Zum Hauptinhalt springen

Der Ostergruss aus dem KZ

Die Wädenswilerin Hana Holzer flüchtete 1968 aus der Sowjetunion in die Schweiz. Der Brief ihres Grossvaters aus dem KZ Sachsenhausen machte eine Reise durch die Museen der Welt.

Colin Bätschmann
Hana Holzer ist während des Umzugs wieder auf den Brief ihres Grossvaters gestossen. In der rechten Hand hält sie ein Foto von ihm sowie ihr Babyfoto.
Hana Holzer ist während des Umzugs wieder auf den Brief ihres Grossvaters gestossen. In der rechten Hand hält sie ein Foto von ihm sowie ihr Babyfoto.
Michael Trost

Am Esstisch sei ihr Grossvater oft in Weinkrämpfe ausgebrochen. Das erzählt die 78-jährige Hana Holzer, als wir an einem regnerischen Nachmittag in ihrer Wohnung in Wädenswil einen Blick in die Vergangenheit werfen. Ausgangspunkt ist der Brief, der auf dem Küchentisch liegt. «Einen schönen Ostergruss schicke ich euch», ein paar weitere Belanglosigkeiten, unterschrieben mit «Euer Opa». Neben den fein säuberlich notierten Zeilen ein handgemaltes Porträt eines Kleinkinds. Einzig die vorgedruckte Kopfzeile in Frakturschrift passt nicht zum sanften Ton des Schreibens: «Konzentrationslager Sachsenhausen», sowie ein «Auszug aus der Lagerordnung», die besagt, dass jeder Häftling monatlich zwei Briefe oder Postkarten empfangen und absenden dürfe.

Maximal fünfzehn Zeilen durften die Briefe der KZ-Häftlinge umfassen.
Maximal fünfzehn Zeilen durften die Briefe der KZ-Häftlinge umfassen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen