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Emeghara zum FCW?Der zweite Anlauf zurückzukehren

Einst war Innocent Emeghara Topskorer des FC Winterthur. Jetzt, mit 31 Jahren, trainiert er fürs erste Mal mit. Aber es gibt wohl Chancen auf eine Rückkehr.

Im Training mit dem FCW auf der Schützenwiese will Innocent Emeghara zeigen, was er noch draufhat.
Im Training mit dem FCW auf der Schützenwiese will Innocent Emeghara zeigen, was er noch draufhat.
Madeleine Schoder

Innocent Emeghara ist mal wieder auf der Schützenwiese, zurück auch in seiner Eigentumswohnung nahe dem Stadion. Seit dem Sonntag trainiert er mit der Mannschaft des FCW hinter der Haupttribüne.

Es macht da einer mit, der keinen Vertrag hat, sich aber sehr wohl vorstellen kann, auf seine älteren Tage nochmals für den FCW zu spielen. Beim Verein, der sein Stammklub ist, bei dem er – damals vom FCZ als zu wenig gut für die Super League erachtet – in der Saison 2010/11 mit 21 Toren in 31 Pflichtspielen zum entscheidenden Sprung ins internationale Geschäft ansetzte. Bis hin zu neun A-Länderspielen und eine Olympiateilnahme 2012 für die Schweiz.

Bei den Grasshoppers reüssierte er nach seiner starken FCW-Saison. Später spielte er in Frankreich (Lorient), Italien (Siena und Livorno), in Aserbaidschan (Karabach Agdam) und, finanziell sehr gut bedacht, aber von Verletzungspech begleitet, bei den San José Earthquakes in den USA. Im Januar 2017 gabs nach den zwei Jahren in Übersee schon mal ein (Trainings-)Zwischenspiel beim FCW, seit Sommer jenes Jahres stand «Inno» jeweils eine Saison in Zypern (Ermis Aradippu), wieder bei Karabach und zuletzt in Istanbul bei Fatih Karagümrük unter Vertrag.

Neun A-Länderspiele bestritt Innocent Emeghara, hier 2011 mit Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri.
Neun A-Länderspiele bestritt Innocent Emeghara, hier 2011 mit Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri.
Melanie Duchene (EQ Images)


Am 30. Juli hat er für Karagümrük letztmals gespielt. Nach Elfmeterschiessen gewann der Verein das entscheidende Playoff-Spiel gegen Adana Demirspor und stieg in die «Süper Lig» auf. Für Emeghara, gegen Adana nach 67 Minuten eingewechselt, wars das Ende in der Türkei: «Mein Vertrag lief aus. Der Verein wollte einen Besseren als mich – aber ich verstand mich mit dem Präsidenten nicht», sagt Emeghara jetzt. Das ist anderthalb Monate her. Sie fehlen «Inno», Bestform zu haben. Dass er sich zutraut, für den FCW wieder eine Verstärkung zu sein, ist das eine. Ob es eine Einigung gibt das andere.

Auch eine Frage des Geldes

Vor dreieinhalb Jahren war die Situation ja mal ähnlich. Der FCW hätte ihn gerne verpflichtet, Emaghara wollte zu viel. Also legte er ein halbes Jahr Pause ein, bis er im Sommer 2017 nach Zypern ging. Prominent waren sein Adressen seither nicht mehr.

Jetzt trainiert er also mal mit, sehr wohl in der Absicht, sich zu empfehlen. Leiter Sport Oliver Kaiser und Trainer Ralf Loose werden das genau beobachten. Unter Zeitdruck sieht sich Kaiser nicht. «Der 12. Oktober», der Tag des Ablaufs der Qualifikationsfrist, sei für ihn der massgebliche Termin. Zum einen sieht Kaiser schon noch Platz, seine Offensive in der Breite zu ergänzen. Anderseits ist Emeghara einer, der einen positiven Konkurrenzkampf initiieren könnte; dafür aber müsste er auch die Leistungen bringen. Zu zeigen, dazu auch willens und fähig zu sein, hat er nun Zeit. Und ganz zum Schluss dürfte das Ganze nicht an den Finanzen scheitern wie damals im Januar 2017, als Emeghara wohl zu hohe Zahlen im Kopf hatte.

Noch eine Ergänzung in der Breite kann sich Oliver Kaiser, man weiss es, ja auch in der Abwehr vorstellen. Gestern Dienstag trainierte mal ein Innenverteidiger mit, Anes Omerovic, 22-jährig, Österreicher und mit einer (letzten) Saison als Stammspieler beim zweitklassigen FC Dornbirn als solidestem Leistungsausweis. Was man nach der ersten Einheit sagen kann: Omerovic trainiert auch heute nochmals mit.

An den Olympischen Spielen 2012 erzielte Innocent Emeghara in Coventry bei der 1:2-Niederlage gegen Südkorea den einzigen Treffer für die Schweiz.
An den Olympischen Spielen 2012 erzielte Innocent Emeghara in Coventry bei der 1:2-Niederlage gegen Südkorea den einzigen Treffer für die Schweiz.
Nicola Pitaro (Tamedia)