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HIV-Positiver erzähltLeben mit dem Virus – Was uns Aids über Corona lehrt

Grosse Unsicherheit, fieberhafte Suche nach einer Behandlung: Die Covid-Pandemie erinnert an die Zeit, als das HI-Virus unser Leben veränderte. Der Blick zurück gibt Hoffnung.

Tankt Kraft in der Natur: David Haerry, seit den Achtzigerjahren HIV-positiv.
Tankt Kraft in der Natur: David Haerry, seit den Achtzigerjahren HIV-positiv.
Foto: Adrian Moser

Angst, Verunsicherung, Aufregung und Widersprüchlichkeiten: Einiges, was derzeit das Coronavirus auslöst, kommt David Haerry bekannt vor. Der heute 60-Jährige ist einer der wenigen Überlebenden, die sich bereits in den 80er-Jahren mit dem HI-Virus angesteckt haben. Damals kam die Diagnose praktisch einem Todesurteil gleich. Es gab keine wirksamen Therapien, und ganz zu Beginn waren die Ansteckungswege noch nicht genau bekannt.

«Viele Leute fürchteten sich davor, HIV-positiven Menschen die Hand zu geben, dasselbe WC zu benutzen oder bei einem Apéro ein Glas von einer infizierten Person zu erwischen», erinnert sich Haerry. Doch auch als bereits klar war, dass sich das Virus nur über Blut und Sperma überträgt, hätten viele an ihrer übertriebenen Vorsicht festgehalten, sagt Haerry. Zum Teil dauere das bis heute an. «Was einmal in den Köpfen ist, ist kaum mehr wegzukriegen.»

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