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Schwinger wieder im SägemehlDer tannige Duft ist zurück

Der Schwingklub Winterthur erwacht aus dem Corona-Schlaf. Der Vorstand hat für das Trainingslokal im Deutweg ein Schutzkonzept erstellt und die Massnahmen im Keller umgesetzt, die den Trainingsbetrieb regeln und wieder erlauben.

Gipfelstürmer: Auch Wandern gehörte zum Trainingsprogramm von Samir Leuppi, Philipp Lehmann und Beda Arztmann (von links).
Gipfelstürmer: Auch Wandern gehörte zum Trainingsprogramm von Samir Leuppi, Philipp Lehmann und Beda Arztmann (von links).
PD

Letzten Mittwoch haben die Aktivschwinger ihr Training im Sägemehl wieder aufgenommen; die Jungschwinger beginnen Anfang Juli. Im Schwingkeller im Deutweg dürfen sich vorderhand nur die Trainer und Schwinger aufhalten.

In den letzten ungewöhlichen Monaten mussten sich die Schwinger irgendwie fit halten. Jeder trainierte auf seine eigene Art und Weise. Der eidgenössische Kranzschwinger Samir Leuppi verbrachte kurz vor dem Lockdown im privaten Rahmen mit ein paar Trainingskollegen und Trainern zehn Tage auf Fuerteventura. Dort wurde für einmal im Sand trainiert. Zudem wurden sie von den Kanaren in deren Kampfsportart «Lucha Canaria» eingeführt, die viele Ähnlichkeiten mit dem Schwingen hat. Für beide Seiten war es eine gute Erfahrung, die grossen Spass machte.

Mehr Zeit für Trainings

Alle Schwingfeste sind bis Ende August abgesagt, was im Prinzip eine Annullierung der Saison bedeutet. Samir Leuppi fehlen die Wettkämpfe. Da der Winterthurer deswegen aber an den Sonntagen und auch unter der Woche viel mehr Zeit hatte, konnte er häufiger trainieren als sonst. Er sei auf vier bis fünf Trainingseinheiten pro Woche gekommen.

Natürlich sei es am Anfang schwer gewesen, Kraft zu trainieren, da die Fitnesscenter zunächst geschlossen waren. Er konnte sich aber in einem privaten Gym fit halten. Nun freue er sich sehr, «endlich wieder mit den Schwinghosen im Sägemehl zu stehen, den tannigen Holzduft in der Nase zu haben und mit Kollegen im Sägemehl zu trainineren».

Ich bin gespannt, wie sich die Jungen fit gehalten haben.

Andreas Keller, Technischer Leiter Jungschwinger

Andreas Keller, Aktivschwinger und Technischer Leiter der Winterthurer Jungschwinger, musste im Krafttraining ebenfalls kreativ sein. Vor der Wiederöffnung der Fitnesscenter habe er zu Hause viel mit Eigengewicht gearbeitet. «Nachdem alles wieder geöffnet hatte, war ich fast täglich im Fitnesscenter und trainierte Kraft und Kondition», erklärt der Pfäffiker. Alles in allem hat auch er mehr trainiert als vor der Pandemie. Er freut sich sehr auf die Wiederaufnahme des Trainings, auf seine Kollegen und vor allem auch auf seine Nachwuchsschwinger. «Ich bin gespannt, wie sich die Jungen fit gehalten haben.»

Die Kranzschwinger Philipp Lehmann (Humlikon) und Beda Arztmann (Ossingen) haben ihre Corona-Trainingseinheiten miteinander gestaltet; immer mit dem nötigen Abstand. Dreimal pro Woche trainierten sie intensiv an Kraft und Kondition. Als ab Mitte April klar wurde, dass alle diesjährigen Kantonalschwingfeste abgesagt werden, reduzierten die zwei Jungathleten ihren Trainingsaufwand auf zweimal pro Woche. Auch ihnen war im ersten Training klar anzumerken, dass die Vorfreude auf die zukünftigen Trainings im Sägemehl, die Kollegen und natürlich auch die Wettkämpfe gross ist.

Im Moment findet die Saison erst im Schwingkeller statt. Allenfalls lockern sich die Massnahmen noch, und die Teilnahme an kleinen Rangschwingfesten wird möglich.