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Landluft-KolumneDe Mä,
de Öpper und
de Gugger

Sie sind fleissig, anspruchslos und kosten das Unternehmen nichts – «de Mä, de Öpper und de Gugger».

Vom Winde verweht: Es bläst wieder einmal Kühe durch die Luft.
Vom Winde verweht: Es bläst wieder einmal Kühe durch die Luft.
Illustration: Ruedi Widmer

Sie kennen ihn auch. Er arbeitet mit Ihnen zusammen, ja, vielleicht teilen Sie sogar den Haushalt mit ihm. Oder er ist Ihr Vereinskumpan. «Mä» ist sein Name. Er macht alles für Sie. Sagt jemand «Mä», ist er zur Stelle. «Mä» machts, wenn Bettina und Martin grad nicht da sind oder Ueli wieder mal «kä Luscht» hat.

«Dem chönnt mä ja mal nahgah», heisst es etwa in der morgendlichen Redaktionssitzung. Wegen – Sie wissen schon – finden solche Sitzungen ja virtuell per Video-Chat statt. Machen Sie mit bei einem kleinen, bösartigen Experiment? Keine Angst: Niemand schaut Ihnen dabei zu, Sie sitzen ja zu Hause im Heimbüro. Achten Sie einfach darauf, dass die Computerkamera nicht auf den Papierblock vor Ihnen gerichtet ist – und los gehts! Machen Sie jedes Mal einen Strich, wenn jemand «Mä» sagt. Beispiel: «Mä sött denn dem Leser mal na antworte.»

Was? Sie kommen auf gar nicht mal so viele Striche, wie Sie eigentlich dachten? Sie haben den liebenswerten Kollegen von «Mä» vergessen, den «Öpper»! Auch er macht immer das, was man ihm aufträgt, wenn gerade sonst niemand will, kann, soll, muss, darf. Ach, er ist so ein Guter, stets fühlt er sich angesprochen. «Chönnt dem öpper mal nahgah?» «Schriibt öpper s Protokoll?» «Cha ihm ächt öpper zgrugglüüte?»

«Mä» und «Öpper» sind unendlich fleissig, jedes Jahr Mitarbeiter des Jahres. Und doch tauchen sie auf keiner Lohnliste auf – der Traum jedes Unternehmens. Und selbst wenn Stellen gestrichen werden sollten: Die beiden sind immer noch da. Doch dann, eines Tages, passierte es: «Wo sind eigentlich de Mä und de Öpper?» «Das weiss de Gugger, aber de isch i de Ferie.»

1 Kommentar
    sukram

    Da wurde doch glatt der 4. im Bunde vergessen: de masotti