Regensdorf

Der Surfpark will auch ein Freibad sein

Ein Schwimmbecken mit sechs 50-Meter-Bahnen inmitten eines natürlich aufbereiteten Sees: Was es bislang in der Schweiz noch nicht gibt, soll im geplanten Surfpark in Regensdorf Realität werden. Sagt die Bevölkerung Ja zum Surfpark, bekommt sie somit auch eine Badi dazu.

Der insgesamt 1500 Quadratmeter grosse separate See beinhaltet einen Schwimmbereich à 750 Quadratmeter.

Der insgesamt 1500 Quadratmeter grosse separate See beinhaltet einen Schwimmbereich à 750 Quadratmeter. Bild: Visualisierung PD

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Im geplanten Surfpark ist neben dem Surfsee auch ein zweiter See zum Schwimmen vorgesehen. Das gibt die Waveup Creations AG, wie sich die Initianten des geplanten Surfparks nennen, bekannt. In den letzten Monaten, als es in der Öffentlichkeit ruhig um die Surfpark-Initianten wurde, lief ihre Arbeit im Hintergrund auf Hochtouren. «Der Hauptfokus lag auf der Ausarbeitung des Gestaltungsplans bis ins Detail und insbesondere auf dem Schwimmsee», erklärt Präsident Pascal Brotzer.

Was dabei herausgekommen ist, dürfte viele Furttaler überraschen: Der insgesamt 1500 Quadratmeter grosse separate See beinhaltet einen Schwimmbereich à 750 Quadratmeter inklusive sechs 50-Meter-Bahnen. Diese entsprechen sogar olympischen Bedingungen. Dazu gibt es eine Wellness-Terrasse mit Blick auf den Natursee sowie fast rundherum eine grosse Rasenanlage. Läuft alles nach Plan, bekommt Regensdorf mit dem Surfpark also auch ein Freibad – eine Forderung, die im Furttal immer wieder zu hören ist.

Bislang müssen sich die Talbewohner mit dem Katzensee begnügen oder nach Dielsdorf oder Würenlos ausweichen. Ob und wieviel die Regensdorfer für das Schwimmen bezahlen müssen – der Eintritt in den Park ist für sie im Gegensatz zu Auswärtigen gratis – ist noch offen.

Ein Jahr voller Höhen und Tiefen

Ein Rückblick: 2019 war für Waveup ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Konnten sie sich im März noch unbändig über das klare Ja der Bevölkerung zum Zonentausch bei der Sportanlage Wisacher freuen, mussten sie nur kurze Zeit später erfahren, dass das Projekt aufgrund des vom Bund verhängten Einzonungs-Moratoriums im Kanton Zürich ins Stocken gerät. Die Folge davon: Über den Gestaltungsplan konnte nicht wie vorgesehen Ende 2019 abgestimmt werden. Im Juli folgte dann mit dem Entscheid für den Wellengenerator des spanischen Herstellers Wavegarden ein weiterer Höhepunkt.

Schilder erklären die natürliche Wasseraufbereitung

Bevor die Fachplaner in die Detailplanung des Schwimmsees gingen, galt es die Grundsatzfrage zu klären, ob der See mit einer konventionellen Anlage oder natürlich gereinigt werden soll. «Wir haben viele Gespräche geführt und Exkursionen durchgeführt», sagt Brotzer. Besucht habe man zum Beispiel das Vorzeigeprojekt eines natürlichen Teichs von Herzog & de Meuron in Riehen oder auch die konventionell aufbereitete Anlage des Aqua Basilea in Pratteln.

Nach der Prüfung aller Fakten fiel der Entscheid leicht: «Da wir sowohl auf Ästhetik, wie auch auf Nachhaltigkeit und Bildung grossen Wert legen, kommt für uns nur ein natürlich aufbereiteter Schwimmsee in Frage», sagt Brotzer. Dies entspreche auch den Vorstellungen des bekannten Landschaftsarchitekten Enzo Enea, der die gesamte Parkanlage gestalten wird.

Der grösste See seiner Art

Neben dem Schwimmbereich, der sowohl Hobby- wie auch Spitzenschwimmer anlocken soll, wollen die Surfpark-Initianten die Bildung forcieren. Auf Schildern soll gezeigt werden, wie das Wasser durch verschiedene Ebenen fliesst und die natürliche Wasseraufbereitung funktioniert. Abseits des Schwimmbereichs können auch Molche und Frösche beobachtet werden. Einen See in solchen Dimensionen sucht man gemäss Brotzer in der Schweiz bislang vergebens. Nebst der grössten Surfanlage kann der Surfpark somit auch mit dem grössten natürlichen Schwimmsee der Schweiz auftrumpfen.

Kosten im Millionenbereich

Ein grosses Thema wenn es um den Surfpark geht, ist immer auch der Lärm. Aus Rücksicht auf die Anwohner im Osten haben sich die Initianten dazu entschieden, den lärmintensiven Planschbereich für die Kinder nicht im Schwimmsee zu integrieren, sondern zwischen den Surfsee und das Gastronomiegebäude zu verschieben. Allgemein war die Akkustik in den letzten Monaten ein arbeitsintensiver Punkt. Als Beispiel nennt Brotzer die überarbeitete Skatebowl.

Diese sei nun in die Erde versetzt, was zur Folge habe, dass die Erdaufschüttung sowohl als Lärmpuffer gegenüber den Anwohnern, wie auch als Sitzgelegenheit für die Zuschauer diene. «Wir sind überzeugt, dass wir im Gestaltungsplan ein in sich stimmiges Projekt geschaffen haben, das sowohl die Bedürfnisse der Zuschauer, der Sportler, wie auch der Anwohner befriedigt», sagt er. Was die Finanzen anbelangt spricht Brotzer allein für den Schwimmsee von Kosten im Millionenbereich.

«Das Beste, was uns passieren konnte»

Dass durch das verhängte Einzonungs-Moratorium alles länger dauert und der Park nicht wie ursprünglich gewünscht noch diesen Sommer eröffnen kann, sieht Brotzer mittlerweile als Vorteil. «Aus wirtschaftlicher Sicht hat uns das natürlich einen grossen Strich durch die Rechnung gemacht. Was allerdings den Bewilligungsprozess anbelangt, war es das Beste, was uns passieren konnte.» Durch die gewonnene Zeit sei man gemeinsam mit den Fachplanern beim Gestaltungsplan schon viel mehr ins Detail gegangen. «Wir sind fast in der Tiefe eines Baugesuchs», sagt Brotzer. Sagt die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung Ja zum Gestaltungsplan, kann das Baugesuch ohne Zeitverlust in den Folgetagen eingereicht werden.

Abstimmung frühestens im Dezember

Bevor es soweit ist, muss der Gestaltungsplan, der gemäss Brotzer so gut wie fertig ist, aber noch dem Gemeinderat Regensdorf eingereicht werden. Dieser wird die Unterlagen prüfen und in den nächsten Wochen an den Kanton zur ersten Vorprüfung weiter reichen. Beanstandete Punkte können dann überarbeitet und noch einmal vom Kanton geprüft werden, was wiederum die Chance auf eine spätere Genehmigung erhöht.

Wann die Regensdorfer Stimmbevölkerung das letzte Wort zum Surfpark haben und über den Gestaltungsplan abstimmen wird, hängt vom Einzonungs-Moratorium ab. Wird dieses wie ursprünglich vorgesehen im Herbst aufgehoben, könnte das Geschäft frühestens an der Dezember-Gemeindeversammlung behandelt werden.

Erstellt: 17.01.2020, 16:22 Uhr

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