gehen wieder einmal mehr leer aus.

    ich war alleinerziehnd und DAS ist in unserem land kein ponyhof-leben!