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Kommentar zum akademischen TitelDer Arzt braucht keinen Doktor

Wir sind eine Republik und kommen ohne Titel aus. Die überlassen wir unseren Nachbarn.

Hugh Laurie als Doctor House: Respekt vor der Autorität bedingt Kompetenz, und dafür garantiert kein akademischer Titel.
Hugh Laurie als Doctor House: Respekt vor der Autorität bedingt Kompetenz, und dafür garantiert kein akademischer Titel.
Foto: AFP

Vor kurzem bekamen wir in dieser Zeitung zu lesen, dass die Schweizerinnen und Schweizer weniger auf Titeln bestehen als zum Beispiel die Deutschen oder die Österreicherinnen. Die Italiener sind sogar besessen von ihren Dottori und Professori. Und die Franzosen glänzen gern mit mehrstöckigen Grussformeln. Je suis infiniment heureux de faire votre connaissance, cher Monsieur.

Entspannter gehen die Amerikaner und auch viele Britinnen mit solchen Dekorationen um. Wer dem Professor James Shapiro von der Columbia University, einem weltweit anerkannten Shakespeare-Experten, umständlich seinen Wunsch mitteilt, ob er wohl mit ihm reden dürfe, bekommt eine halbe Stunde später die Antwort: «Of course you can. Just call me. Jim.» Wer einem englischen Professor für Rhetorik gesteht, dass er ihn nur mit ein paar Sätzen werde zitieren können, sagt «never mind, what is your next question?». Wer wirklich drauskommt, ist souverän.

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