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30er-Zone in KefikonDen Protest ernst genommen

Vor über drei Jahren präsentierten die Behörden in Kefikon ihre Pläne zu einer neuen 30er-Zone. Nach über einem Dutzend Einwendungen ging man über die Bücher.

Beim Escherweg im Osten Kefikons gilt heute schon Tempo 30.
Beim Escherweg im Osten Kefikons gilt heute schon Tempo 30.
Foto: Johanna Bossart

Langsamer sollen die Autos durch Kefikon TG/ZH fahren, darüber ist man sich im interkantonalen Dorf grundsätzlich einig. Die Forderung stammte denn auch von Einwohnerinnen und Einwohnern selber, nachdem eine erste 30er-Zone im Osten von Kefikon umgesetzt worden ware.

Umstritten ist aber, wie die Autos zum Abbremsen gebracht werden sollen. Die ursprüngliche Idee: Bremsschwellen, sogenannte Berliner Kissen. An einer ersten Informationsveranstaltung vor über drei Jahren wehrten sich aber Landwirte dagegen. Auch Anwohner befürchteten mehr Lärm, wenn dereinst Traktoren oder Lastwagen über die Schwellen rumpeln würden. Beim Tiefbauamt des Kantons gingen damals insgesamt 14 Einwendungen gegen das Projekt ein.

Keine «Kissen» mehr

Gemeinden und Kantone entschieden sich deshalb, auf die Berliner Kissen zu verzichten. Seit Ende April liegt nun ein neuer Entwurf für die neue Tempo-30-Zone auf der Verwaltung und der Website von Gachnang auf. Dabei fällt auf: Neu soll auf dem nördlichen Teil der Dorfstrasse weiterhin mit 50 Stundenkilometern gefahren werden dürfen. Auf der Dorfstrasse müsste erst ab Höhe des Schlosses abgebremst werden. «Wir haben uns nun auf den Dorfkern konzentriert», sagt Roger Jung, Gemeindepräsident von Gachnang.

Überall, wo die 30er-Zone beginnt, sind auf den Plänen Eingangspforten vorgesehen, welche die Strasse verschmälern und die Autofahrer so zum Abbremsen bringen sollen. «Auf den Plänen kann der Eindruck entstehen, dass es dadurch zu eng wird», sagt Jung. Das Minimum von 3,7 Metern Strassenbreite sei aber überall erfüllt. Auf der Höhe des Schlosses beispielsweise würde die Durchfahrt danach noch vier statt fünf Meter betragen.

Noch bis und mit Dienstag liegt der Entwurf auf. Einwendungen können bis dahin beim kantonalen Departement für Bau und Umwelt eingereicht werden. Anschliessend werden sie der Gemeinde übergeben. «Wir werden die Einwendungen dann prüfen, berücksichtigen oder nicht und anschliessend in geeigneter Form informieren und wo nötig erklären», sagt Jung. Danach folgt eine zweite öffentliche Auflage des Projekts. Vor Ende 2020 wird die 30er-Zone deshalb kaum umgesetzt werden.