Zum Hauptinhalt springen

Italiens neuer PremierDer stille Erlöser

Die Italiener wissen nur wenig über Mario Draghi – doch sie trauen ihm die Rettung des Landes zu. Von einem warmen Land, das nur funktioniert, wenn es kühl regiert wird.

Wen wählt er? Wo steht er? Mario Draghi macht die Journalisten verrückt mit seiner wortkargen Art. Und das ist seine Stärke.
Wen wählt er? Wo steht er? Mario Draghi macht die Journalisten verrückt mit seiner wortkargen Art. Und das ist seine Stärke.
Foto: Francisco Seco (AP)

Morgennebel über Umbrien, ein gusseisernes Tor, ein grosses Anwesen in der Flucht von Zypressen und Pinien. Dann kommt ein graues Auto, das Tor geht auf. An der Kreuzung stehen zwei Streifenwagen der Carabinieri.

So beginnen jetzt die Tage in Italien, wenigstens am Fernsehen. Mit Bildern aus Città della Pieve, Provinz Perugia, eine hübsche Altstadt, im Dom zwei Werke vom Maler Pietro Perugino aus dem Mittelalter. 508 Meter über dem Meer, 8000 Einwohner. Einer von ihnen heisst Mario Draghi. Und wenn der nach Rom fährt, zwei Stunden weiter südlich, einfach die A1 runter, dann stehen Kameraleute aller Sender im Wintermatsch am Rand der Landstrasse, die zu seinem Haus führen, seinem Zufluchtsort, und filmen. Jeden Tag. Halten drauf, schwenken mit, doch der Wagen fährt viel zu schnell. Man erkennt Draghi nicht hinter den Fenstern. Fährt er selbst? Wird er gefahren? Aber man erahnt ihn, den Retter des Vaterlands. Er weht nach Rom.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.